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Tablet ausprobiert: Apples neues iPad fällt aus dem Rahmen

Apple hat in New York neue iPads vorgestellt. Die neuen Modelle haben wie die iPhones keinen Rand mehr, extrem viel Rechenpower - und ein großes Preisschild. Wir haben die neuen Tablets samt Stift bereits ausprobiert.

Nach dem Event zeichnete auch Apple-Chef Tim Cook eine Runde auf dem neuen iPad Pro.

Nach dem Event zeichnete auch Apple-Chef Tim Cook eine Runde auf dem neuen iPad Pro.

Der Tablet-Hype ist spürbar abgekühlt. Seit 14 Quartalen in Folge sinken im Vorjahresvergleich die weltweiten Absatzzahlen der Flachmänner. Jeder, der ein Tablet möchte, scheint bereits eines zu besitzen. Einige Firmen haben sich deshalb bereits aus dem Business zurückgezogen oder betreuen es höchstens noch stiefmütterlich. 

Doch Apple ist anderer Meinung. Das iPad sei "der Computer der Zukunft", betont das Unternehmen immer wieder. Die Botschaft ist klar: Das Tablet hat seine besten Tage erst noch vor sich. Um diese These zu untermauern veranstaltete der Hersteller nun zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Event, das sich hauptsächlich um das iPad drehte. Im Frühjahr stand das Jedermann-iPad für 349 Euro im Mittelpunkt, am Dienstag folgten in New York die teureren, deutlich mächtigeren Pro-Modelle. Der stern hat sie bereits ausprobiert.

Das neue iPad Pro besteht beinahe komplett aus Bildschirm.

Das neue iPad Pro besteht beinahe komplett aus Bildschirm.

Gesichtserkennung im Querformat

Das neue iPad Pro gibt es in zwei Ausführungen: 11 Zoll und 12,9 Zoll. Wie bei den iPhones wurde der Rand der Geräte auf ein Minimum reduziert - der ehemalige 10,5-Zoller hat im selben Gehäuse nun einen größeren Screen, der entrahmte 12,9-Zoller ist dank des kleineren Formfaktors deutlich handlicher. Vor allem beim größeren Modell ist der Unterschied frappierend. Im Gegensatz zu vorherigen Modellen verjüngt sich das 5,9 Millimeter dünne Gehäuse nicht mehr zum Rand hin. Es gibt nun eckige Kanten statt sanfter Rundungen. Dadurch fühlt sich das iPad Pro anders an als die Vorgänger.

Wie bei den Telefonen wurde der Home-Button gestrichen und durch die Gesichtsentsperrung Face ID ersetzt. Diesmal allerdings ohne Notch, also ohne die unschöne Aussparung am oberen Bildschirmrand. Weil man das iPad im Gegensatz zum Smartphone mal vertikal, mal horizontal hält, mussten die Apple-Ingenieure die Gesichtserkennung so anpassen, dass sie auch im Querformat funktioniert. Wie gut das klappt, konnten wir leider noch nicht ausprobieren.

Wie auf den iPhones benötigt man neue Wischgesten, um eine möglichst flüssige Bedienung zu erreichen. Im ersten Eindruck gingen die leicht von der Hand. Doch auch hier wird erst ein umfangreicher Test zeigen, wie intuitiv die Bedienung des XXL-Screens wirklich ist.

Ruhe in Frieden, Klinkenbuchse

Apropros Screen: Der Bildschirm, der bis auf einen schmalen schwarzen Rand die gesamte Front bedeckt, ist allein aufgrund der schieren Größe ein Hingucker. Laut Apple handelt es sich um ein "Liquid Retina"-Display, wie es auch im iPhone XR verbaut ist. Die Pixeldichte des iPad Pro liegt bei 264 pixel pro inch, das entspricht den vorherigen Retina-iPads. Einzelne Bildpunkte sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Schrift wirkt gestochen scharf, das Bild war selbst in der sehr hell ausgeleuchteten Hands-on-Area stets gut erkennbar.

Was in der Keynote nicht erwähnt wurde: Der Kopfhörer-Anschluss wurde bei den neuen iPads abgeschafft. Warum, weiß nur Apple. Viel weitreichender ist der Wechsel von Lightning auf USB-C. Die neue Buchse ermöglicht neue Einsatzszenarien, so kann man eine Kamera oder einen zusätzlichen Monitor direkt an das iPad anschließen, sofern dieser einen Display-Port besitzt. Externe Festplatten werden allerdings (noch) nicht unterstützt.

