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Bakterium in USA entdeckt Gegen diesen "Super"-Erreger sind Antibiotika machtlos

Das Bild zeigt eine Labormitarbeiterin eines Universitätsklinikums, die eine Kulturplatte mit Erregern in Händen hält.
Antibiotika nutzlos: In den USA wurde ein Erreger nachgewiesen, gegen den kein Medikament hilft
© Daniel Karmann/DPA
In den USA haben Ärzte ein Bakterium nachgewiesen, gegen das selbst Reserve-Antibiotika nicht helfen. Die Keime mit dem Gen Mcr-1 wurden auch schon in Europa festgestellt.

In den USA ist erstmals ein sogenannter Super-Erreger entdeckt worden, der gegen alle bekannten Behandlungsmethoden immun ist. Der Keim wurde bei einer 49-jährigen Frau aus dem Bundesstaat Pennsylvania gefunden, die an einem Harnwegsinfekt erkrankt war. Gegen das E-Coli-Bakterium habe kein Antibiotikum geholfen, teilte die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mit.

Selbst das Antibiotikum Colistin, das bei diesen "Albtraum"-Bakterien üblicherweise wirke, habe versagt, erklärte CDC-Chef Thomas Frieden. Das Bakterium enthält ein Gen, das es immun gegen die Behandlung mit Antibiotika für multiresistente Keime werden lässt. Das sogenannte Mcr-1-Gen wurde bereits in China und Europa festgestellt. Laut Frieden war die Patientin aus Pennsylvania nicht außerhalb der USA unterwegs.

Antibiotikum: "letzte verbliebene Therapieoption" versagt

Im Januar hatte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet, dass das Gen Mcr-1 in Bakterienproben von Menschen nachgewiesen worden und bei Nutztieren weit verbreitet sei. Das Medikament Colistin wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in den vergangenen Jahren wieder häufiger verwendet. Es diene als "eine letzte verbliebene Therapieoption".

Als kritisch bewerten Experten, dass das Resistenz-Gen Mcr-1 zwischen Bakterienstämmen übertragbar ist – im Gegensatz zu bisher bekannten Colistin-Resistenzen. Es kann von harmlosen Darmkeimen auf Krankheitserreger übergehen und die Behandlung gegen diese erschweren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits vor einiger Zeit vor einer "Rückkehr in Vor-Antibiotika-Zeiten" gewarnt, in denen sich schon geringfügige Infektionen oder Schnittverletzungen als tödlich erweisen könnten.

ikr DPA AFP

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