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Fatale Mutprobe: 34-Jähriger soll Gecko verputzt haben – zehn Tage später versagen seine Organe

Ein Familienvater ist im australischen Brisbane an den fatalen Folgen einer Salmonellenvergiftung gestorben. Zehn Tage zuvor soll er auf einer Party einen Gecko gegessen haben. 

Stachelschwanzgecko in Australien

Zehn Tage nachdem er in einer Partynacht einen Gecko verputzt hat, ist ein Familienvater im australischen Brisbane an einer Salmonellenvergiftung gestorben (Symbolbild)

Picture Alliance

Nachdem er auf einer Party einen Gecko verspeist hatte, ist ein Familienvater im australischen Bundesstaat Queensland qualvoll gestorben. Sechs Monate nach seinem Tod suchen seine Familie und Freude noch immer nach Antworten auf die Frage, woran David Dowell im Dezember 2018 genau gestorben ist und warum die Ärzte ihm nicht helfen konnten. In einem Interview mit der australischen "Brisbane Times" erzählte die Schwester des 34-Jährigen nun, was an dem verhängnisvollen Abend passierte und welche Schmerzen der Vater von drei kleinen Mädchen in den zehn Tagen bis zu seinem Tod erleiden musste.

Magen-Darm? Nein, eine Salmonellenvergiftung

Am 25. Juni wäre David Dowell 35 Jahre alt geworden. Doch statt mit ihren Dad zu feiern, schickten seine Frau und die drei Töchter am Logan River Papierschiffchen auf die Reise. Darauf geschrieben: Dinge, die sie ihm vor seinem Tod nicht mehr sagen konnten. "Er war einfach ein toller Mensch und die Kinder haben einer der besten Papas der Welt verloren", erinnert sich Hannah in der "Brisbane Times" an ihren Bruder. Doch was passierte an jenem schicksalhaften Dezembertag auf der Party, die David letztlich das Leben kostete?

Demnach fühlte sich Dowell am Tag nach der Christmas-Party nicht besonders wohl – tat es aber als den üblichen Hangover nach einer Nacht mit etwas mehr Alkohol ab. Tags darauf habe er sich dann aber heftig übergeben, berichtete Dowells Schwester. Der Auswurf war grün. Seine Frau rief einen Krankenwagen. "Als sie am Krankenhaus ankamen, wollten sie ihn zunächst nicht aufnehmen. Die Ärzte glaubten an einen harmlosen Magen-Darm-Infekt." Nur eine Nacht später diagnostizierten die Mediziner am Mater Hospital in Brisbane eine Salmonellenvergiftung.

Durchfall, Magenkrämpfe, Fieber und Erbrechen 

Salmonellen sind Bakterien, die weltweit in gleich- und wechselwarmen Tieren und Menschen leben. Unter anderem kommen sie in (rohen) Eiern und Geflügelfleisch vor, das von mit Salmonellen belasteten Hühnern stammt. Menschen infizieren sich häufig auch über Lebensmittel, die unhygienisch gelagert wurden. Die Bakterien heften sich an die Dünndarmzellen, vermehren sich und führen zu Durchfall, Magenkrämpfen, Fieber und Erbrechen. Auch Dowells Frau glaubte zunächst, ihr Mann habe auf der Party verseuchtes Hühnchenfleisch gegessen und sich dabei die Salmonellenvergiftung eingefangen. Dann meldete sich eine Freundin bei ihr.

Gecko-Mutprobe: Hat er oder hat er nicht?

"Oh, David hat an dem Abend einen Gecko gegessen", glaubte die sich zu erinnern. Hat sich der 34-Jährige mit dem Kriechtier vergiftet? Seine Ärzte konnten das nicht ausschließen, denn auch die kleinen Echsen können Salmonellen in sich tragen. Plötzlich gab es Zweifel, ob David tatsächlich einen Gecko verspeist hatte. "Es war wohl eine Mutprobe und vielleicht hat er so getan als würde er ihn essen, ihn dann aber doch weggeworfen", spekuliert Davids Schwester sechs Monate nach dem Tod des Bruders. "Wir wissen es einfach nicht", sagt sie verzweifelt. Ein Arzt von der University of Queensland hält die Theorie für durchaus plausibel. "Viele wechselwarme Tiere tragen Salmonellen in sich, unter anderem Schildkröten, Schlangen, Frösche und auch Geckos", so Dr. Mark Turner in der "Brisbane Times".

Familie sicher: "David ist von innen verfault"

David Dowells Zustand verschlechterte sich nach der Diagnose dramatisch. Aufgebläht, wie eine im sechsten Monat schwangere Frau, habe er ausgesehen. Der Urin schwarz, das Erbrochene grün. Dazu füllte sich die Lunge mit Flüssigkeit. Ein qualvoller Anblick für seine Angehörigen. Dowell Mutter soll die Ärzte angefleht haben, ihren Sohn zu operieren. Doch sie lehnten ab. Derweil sickerte Flüssigkeit aus dem Magen, die Hoden schwollen auf die Größe von Grapefruits an. "Die Ärzte meinten, es sei normal, dass Flüssigkeit aus den Hoden läuft. Das sei nur die Flüssigkeit aus der Magenhöhle", schildert Dowells Schwester die letzten Stunden am Krankenbett ihres Bruders, der inzwischen in ein künstliches Koma versetzt worden war. Kurz darauf versagten seine Organe. Er sei sozusagen von innen verfault, sagt die Familie. Vorwürfe, die Ärzte hätten den Fall auf die leichte Schulter genommen und erst reagiert als David auf die Intensivstation verlegt werden musste, wies das Mater Hospital in einer Erklärung zurück.

Ein Gerichtsmediziner habe festgestellt, dass Dowell im Mater Hospital angemessen und sorgfältig behandelt wurde und keine weiteren Maßnahmen erforderlich gewesen seien. Im Weiteren versteckten sich die Verantwortlichen hinter der ärztlichen Schweigepflicht, die auch in Australien gilt.

Quelle: "Brisbane Times"

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