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Ratgeber Alternativmedizin: Stille Macht

Meditation wirkt nachweislich gegen Stress - zumindest unmittelbar. Ob sie auch langfristig vor dem Ausbrennen schützt, ist unklar. Aber einen Versuch ist es wert.

Von Edzard Ernst

Meditation kann als Präventionsmethode gegen Stress oder Burnout durchaus sinnvoll sein, allerdings fehlt letztlich der Wirksamkeitsnachweis

Meditation kann als Präventionsmethode gegen Stress oder Burnout durchaus sinnvoll sein, allerdings fehlt letztlich der Wirksamkeitsnachweis

Meditation vereint Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen, die den Geist sammeln und beruhigen sollen. Sie wird in vielen Religionen als spirituelle Übung praktiziert, die das unmittelbare Erfahren des Göttlichen ermöglichen soll. In den vergangenen Jahrzehnten haben unterschiedliche Methoden auch in der Psychologie und der Medizin an Bedeutung gewonnen. Zum einen gibt es aktive Techniken, bei denen zum Beispiel Bewegungen die Meditation unterstützen sollen. Passive Varianten werden dagegen im Sitzen ausgeübt. In einigen Formen sollen Rhythmen, Klänge, Musik oder das Wiederholen von Wortformeln (Mantren) das Konzentrieren erleichtern.

Für Anfänger ist es ratsam, eine Technik zunächst unter Anleitung zu erlernen, um sie schneller allein zu beherrschen. Erfahrene sollten am besten täglich 15 bis 20 Minuten selbstständig meditieren.

Mangel an Belegen

In der Medizin versucht man, die entspannenden Effekte des Sichversenkens vielfältig zu nutzen, zum Beispiel als unterstützende Therapie bei Schmerzen, Diabetes, Bluthochdruck, Asthma oder zur Verbesserung der mentalen und körperlichen Leistung.

Die unmittelbaren Wirkungen sind einfach und eindeutig zu messen: Der Puls verlangsamt sich, Blutdruck und Atemfrequenz sinken. Selbst hormonelle Veränderungen zeichnen sich ab. All das deutet darauf hin, dass der Körper sich entspannt - ein positiver Effekt also, so möchte man meinen. Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass Meditation sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die beschriebenen Wirkungen könnten von nur kurzer Dauer sein, und sie beinhalten nicht zwangsläufig eine klinische Wirksamkeit.

Gut als unterstützende Präventionsmethode

Tatsächlich ist die Effektivität der Meditation bei keiner einzigen Indikation wirklich gut abgesichert. Am ehesten finden sich ermutigende Studienergebnisse bei Angstzuständen und -zur Stressreduktion. Leider sind jedoch viele Untersuchungen methodisch sehr schwach, sodass ein Wirksamkeitsnachweis letztlich auch hier fehlt.

Zudem wird befürchtet, dass Psychosen oder Neurosen durch Meditation ausbrechen oder sich verschlechtern könnten. In solchen Fällen ist deshalb eine enge Supervision sinnvoll. Schließlich sei erwähnt, dass einige Meditationsformen durchaus kulthaften Charakter haben. Hier ist vor allem die Transzendentale Meditation zu nennen.

Als Fazit bleibt somit, dass Meditation als unterstützende Präventionsmethode gegen Stress oder Burnout für psychisch Gesunde durchaus einen Versuch wert sein kann. Wie immer gilt jedoch, dass man kulthaftem Verhalten und unrealistischen Heilversprechen misstrauisch begegnen sollte.

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