VG-Wort Pixel

Studie belegt Schokolade-Liebhaber sind intelligenter

Zwischen Schokolade und der kognitiven Leistungsfähigkeit besteht dem Ergebnis einer Studie zufolge ein Zusammenhang
Zwischen Schokolade und der kognitiven Leistungsfähigkeit besteht dem Ergebnis einer Studie zufolge ein Zusammenhang
© Paul Reid/iStockphoto
Dieses Studienergebnis dürfte vielen schmecken: Menschen, die mindestens einmal wöchentlich Schokolade essen, sind schlauer. Macht uns Süßkram tatsächlich zu intelligenteren Menschen?

Schokolade ist – streng genommen – eine Mischung aus Fett und Zucker. Und deshalb alles andere als gesund. Wissenschaftler aus Australien und den Vereinigten Staaten kommen nun aber zu einem Ergebnis, das den Verzehr von Süßkram zumindest ansatzweise legitimieren könnte: Menschen, die mindestens einmal wöchentlich Schokolade essen, schneiden in Intelligenztests besser ab als Personen, die selten oder nie naschen. Das Ergebnis veröffentlichten sie im Fachmagazin "Appetite".

Die Daten, die von den Forschern ausgewertet wurden, stammen aus der Maine-Syracuse Langzeit-Studie, die seit den Siebzigerjahren läuft. Diese widmet sich den Zusammenhängen zwischen Alter, Herz-Kreislauf-Krankheiten und kognitiver Leistungsfähigkeit. Aus den vorliegenden Daten wählten die Forscher 968 Personen im Alter zwischen 23 und 98 Jahren aus. Sie litten allesamt an keiner Demenz und hatten zuvor einen Ernährungsfragebogen ausgefüllt und Intelligenztests absolviert.

Rezept für das schnellste und einfachste Schokogebäck der Welt Zutaten:Blätterteig aus dem Kühlregal1 Tafel Schokolade (wer es süßer mag nimmt Vollmilch, wer es herber mag Zartbitter)1 EigelbMandelsplitter Zubereitung: Tafel Schokolade auf Blätter legen. Teig einritzen und über die Tafel falten. Enden mit einem Messer oder per Handdruck verschließen. Blätterteig mit Eigelb einpinseln. Mandelsplitter darüber geben. Für 20 Minuten bei 200°C in den Ofen. Anschneiden und genießen.
Mehr

Hilft Schokolade dem Gehirn auf die Sprünge?

Die Teilnehmer hatten unter anderem angeben müssen, wie häufig sie Schokolade verzehren: nie, selten, einmal in der Woche, zwei bis vier Mal in der Woche, fünf bis sechs Mal in der Woche – oder täglich. Im Anschluss verglichen die Forscher die Daten der Personen, die nie oder kaum naschten mit denen, die mindestens einmal in der Woche zu Schokoriegeln und Co griffen.

Die ersten Ergebnisse überraschten kaum: Frauen naschten ingesamt häufiger als Männer. Schoko-Fans hatten höhere Cholesterin-Werte im Blut, nahmen ingesamt mehr Kalorien zu sich, und aßen täglich mehr Fleisch, Gemüse und Milchprodukte.

Es zeigte sich aber auch: Die Schoko-Nascher schnitten in allen kognitiven Tests besser ab als die Vergleichsgruppe. So erzielten sie etwa bessere Werte im Bereich Abstraktionsvermögen und Gedächtnis. Für das Ergebnis könnten sogenannte Flavonoide in der Schokolade verantwortlich sein, mutmaßen die Wissenschaftler. Dabei handelt es sich um Pflanzenstoffe, die vor allem in dunkler Schokolade stecken. Kleinere Tests und Studien deuteten schon in der Vergangenheit darauf hin, dass sie die Leistung des Gehirns beeinflussen können.

Dass sie auch in diesem Fall für den beobachteten Effekt gesorgt haben könnten, ist jedoch fraglich: Den Forschern lagen keine Daten darüber vor, welche Art Schokolade verzehrt worden war – also ob weiße Schokolade, Milchschokolade oder Zartbitter. Im Fragebogen wurde auch nur die Häufigkeit des Schoko-Konsums angegeben, nicht die Portionsgröße. Heißt: Wer einmal wöchentlich Schokolade aß, konnte ein Stück naschen – oder zwei Tafeln auf einmal. Dies würde, je nach Fall, deutliche Unterschiede bei der Zufuhr von Flavonoiden mit sich bringen.

Essen kluge Menschen einfach gern Schokolade?

Hinzu kommt eine weitere Schwäche der Studie: Zwar wiesen die Forscher einen Zusammenhang zwischen Schoko-Konsum und Leistungsfähigkeit nach. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Schokoriegel, Kakao und Nuss-Nougat-Cremes intelligent machen. Unter Umständen essen Menschen mit guter kognitiver Leistung schlicht bevorzugt Schokolade. Oder sie gehen gern anderen Tätigkeiten nach, die das Gehirn trainieren. Darauf weisen auch die Studien-Autoren hin: Ein "kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schokolade und kognitiver Leistung" könne jedenfalls nicht gezogen werden.

Was bedeutet das Ergebnis für Naschkatzen? Der Mythos, wonach Schokolade schlau macht, kann durch die Studie weder bestätigt noch widerlegt werden. Hier ist noch weitere Forschung nötig. Zartbitter-Schokolade scheint jedenfalls besser zu sein als Milchschokolade: Sie enthält mehr Flavonoide und weniger Zucker – und das wiederum schont die Hüfte.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker