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Strava Fitness-Firma enthüllt versehentlich streng geheime US-Militärbasen

Auf dieser Karte sieht man die populärsten Strecken der Strava-Nutzer. Daraus kann man einiges ableiten.
Auf dieser Karte sieht man die populärsten Strecken der Strava-Nutzer. Daraus kann man einiges ableiten.
© Strava
Strava ist eine der beliebtesten Fitness-Apps der Welt. Millionen Nutzer zeichnen damit ihre Laufrunden auf. Dadurch konnten Sicherheitsforscher nun eigentlich geheime US-Militärbasen enttarnen.

Fitness-Apps erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Eine der beliebtesten ist Strava, eine Art Social Network für Radtouren, Laufrunden, Schwimmeinheiten und Skifahrten. Mit ihr entdecken die Nutzer neue Routen, protokollieren ihre Rundenzeiten und tauschen gegenseitig ihre Bestzeiten aus. Allein im vergangenen Jahr wurden Unternehmensangaben zufolge 136 Millionen Läufe über 1,1 Milliarden Kilometer hochgeladen.

Um zu zeigen, in welchen Regionen der Welt Strava besonders populär ist und wo die beliebtesten Routen verlaufen, hat das Unternehmen eine globale Heatmap erstellt. Auf ihr sind sämtliche Routen von Läufern, Radfahrern und Schwimmern zu sehen. Je heller eine Linie auf der Karte, desto häufiger wird diese Strecke frequentiert. Insgesamt wurden drei Billionen GPS-Datenpunkte dafür ausgewertet.  

Strava-Karte enthüllt geheime Militärbasen

Eine nette Idee, doch eines hat das Unternehmen mit Sitz in San Francisco offenbar nicht bedacht: Am Wochenende berichtete die "Washington Post", dass die Karte streng geheime US-Militärbasen zeigt. Im Zeitalter von Google Maps und öffentlichen Satellitenaufnahmen lassen sich viele Standorte zwar auch so aufstöbern. Die Strava-Karte zeigt aber neue Details, etwa die Laufwege des Personals. Offenbar wird die App gerne von militärischem Personal eingesetzt. Nutzt etwa ein Soldat beim Morgenlauf die Strava-App und stellt seine Daten anonymisiert zur Verfügung, kann man seine Route auf der Karte sehen.

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Sicherheitsforscher konnten dadurch relativ einfach die Positionen einzelner Militärbasen und die Laufwege des Personals ausfindig machen. Ein "Daily Beast"-Redakteur entdeckte beispielsweise auffällige Aktivitäten nahe einer möglichen US-Basis in Somalia, im Jemen und der Sahel-Region in Afrika. Auch für ausländische Geheimdienste dürfte die Karte ein gefundenes Fressen sein.

Mangelndes Verständnis für Datenschutz

Verboten sind Fitness-Tracker für das US-Militär übrigens nicht. Ganz im Gegenteil. Das Pentagon selbst verteilte vor wenigen Jahren rund 2500 Fitbit-Tracker fürs Handgelenk, um die Mitarbeiter zu motivieren, mehr Sport zu machen.

Strava selbst erklärt, dass nur öffentlich geteilte Daten für die Karte verwendet wurden. Markiert man seine Aktivitäten als privat, tauchen diese nicht auf. Der Fall zeigt demnach auch, dass viele Nutzer kein ausreichendes Verständnis für die Datenschutz-Einstellungen der App haben.

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cf

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