Durch die neue Buchse ist der alte Apple Pencil nicht mehr kompatibel, weshalb es nun ein verbessertes Modell gibt. Der neue Stift lässt sich magnetisch am Rand des iPads befestigen und dort drahtlos aufladen. Das Rumhantieren an der Ladebuchse gehört somit der Vergangenheit an. Der Stift hat außerdem eine touchsensitive Oberfläche, mit einem Doppeltipp kann man Befehle in kompatiblen Apps ausführen - in Zeichen-Anwendungen wechselt man so etwa vom Stift auf den Radiergummi. Eine nette Neuerung, bei der Apple aber auf die Mithilfe der Entwickler angewiesen ist. 

Der Apple Pencil lässt sich magnetisch befestigen und drahtlos laden.

Der Apple Pencil lässt sich magnetisch befestigen und drahtlos laden.

Der schnellste Chip wird noch schneller

Angetrieben werden die neuen iPads vom A12X-Chip. Dabei handelt es sich um eine aufgemotzte Version des aktuellen iPhone-Prozessors. Der ist laut Apple je nach Anwendung zwischen 35 und 90 Prozent schneller als beim vorherigen iPad. Auch die Grafikleistung ist enorm gestiegen. Wie viel, werden Benchmarks in ausführlichen Tests zeigen. Dem Konzern zufolge liegt das iPad Pro auf Augenhöhe mit der Xbox One S, einer vollwertigen Konsole. Das neue iPad Pro ist somit auch als Kampfansage an Nintendo und Co. zu verstehen. Aber auch Grafiker und Designer dürften die Leistung mit Software wie Adobe Photoshop, Affinity Photo und AutoCAD ausreizen. Mit "normalen" Apps und Spielen bringt man das neue iPad längst nicht mehr an seine Leistungsgrenze. 

Fazit: Viele Neuerungen für viel Geld

Viel Leistung, ein kompakterer Formfaktor, neue Schnittstellen, smarteres Zubehör: Apple hat sein iPad neu erfunden. Aus dem Konsumgerät wurde ein Gerät, das es in vielerlei Hinsicht mit einem Laptop aufnehmen kann. Dass Apple sich mit den neuen iPads nicht vornehmlich an Ottonormalnutzer richtet, zeigt nicht nur der Namenszusatz "Pro", sondern auch der Preis. Bekommt man das reguläre iPad bereits für 300 Euro, muss man für das Pro-Modell fast dreimal so viel auf den Tisch legen.

Los geht es bei 879 Euro für das 11-Zoll-Modell mit Wlan und 64 Gigabyte, das Modell mit einem Terabyte Speicher kostet 1709 Euro. So viel Platz dürften aber nur hauptberufliche Layouter, Fotografen oder Musiker auf ihrem Tablet benötigen. Der Aufpreis für das 12,9-Zoll-Modell liegt bei 220 Euro.

Für den neuen magnetischen Apple Pencil werden noch einmal 135 Euro fällig. Auch die smarte Tastaturhülle gibt es nicht umsonst, sie kostet knapp 200 Euro - es dürfte allerdings auch günstigere Modelle von Drittherstellern geben. Mit voller Ausstattung kratzt man schnell an der 2000-Euro-Marke. 

Eine andere Strategie als Microsoft

Für Apple wird das neue iPad Pro ein wichtiger Baustein in der Unternehmensstrategie. Denn nach Jahren des Rückgangs gelang dem Konzern im Tablet-Markt zuletzt ein Schritt zurück in die Wachstumszone. Im vergangenen Quartal hatten 28,2 Prozent aller weltweit verkauften Tablets einen angebissenen Apfel auf der Rückseite, errechnete Strategy Analytics. Das sind so viele wie seit 2013 nicht mehr. Für den Großteil des Absatzes sorgte zwar das günstige iPad, die Gewinne erzeugt Apple allerdings erfahrungsgemäß mit den Premiummodellen.

Zwar ist der Tablet-Markt nicht so groß geworden, wie es sich der Konzern vor vielen Jahren erträumt haben dürfte. Dafür ersetzen die Nutzer ihre Tablets zu selten, im Gegensatz zu Smartphones. Doch im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern immer noch mehr iPads, als alle PC-Hersteller zusammen Notebooks. Mit den neuen, auf Leistung getrimmten Geräten könnte dieser Trend weiter befeuert werden.

Als größter Konkurrent im Tablet-Bereich gilt Microsoft mit seinen Surface-Modellen. Der Windows-Hersteller hält ebenfalls große Stücke auf die Tablet-Branche und zielt vor allem auf die Büro-Arbeiter. Apple will mit seinem Power-Flachmann dagegen die Kreativen erreichen, die auch unterwegs ohne Abstriche bei der Leistung arbeiten wollen. Ob diese Strategie aufgeht, werden die nächsten Quartale zeigen.

Update: In der ersten Version des Artikels hieß es, das iPad Pro sei schneller als die Xbox One X. Korrekt ist die Xbox One S.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.