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Gesundheitsrisiko: Enorm hohe Dosierungen: Stiftung Warentest warnt vor Vitaminpillen

Pillen und Tabletten mit Vitaminen gelten als gesund. Stiftung Warentest zeigt jedoch: In bestimmten Fällen könnten sie der Gesundheit schaden. Viele Präparate sind demnach deutlich zu hoch dosiert. 

Stiftung Warentest prüft Vitaminpräparate

Vitamin C für das Immunsystem oder Vitamin A für die Augen: Supplemente haben ein gutes Image. Wer sie schluckt, will seinen Körper unterstützen, Krankheiten vorbeugen oder Mangelerscheinungen verhindern. Unter Umständen können die Vitaminzusätze jedoch schaden - das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest. Die Prüfer haben 35 Präparate im Einzelhandel oder Online gekauft und untersucht, wie viel Vitamin in den einzelnen Proben steckt. Das Ergebnis: 26 Proben überschritten laut Packungsangaben die empfohlenen Tages-Höchstdosierungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Zehn Proben waren sogar "drastisch hoch dosiert", so Warentest.

Das birgt Risiken: "Bei mehreren der Vitamine kann eine Überdosis Nebenwirkungen haben oder krank machen", schreiben die Prüfer. Das gelte insbesondere für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Sie können sich im Körper anreichern.

Nierensteine und umstrittener Nutzen

Auffällig: Die im Internet gekauften Präparate wiesen besonders hohe Dosierungen auf. Acht von zehn bestellten Mitteln überschritten die Empfehlungen "deutlich bis drastisch", so Warentest. Das Präparat "Life Extension Super K" lieferte gleich das knapp 34-Fache der empfohlenen Höchstmenge an Vitamin K.

Vitamin C ist in der Erkältungszeit beliebt, der Nutzen entsprechender Präparate jedoch umstritten. Rund 100 Milligramm des Vitamins braucht ein Erwachsener am Tag, Raucher und Stillende etwas mehr. Als empfohlene Höchstmenge gelten 225 Milligramm am Tag. Diese Dosis wird im Test bei fünf der sieben Präparate überschritten, unter anderem bei den Mitteln "Abtei Vitamin C 600 Forte" und "Doppelherz Vitamin C + Zink". Große Mengen des Vitamins "können die Verdauung stören", heißt es seitens Stiftung Warentest. Außerdem erhöhe Vitamin C wohl das Risiko für Nierensteine, vor allem bei Männern.

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Ein ähnliches Bild zeigt sich beim "Sonnenvitamin" D: Hier sind drei der getesteten sieben Präparate "auffällig", schreibt Warentest. Idealerweise sollten sie 20 Mikrogramm pro Tagesdosis enthalten, liefern aber das Doppelte, unter anderem das Mittel "Tetesept Vitamin D3 1500 I.E.". Überdosiertes Vitamin D können ebenfalls zu Nierensteinen und -schäden führen, warnt Warentest. Das Vitamin ist natürlicherweise etwa in fettem Seefisch wie Lachs oder auch Eigelb enthalten.

Wann sind Vitaminpräparate sinnvoll?

Für bestimmte Bevölkerungsgruppen können Supplemente sinnvoll sein: Fachgesellschaften empfehlen für Säuglinge beispielsweise die Zufuhr von Vitamin K und für Babys im ersten Lebensjahr Vitamin D. Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere sollten zudem Folsäure zuführen. 

Vitaminpillen nach dem Gießkannenprinzip einzunehmen, sei dagegen "keine gute Idee", warnt Warentest. In künstlicher Zufuhr könnten die Mittel mehr Schaden als Nutzen bringen, zumal bereits viele Lebensmittel mit den Stoffen angereichert seien, was das Risiko einer Überdosierung birgt.

Das Fazit der Prüfer: "Wer sich vielseitig ernährt, bekommt alles, was er braucht." Dazu zählen: Obst, Gemüse, Speiseöl, Vollkornprodukte, Fisch und Fleisch. Überdosierung? Ausgeschlossen.

Den vollständigen Test mit allen geprüften Präparaten gibt es gegen Gebühr hier.

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