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Kampf gegen Großkonzerne: Tim Berners-Lee hat das Web erfunden, nun startet er die nächste Ära des Internets

Tim Berners-Lee gilt als Vater des World Wide Web. Doch seine Erfindung sieht er zunehmend kritisch. Nun will er den Neustart wagen und ein besseres Internet entwickeln.

Tim Berners-Lee gilt als der Vater des World Wide Webs

Tim Berners-Lee gilt als der Vater des World Wide Webs

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Eigentlich wollte Tim Berners-Lee nur das Chaos an seinem Arbeitsplatz minimieren. Doch mit seinem Thesenpapier "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" schuf der damalige Informatiker am Kernforschungszentrum Cern in der Schweiz im März 1989 die Grundlage für das World Wide Web. Alle Artikel und Aufsätze sollten für alle Nutzer einsehbar und leicht auffindbar sein. Zwar war sein Vorgesetzter von der Idee nicht begeistert ("Vage, aber hochinteressant"), doch Berners-Lee ließ sich davon nicht abhalten. Weihnachten 1990 legte er den ersten Webserver der Welt an, am 6. August 1991 machte der damals 36-Jährige die erste Webseite im Internet öffentlich.

Doch der heute 63-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Internet, wie wir es heute kennen, nicht zufrieden ist. Welche drei Dinge ihn gewaltig stören, verriet er bereits im März vergangenen Jahres.

Tim Berners-Lee will das bessere Internet

Auf der Webseite "Medium" hat er nun ein neues Projekt namens "Solid" angekündigt. Sein Gastbeitrag ist mit den Worten "Ein kleiner Schritt für das Web …" überschrieben. Sie sind eine Anspielung an Neil Armstrongs berühmte Worte bei der Mondlandung und legen die Messlatte dementsprechend hoch. "Ich habe immer geglaubt, dass Web sei für jeden von uns", beginnt Berners-Lee seinen Text. Doch mittlerweile sei es in der Hand von Großkonzernen, die ihre eigene Agenda verfolgen. Die Leidtragenden seien die Nutzer.

Gemeinsam mit dem MIT entwickelte er das Open-Source-Projekt Solid, das die Grundlage für ein besseres Web bieten soll. An dem Projekt wird bereits seit mehr als 15 Jahren gearbeitet. Es basiert auf dem derzeitigen Internet, allerdings besteht ein großer Unterschied: Den Konzernen wird das Wichtigste - der Zugriff auf die Nutzerdaten - entzogen.

Jeder hat die volle Kontrolle

Derzeit basieren die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen darauf, dass Nutzer ihre persönlichen Daten preisgeben, um Zugriff auf bestimmte Dienste zu erhalten. "Wie wir festgestellt haben, war das nicht in unserem besten Interesse", schreibt Berners-Lee. Mit Solid soll das Gleichgewicht zurückkehren, in dem jeder Nutzer die Kontrolle über seine Daten zurückbekommt, verspricht er.

Das ganze Projekt ist noch recht abstrakt. Grob gesagt bekommt jede Datei im Netz einen eigenen Speicherort, mit dem jede andere Datei interagieren kann - Berners-Lee nennt das "Linked Data". Die Zugriffsrechte kann allerdings jeder Nutzer individuell verwalten, das ist der große Unterschied zum bestehenden Netz. Wie dieser "Solid Pod" funktioniert, kann man hier (auf Englisch) nachlesen. Die Infrastruktur von Solid will Berners-Lee mit seiner neuen Firma Inrupt aufbauen. Wie das am Ende aussieht und funktioniert, wird sich zeigen. Doch Berners-Lee ist schon jetzt euphorisch: "Ich bin unglaublich optimistisch für diese nächste Ära des Webs."

cf
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.