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Facebook-Post US-Ärztin: Sterbende Corona-Patienten bitten verzweifelt um Impfung – "aber es ist zu spät"

Beatmeter Patient im Krankenhaus
Covid-19-Patient am Beatmungsgerät
© Jae C. Hong/AP / DPA
In den USA sterben vor allem ungeimpfte Personen an Covid-19. In den Krankenhäusern spielen sich teils dramatische Szenen ab, berichtet eine Ärztin – weil viele Patient:innen die Impfung zunächst abgelehnt hätten.

In den USA macht in der Corona-Krise ein neues Schlagwort die Runde: die "Pandemie der Ungeimpften". So bezeichnete Präsident Joe Biden vergangene Woche die Lage in den Vereinigten Staaten. Auch die Chefin der US-Gesundheitsbe­hörde CDC, Rochelle Walensky, benutzte diesen Begriff. Fast alle Menschen, die sich derzeit infizieren und sterben, seien ungeimpft, sagte Biden.

Wie das aussieht, erfährt die Ärztin Brytney Cobia aus dem Bundesstaat Alabama fast täglich. Sie arbeitet in einem Krankenhaus und behandelt dort besonders schwere Covid-19-Fälle. Ihre Erfahrungen, die sie in einem Facebook-Post geteilt hat, bestätigen die Aussagen von Biden und anderen Verantwortlichen – und sind gleichzeitig ein eindringlicher Aufruf, sich impfen zu lassen.

Auf ihrer Station spielen sich dramatische Szenen ab, vor allem wenn Covid-19-Patient:innen an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müssen. "Eines der letzten Dinge, die sie tun, bevor sie intubiert werden, ist, mich um eine Impfung zu bitten", berichtet Cobia. Doch die Ärztin kann dann nur noch wenig für die Erkrankten tun: "Ich halte ihre Hand und sagen ihnen, dass es mir leid tut, aber zu spät dafür ist."

Vor allem Ungeimpfte sterben an Covid-19

Viele dieser Menschen sterben, erklärte Cobia dem Lokalmedium "Al.com" – und oft sind es Personen im mittleren oder jungen Alter. Geimpfte Infizierte könnten dagegen, selbst wenn sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, schnell wieder entlassen werden und würden sich vollständig erholen. 

Leider kann vielen der Patient:innen nicht mehr geholfen werden, doch Brytney Cobia versucht zumindest, die Angehörigen von der Impfung zu überzeugen. "Ich umarme die Familienmitglieder und sage ihnen, dass sie den Verstorbenen die größte Ehre erweisen, wenn sie sich impfen lassen und andere dazu ermutigen", schreibt die Ärztin auf Facebook. Viele würden Falschmeldungen über die Impfung glauben oder hätten Covid-19 als Krankheit unterschätzt. "Sie wünschen sich, dass sie zurückgehen könnten. Aber das geht nicht."

Neuinfektionen in den USA steigen wieder stark an

"Es ist noch nicht zu spät, aber es könnte eines Tages so sein", warnt Cobia mit eindringlichen Worten. Zwar treffe jede:r eine eigene Entscheidung, ob er oder sie sich impfen lassen wolle oder nicht – aber Impfverweigerer sterben zu sehen, geht ihr dennoch nahe. "Sie sind immer noch Menschen, die denken, dass sie die beste Entscheidung getroffen haben mit den Informationen, die ihnen zur Verfügung standen", sagte Cobia "Al.com". "Und dann sieht man ihre Angst und ihr Bedauern. Selbst wenn ich in den Raum gehe und denke: 'Das ist deine eigene Schuld', wenn ich wieder rausgehe, sehe ich einen Menschen, der wirklich leidet."

Long-Covid-Patient berichtet halbes Jahr danach von Krankheitsfolgen

Vor allem aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante steigen die Neuinfektionen in den USA wieder stark an. Laut CDC ist die Variante für mehr als 80 Prozent der Infektionen verantwortlich. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion bleibt allerdings relativ stabil. Bislang haben 56,3 Prozent der US-Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, 48,8 Prozent gelten als voll geimpft.

Quellen: Brytney Cobia auf Facebook / "Al.com"

epp

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