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Geld der G20-Staaten: 56 Millionen für neu entwickelte Medikamente bis 2022

Unter deutscher Präsidentschaft verpflichteten sich die G20-Staaten zur Förderung neu entwickelter Medikamente. Das ist auch dringend notwendig, denn Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit rasant zu. 

Bunte Medikamenten-Kapseln

Gemeinsam wollen die G20-Staaten den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen voran bringen und neue Medikamente entwickeln

Mehr als 56 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika fließen. Das haben Deutschland und weitere Länder zugesagt. "Trotz der Gefahr durch weltweit zunehmende Antibiotikaresistenzen sind in den letzten Jahrzehnten kaum neue Antibiotika auf den Markt gekommen", erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Montag in Berlin. Deshalb hätten sich die 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20) unter deutscher Präsidentschaft dazu verpflichtet, die Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe voranzutreiben.

Die Gelder sollen der 2016 gegründeten Globalen Partnerschaft für Antibiotikaforschung und Entwicklung (GARDP), einer gemeinnützigen Forschungs- und Entwicklungsinitiative, zukommen. Die Bundesregierung erhöht die Förderung von GARDP für 2016 und 2017 demnach auf insgesamt 2,6 Millionen Euro. Für die Jahre 2018 bis 2022 werden weitere 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Gelder kommen unter anderem von den Niederlanden und aus Großbritannien.

G20 kämpfen gegen Antibiotikaresistenzen

Obwohl die weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren gelten, befinden sich kaum neue Wirkstoffe in der Entwicklung. Ohne wirksame Antibiotika können auch Krebstherapien, chirurgische Eingriffe und Organtransplantationen nicht vorgenommen werden. Auch die Versorgung von frühgeborenen Kindern ist auf wirksame Antibiotika angewiesen.

Die G20-Staaten verpflichteten sich in diesem Jahr dazu, den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen gemeinsam voranzutreiben und die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Impfstoffe zu verstärken.

Kaum neue Medikamente in den letzten Jahren

GARDP-Direktor Manica Balasegaram erklärte, Ziel sei es, bis 2023 vier neue Therapien bereitzustellen. Hajime Inoue, Sonderbeauftragter des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Antibiotikaresistenz betonte, bislang befänden sich "in der Pipeline für neue Antibiotika nur sehr wenige bahnbrechende Innovationen".

Mit den zugesagten Geldern soll unter anderem die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung arzneimittelresistenter Gonorrhö, einer sexuell übertragbaren Erkrankung, sowie der Kampf gegen Blutvergiftungen bei Neugeborenen unterstützt werden. Weltweit gehen demnach geschätzte 214.000 Todesfälle infolge von Neugeborenensepsis auf Arzneimittelresistenzen zurück.

sve / AFP

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