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"Aufgeben gilt nicht": Reisen mit Multipler Sklerose: Marine zog es in die Ferne – und sie fand das Glück

Mit 21 Jahren erkrankt Marine schwer. Sie hat MS. Nach dem ersten Schock beschließt die junge Frau zu reisen - nach Neuseeland, Myanmar und in die Mongolei. Eine Geschichte über die Kraft des Reisens, mentale Stärke und wiedergewonnenes Glück.

Die Studentin Marine Barnérias ist 21 Jahre alt als sie die Diagnose MS, Multiple Sklerose, bekommt. Die Krankheit wirbelt ihr Leben komplett durcheinander. Ängste und Sorgen bestimmen fortan ihren Alltag. Doch dann erkennt die junge Frau: Die Krankheit gehört zu ihr und nur sie selbst kann ihrem Körper dabei helfen, neue Kraft zu schöpfen. Marine erfüllt sich einen Herzenswunsch: Sie reist sieben Monate durch Neuseeland, Myanmar und in die Mongolei - entgegen des Ratschlags ihrer Ärzte.

Die Studentin Marine Barnérias ist 21 Jahre alt als sie die Diagnose MS, Multiple Sklerose, bekommt. Die Krankheit wirbelt ihr Leben komplett durcheinander. Ängste und Sorgen bestimmen fortan ihren Alltag. Doch dann erkennt die junge Frau: Die Krankheit gehört zu ihr und nur sie selbst kann ihrem Körper dabei helfen, neue Kraft zu schöpfen. Marine erfüllt sich einen Herzenswunsch: Sie reist sieben Monate durch Neuseeland, Myanmar und in die Mongolei - entgegen des Ratschlags ihrer Ärzte.

Der 3. April 2015 ist der Tag, der Marine Barnérias Leben für immer verändern wird. Marine studiert Wirtschaftswissenschaften, sie nimmt an einem Uni-Wettbewerb teil, als sie plötzlich eine Sehstörung bekommt. Marine ist 21 Jahre alt. Sie macht sich zunächst keine Sorgen: Ist die Aufregung schuld? Braucht sie eine Brille? Oder hat sie etwas ins Auge bekommen? Doch die Beschwerden verschwinden nicht. Sie halten an - und werden schlimmer. Bis zu dem Punkt, an dem sie nahezu erblindet.

Ihre Augenärztin ist alarmiert und überweist sie an einen Neurologen. Wenig später im Krankenhaus bekommt Marine die Diagnose: Sie hat MS, Multiple Sklerose. Ihre Ärztin wirkt kühl als sie die Nachricht überbringt, ohne Empathie. "Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was diese eiskalte Mitteilung mit mir gemacht hat", erinnert sich Marine später an diesen Moment. "Keine nähere Begründung oder Information, kein bisschen,was mich beruhigt hätte!" Ihre Mutter steht ihr zur Seite, fängt sie auf, tröstet. 

Marines einziger Wunsch ist in diesem Moment, die Schläuche abzureißen, aufzustehen und zu rennen - schneller, immer weiter, so weit die Füße sie tragen. "Damit mein Körper versteht, dass ich nie aufhören werde, in Bewegung zu sein", sagt sie.

Bei MS wird das eigene Immunsystem zum Feind: Es fängt an, Teile von Nervenfasern zu zerstören, die eigentlich dafür zuständig sind, Impulse weiterzuleiten. Betroffene entwickeln Lähmungserscheinungen, können ihre Muskeln nicht mehr richtig koordinieren. Oft treten diese Lähmungen in Form von Schüben auf. Auch der Sehnerv ist oft betroffen.

Weltweit leben rund zwei Millionen Menschen mit MS. Die Krankheit muss nicht zwangsläufig im Rollstuhl enden. Während einige Menschen mit MS stark im Alltag eingeschränkt sind, können andere ein fast normales Leben führen. Eine Heilung gibt es derzeit nicht, aber Medikamente, die den Verlauf der Krankheit verzögern.

Vom Krankenhaus in den Flieger

Auch Marine muss sich entscheiden, ob sie eine Behandlung beginnen will. Sie lehnt es ab, zunächst. Sie will ihr altes Leben zurück und kann sich nicht vorstellen, sich regelmäßig Spritzen setzen zu müssen. Doch sie merkt auch, dass die Diagnose sie aus der Bahn geworfen hat - körperlich wie psychisch. Und dagegen möchte sie etwas unternehmen. Nach dem ersten Schock erfüllt sich Marine einen Herzenswunsch: eine siebenmonatige Reise durch Neuseeland, Myanmar und in die Mongolei - entgegen allen ärztlichen Ratschlägen. Die Reise nennt sie ihr "Projekt". "Es verleiht mir Flügel und lässt mich glauben, dass trotz der Krankheit alles möglich ist."

Marine will sich nicht schonen, sondern das pure Leben genießen: In Neuseeland geht sie wandern und surfen, sie feiert und lernt neue Freunde kennen. In Myanmar sucht sie nach innerer Ruhe und geht in ein Meditationszentrum. Das letzte Ziel ihrer Reise - die Mongolei - nutzt sie, um wieder zu sich selbst zu finden: Was macht sie aus? Was will sie erreichen? Sie reist nicht allein. Immer mit im Gepäck ist "Rosy", ein Kosename für ihre Krankheit, den sie sich ausgedacht hat, weil multiple Sklerose so sperrig klingt.

Die Reise hilft ihr, Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen. Marine sammelt neue Kraft, Ideen und schreibt nach ihrer Rückkehr ein Buch über das Erlebte. Es trägt den passenden Titel "Bonjour, la via" - auf Deutsch "Hallo, Leben". Es ist ein lebensbejahendes Buch, das Mut schenkt und die Kraft spendet, auch in düsteren Zeiten einen Funken Hoffnung und Lebensfreude zu bewahren. 

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