Studie Heroin auf Rezept


Vor etwa drei Jahren wurde in sieben deutschen Städten eine Studie begonnen, in der Heroinabhängigen die Droge kontrolliert vom Arzt verabreicht wurde. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Sonntag vorab berichtete, zeigt die Untersuchung, dass Suchtkranke, die Drogen auf Rezept erhalten, gesünder leben und weniger Verbrechen begehen. Zu vergleichbaren Ergebnissen seien auch Vorgängerstudien in der Schweiz und in den Niederlanden gekommen. Bonn, Karlsruhe, Köln, München, Frankfurt am Main, Hamburg und Hannover hatten an der Studie teilgenommen.

Der Suchtbeauftragte der Bundesärztekammer, Ingo Flenker, gehe davon aus, dass "zwischen 4000 und 6000 Betroffene" für eine staatliche Heroinbehandlung in Frage kämen, wenn Heroin als Fertigarzneimittel zugelassen würde. Unzufriedenheit über die anhaltende Belastung des kommunalen Budgets äußerte der zuständige Amtsleiter in Bonn, Dieter Liminski. In Bonn sei die eigentliche Untersuchungsphase abgeschlossen. Doch für die weitere Betreuung der Untersuchungsteilnehmer zahle die Stadt bis mindestens März 2006 "auf ein Jahr umgerechnet 300.000 Euro", wurde Liminski zitiert.

DPA


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