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Alltagsfrage: Warum zeigen eigentlich alle Wetter-Apps etwas anderes an?

Wird es heute nochmal sonnig? Muss ich für den Wochenendtrip einen Regenschirm einpacken? Immer mehr Menschen nutzen Wetter-Apps für die Wettervorhersage. Doch warum spuckt eigentlich jede andere Ergebnisse aus?

Warum zeigt eigentlich fast jede Wetter-App andere Vorhersagen an?

Warum zeigt eigentlich fast jede Wetter-App andere Vorhersagen an?

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Derzeit ist die Lage ziemlich eindeutig: Sonne satt, soweit das Auge reicht. Aber spätestens wenn sich der nächste Wetterumschwung abzeichnet, öffnen die Menschen wieder ihre Wetter-Apps. Doch während in der einen Anwendung Sonnenschein vorhergesagt wird, bekommt man in der nächsten dicke Regenwolken in Aussicht gestellt. Warum variieren die Vorhersagen so stark für ein und denselben Ort? Warum werden manchmal Unwetterwarnungen ausgerufen, die sich dann als Luftnummer herausstellen?

Wetterberechnung ist enorm komplex

Um das zu beantworten, muss man zunächst verstehen, wie eine Wettervorhersage entsteht. Beobachtungsstationen auf der ganzen Welt zeichnen permanent Wetterdaten auf, das reicht von der Windgeschwindigkeit, Temperatur oder Niederschlagsmenge bis hin zur Luftfeuchtigkeit. All diese Daten werden in leistungsstarke Supercomputer eingespeist, die eine Vielzahl von Rechenoperationen pro Sekunde durchführen können.

Durch mehr Daten, schnellere Computer und bessere Algorithmen werden die Ergebnisse immer genauer, schreibt der "Guardian". Der Luftdruck könne mittlerweile vier Tage im Voraus so genau vorhergesagt werden, wie vor dreißig Jahren noch für eine Ein-Tages-Voraussage möglich war.

Amerikanische Apps sind hierzulande ungenauer

Dass die Apps unterschiedliche Ergebnisse anzeigen, liegt daran, dass die Anbieter die Wetterdaten unterschiedlich auswerten. Die für Vorhersagen in Deutschland am häufigsten genutzten globalen Wettermodelle sind laut "Süddeutscher Zeitung" das amerikanische Wettermodell (GFS), das europäische Wettermodell (ECMWF) und das deutsche Wettermodell (ICON). Keines davon ist per se dem anderen überlegen, jedes hat Vor- und Nachteile.

Die amerikanischen Daten stehen für jedermann kostenlos zur Verfügung, das Modell ist aber auch um ungenauesten. In den USA ist das nicht so wichtig, hier ist das Wetter häufig über hunderte Kilometer weitgehend identisch, im Mittelpunkt steht eher die exakte Voraussage von Wirbelstürmen. Das ist einer der Gründe, warum die vorinstallierten Wetter-Apps auf Smartphones (deren Betriebssysteme im Silicon Valley entwickelt werden) für den deutschen Markt nicht ideal sind - die Berechnungen basieren auf dem für Europa ungeeigneten GFS-Modell.

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stern.de

Die 14-Tage-Prognose ist unnütz

Das deutsche ICON-Modell, das etwa der Deutsche Wetterdienst (DWD) anbietet, ist für das landschaftlich viel kleinteiligere Deutschland besser geeignet und konzentriert sich eher auf die Entwicklung von Nebel und Bodennebel, so die "Welt". Die Raster, die über die Wetterkarte gelegt werden, sind hierzulande nur rund zwei Kilometer groß, beim amerikanischen Modell kann es schon mal das Zehnfache sein. Bei 20 Kilometer großen Rastern rutscht auch ein Sommergewitter mal durch. Der Nachteil: Die Daten des ICON-Modells kosten Geld.

Einige App-Anbieter geben die errechneten Daten nur stumpf wieder, andere jagen sie noch durch eigene Algorithmen. Manch einer ist noch zuverlässiger, weil parallel auf mehrere Datensätze zurückgegriffen wird, die mit Hilfe eigener Technologien zusammengeführt werden.

