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Nackt im Netz Warum Nudisten sich jetzt in Scharen auf Twitter herumtreiben

Für viele Nudisten ist Twitter die erste Wahl
Für viele Nudisten ist Twitter die erste Wahl
© Picture-Alliance / Picture Alliance
Nackte Haut ist in sozialen Netzwerken normalerweise nicht gern gesehen. Doch Twitter wurde zum Hafen vieler Nudisten. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Nackte Tatsachen sind im Netz immer so eine Sache. Die eine Hälfte kann gar nicht genug davon bekommen. Je expliziter die Bilder, desto mehr klingelt die Kasse. Die andere Hälfte würde am liebsten so wenig nackte Haut wie möglich zeigen - gemeint sind die Apples und Googles dieser Welt, aber auch soziale Netzwerke wie Facebook. Vor allem letzteres ist bekannt dafür, besonders streng zu zensieren. Nackte Menschen sind hier nicht erwünscht - selbst wenn es sich um welche auf historisch bedeutsamen Fotos handelt.

Darum ist Twitter die Nudisten-Plattform

Twitter hingegen verfolgt keine strenge Anti-Nippel-Politik. Mit der Folge, dass sich der Kurznachrichtendienst zu dem Netzwerk für Nudisten auf der ganzen Welt gemausert hat, schreibt das US-Portal "The Atlantic". "Die meisten Nudisten nutzen Twitter als ihr primäres Social Network, um Fotos zu posten und Freunde kennenzulernen", sagt Martin Belcher, ein 50-jähriger Brite. Er schätzt, dass zehntausende Anhänger der Nackt-Bewegung auf Twitter aktiv sind. Jeder Club, jedes auf Nudisten spezialisierte Resort hat längst einen eigenen Account auf der Plattform.

Mehrere Faktoren sprechen für Twitter: Zum einen benötigt man für einen Account nicht zwingend einen Klarnamen. Zwar geben sich einige der Nudisten mit ihren echten Namen zu erkennen, die meisten nutzen aber Nicknames. Zum anderen geht Twitter gegen Bots und Spammer vor - anders als andere Plattformen. Nerv-Nachrichten machen das Bilderportal Tumblr und diverse Foren auf Dauer unbenutzbar. Zudem ist Twitter relativ offen, was das Zeigen von nackten Tatsachen angeht. Zwar sollen der Header (das große Bild ganz oben auf jedem Profil) sowie das Profilbild jugendfreundlich sein. Die Bilder und Videos, die man teilt, können aber auch Nahaufnahmen von Genitalien zeigen.Vor allem Frauen leiden häufig unter Spam und Belästigungen. Manche Nutzer sammeln die Bilder etwa für ihre private Pornosammlung.  

Es geht um ein positives Körpergefühl

Dabei geht es den Menschen nicht darum, durch ihre Nacktheit Aufmerksamkeit zu erregen. Sie wollen einfach "eins mit der Natur sein", sagt Jonathan Meek dem "Atlantic". Es gehe um die positive Wahrnehmung des eigenen Körpers. "Es ist nichts Sexuelles daran, wenn Naturisten und Nudisten nackt sein wollen." Ein Nutzer schildert es ganz pragmatisch: Er mache zuhause dieselben Dinge, die viele in Klamotten machen. Er spült sein Geschirr oder wäscht die Wäsche halt nackt. "Es ist eine komplett natürliche Sache."

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cf

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