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Bewegung So viel Sport muss man treiben, um einen Tag Herumlungern auszugleichen

30 bis 40 Minuten intensive Bewegung am Tag sollten es für ein gesundes Leben sein
30 bis 40 Minuten intensive Bewegung am Tag sollten es für ein gesundes Leben sein
© Getty Images
Sie saßen einen ganzen Tag am Schreibtisch und haben ein schlechtes Gewissen? Forscher haben nun ausgewertet, wie viel Bewegung man zum Ausgleich absolvieren muss. Es ist gar nicht so viel, wie Sie vielleicht denken.

Essen, Fernsehen, auf dem Sofa lümmeln: Mal abgesehen von kleinen Spaziergängen ist Bewegung in den Weihnachtsfeiertagen Mangelware. Erst recht in einem Jahr, in dem Abstand zu den Mitmenschen ein erstrebenswertes Ziel ist. Dabei wissen wir, dass stundenlanges Herumsitzen nicht gut für uns ist.

"Sitzen ist und bleibt die schlechteste Haltung für den menschlichen Körper", sagte der renommierte Wirbelsäulenforscher Herbert Junghanns schon in den Achtzigern. Dass Sitzen überhaupt so verheerend für unseren Körper ist, hat orthopädische Gründe. Denn unsere Wirbelsäule ist mit ihrer doppelten S-Form nicht zum längeren Sitzen geeignet. Denn beim Sitzen drehen wir unser Becken nach hinten, aus dem erstrebenswerten S der Wirbelsäule wird ein spiegelverkehrtes C.

Je länger wir sitzen, desto unterforderter ist unser Körper. In der Folge bilden sich Muskeln in Rücken und Bauch zurück, welche wiederum die Wirbelsäule weniger stützen können. Die Folge sind Rückenschmerzen.

Wenig Bewegung erhöht Sterberisiko

Viele Menschen versuchen daher, nach einem Tag am Schreibtisch oder einem Sonntag auf der Couch den Bewegungsmangel mit einer intensiven Sport-Session auszugleichen. Eine neue Studie legt nun nahe, dass etwa 30 bis 40 Minuten intensive Bewegung pro Tag ausreichen sollten, um bis zu zehn Stunden Stillsitzen zu einem Großteil auszugleichen. Wichtig ist jedoch, dass man bei der sportlichen Aktivität wirklich ins Schwitzen kommt. Jedoch helfen auch schon kleine Bewegungen wie regelmäßiges Aufstehen dem Körper, Schäden durch zu langes Sitzen zu minimieren.

Die Ergebnisse basieren auf einer Meta-Untersuchung von neun früheren Studien, an denen insgesamt 44.370 Personen in vier verschiedenen Ländern teilnahmen, die mit einer Art Fitness-Tracker ausgestattet wurden. Der Vorteil bei Untersuchungen dieser Art ist die Tatsache, dass sich der Vergleich der unterschiedlichen Studien auf objektive Messdaten der Tracker stützt und nicht nur auf Daten, die von Patient*innen erhoben wurden.

Demnach steigt das Sterberisiko von Menschen mit einem eher sitzenden Lebensstil an, wenn zugleich die Zeit, die sie mit mäßiger bis intensiver körperlicher Aktivität verbringen, abnimmt.

150 Minuten pro Woche

Interessant: "Bei aktiven Personen, die etwa 30-40 Minuten mäßige bis starke körperliche Aktivität ausüben, unterscheidet sich der Zusammenhang zwischen einer hohen sitzenden Tätigkeit und dem Sterberisiko nicht signifikant von denen mit einer geringen sitzenden Tätigkeit", schreiben die Forscher*innen in ihrer veröffentlichten Arbeit.

Sprich: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, die Treppe statt den Aufzug nimmt, in der Mittagspause zügig spazieren geht oder regelmäßig Gartenarbeit absolviert, tut seinem Körper mehr Gutes, als viele denken. Damit geht die Untersuchung in eine ähnliche Richtung wie die offiziellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die 150 bis 300 Minuten moderater Intensität oder 75 bis 150 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche empfehlen, um sitzendem Verhalten entgegenzuwirken.

Quelle:"British Journal of Sports Medicine"

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cf

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