Eine hundertprozentige Treffergenauigkeit liefert aber kein Anbieter. Allgemeine Wetter-Entwicklungen könne man drei bis fünf Tage seriös vorhersagen, erklären diverse Experten. Ob ein Schauer übermorgen am Zeltplatz vorbeizieht oder nicht, lässt sich aber zum Leidwesen aller Festivalbesucher nicht seriös vorhersagen. Auf die Zwei-Wochen-Prognosen einiger Portale sollte man sich sowieso nicht verlassen, diese spiegeln eher allgemeine Trends wider.

Die beste Wetter-App gibt es nicht

Doch wie genau sind die Vorhersagen im Durchschnitt? Im vergangenen Jahr hat "ForecastWatch" die Genauigkeit von sechs führenden, globalen Vorhersageanbietern ermittelt. Untersucht wurden die Ein- bis Fünf-Tages-Prognosen über zwölf Monate hinweg für 1145 Orte. Insgesamt wurden mehr als 30 Millionen Vorhersagen ausgewertet.

Einen klaren Sieger gab es nicht: Einige Anbieter waren zuverlässiger, was die Durchschnittstemperatur oder Windgeschwindigkeit anging, andere punkteten bei den niedrigsten Temperaturen. Die MeteoGroup, die hinter der derzeit im App Store erfolgreichsten Kauf-App "WeatherPro" steckt, wurde in einem britischen Test Platz vier von insgesamt zwölf Teilnehmern.

Ein Test des "WDR" sah für Deutschland die iOS-App "Wetter XL", vorne, gefolgt von "Wetteronline" und "Wetter.de". Die schlechtesten Ergebnisse lieferte ausgerechnet die vorinstallierte App. Mehr Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Die Sache mit der Regenwahrscheinlichkeit

Doch es sind nicht nur die Daten, die den Unterschied machen. Es geht auch darum, wie die Ergebnisse visualisiert werden. Manche App hält sich zurück und zeigt nur eine strahlende Sonne oder eine regnende Wolke. Andere stellen mehrere Tabellen zur Verfügung, aus denen man Taupunkt, Luftfeuchtigkeit und andere Daten ablesen kann.

Einen interessanten Punkt zeigte der US-Statistiker Nate Silver, der mit der Genauigkeit seiner Wahlprognosen für Aufsehen sorgte. In seinem 2013 erschienen Buch "The Signal and the Noise" schreibt Silver, dass einige Anbieter die Regenwahrscheinlichkeiten deutlicher pessimistischer angeben, als es die Wetterlage eigentlich erfordert. Der Grund liegt jedoch auf der Hand: Man hat lieber den Regenschirm dabei und bleibt trocken, als klitschnass zu sein, während der Schirm zuhause liegt. Einige Anbieter kehren dieser Praxis mittlerweile den Rücken, erklärte unter anderem Peter Neilley, Senior Vice President der Weather Company gegenüber dem "Guardian".

Was viele nicht wissen: Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 70 Prozent bedeutet nicht, dass es an 70 Prozent des Tages regnen wird. Sondern nur, dass es mit dieser Wahrscheinlichkeit im Betrachtungszeitraum mindestens einmal regnet - und seien es auch nur ein paar Tropfen. Bei der Ermittlung greifen die Anbieter auf vergleichbare Wetterlagen aus der Vergangenheit zurück, es hatte also in 7 von 10 Fällen bei einer ähnlichen Wetterlage geregnet. Selbst bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 95 Prozent kann es also trocken bleiben. Umgedreht genügen auch fünf Prozent für einen Wolkenbruch.

Jedes Smartphone macht die Vorhersage genauer

Den perfekten, zuverlässigen Wetterbericht wird es auch in Zukunft nicht geben - diese Illusion räumt Neilley im Gespräch mit dem "Guardian" aus. Dafür gibt es zu viele Parameter, die Einfluss auf das Wetter haben. Doch die Prognosen werden genauer, auch dank der Nutzer. Beziehungsweise ihrer Smartphones. In vielen Modellen sind schon heute digitale Barometer verbaut, die den Luftdruck messen. Die offizielle App des Weather Channel sammelt auf diese Weise 250 Millionen Luftdruckmessungen.

Mit diesen Daten können kurzfristige Veränderungen und Regenvorhersagen optimiert werden. Vor allem in Gegenden, in denen wenige Messtationen stehen, sind diese zusätzlichen Daten Gold wert. Machine-Learning erhöht die Qualität der gesammelten Smartphone-Daten, ab 2019 sollen sie in die offiziellen Wettervorhersagen einfließen.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.