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Back in Black: Die Schallplatte kommt zurück - und zwar besser als je zuvor

In Österreich wird gerade die Schallplatte der Zukunft entwickelt. Sie klingt nicht nur besser, sondern schont auch noch die Umwelt. Bereits nächstes Jahr wird es losgehen.

Picture Alliance

Früher präsentierten Musikliebhaber stolz ihre prall gefüllten CD-Regale. Doch im Zeitalter von Spotify und Apple Music hat der Besitz von Musik an Glanz verloren. Wozu noch Alben kaufen, wenn heute jeder auf dem Smartphone Zugriff auf mehr als 40 Millionen Songs haben kann, denken sich immer mehr.

Während die Zugriffsraten von Streamingdiensten explodieren, bildet sich aber auch eine Gegenbewegung. Trotz aller Digitalisierung verzeichnet die Schallplatte seit Jahren konstante Zuwachsraten. 2017 wurden allein in Deutschland 3,3 Millionen Vinyls verkauft, der Umsatz lag bei 74 Millionen Euro. So viele Platten wurden seit den Neunzigern nicht mehr verkauft. Während die CD-Verkäufe Jahr für Jahr wegbröckeln, mausert sich die Schallplatte zum Liebhaberstück.

DIe Vinyl wird hochauflösend

Und der Siegeszug könnte weiter anhalten: In Österreich arbeitet man mit Hochdruck an der Schallplatte der nächsten Generation. Die Firma Rebeat möchte im kommenden Jahr die High Definition Vinyl, kurz HD Vinyl, auf den Markt bringen. Das Start-up gab nun bekannt, dass es eine Finanzspritze in Höhe von 4,8 Millionen Euro erhalten hat, womit die Technik zur Marktreife gebracht werden soll. Zahlreiche große Labels hätten bereits Interesse an der HD Vinyl bekundet, erklärte der Gründer Günter Loibl dem Portal "Futurezone". Im Sommer 2019 sollen die ersten HD-Vinyl-Platten in den Handel kommen.

Die neuen, verbesserten Platten decken einen größeren Frequenzbereich ab, außerdem passen bis zu 30 Prozent mehr Ton-Informationen auf die Platte. Die Produktion läuft grundlegend anders als bei herkömmlichen Schallplatten: Die Audiodaten werden zunächst von einem Konstruktionsprogramm aufbereitet, anschließend schreibt ein Laser die Daten auf die Pressmatrize. Das ist nicht nur genauer, sondern geht auch deutlich schneller als das herkömmliche Herstellungsverfahren mit Schneidemaschinen aus den 60ern, die mechanisch die Toninformationen in die Matrize kratzen. Weil weniger Chemikalien zum Einsatz kommen und die Pressmatrizen länger verwendet werden können, wird durch die neue Technik die Umwelt geschont.

Ein weiterer Vorteil: Die neuen HD-Schallplatten sollen auch mit alten Abspielgeräten kompatibel sein, verspricht der Rebeat-Chef.

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