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Studie So krank macht Ihr Beruf


Handwerker oder Sachbearbeiter, Bayer oder Brandenburger - wie oft wir krank sind, hängt laut einer Studie auch von Job und Region ab. Unsere interaktive Grafik zeigt Ihnen, wie krank Ihr Beruf macht.
Von Alexandra Mankarios

Sie sind Metallarbeiter und leben in Mecklenburg-Vorpommern? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie 2013 etwa drei Wochen lang krankgeschrieben waren. Sind Sie lediglich rund zehn Tage im Job ausgefallen, dann leben Sie vermutlich in Süddeutschland und arbeiten in einem Bürojob.

Diese Zusammenhänge legt zumindest der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse nahe. Darin nimmt die Versicherung die Krankschreibungen ihrer 14,1 Millionen Mitglieder im Jahr 2013 unter die Lupe. Die Studie zeigt: Beruf und Wohnort haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie lange sich Arbeitnehmer in Deutschland krankmelden. Im Gesamtdurchschnitt mussten Männer 2013 an 13,2 Tagen das Bett hüten. Frauen liegen noch etwas darüber: Sie ließen sich an 16,3 Tagen krankschreiben.

Krankheitsdauer ist Jobfrage

In den einzelnen Berufsgruppen schwanken die Zahlen erheblich: Während im Handwerk die Krankenstände mit bis zu 24,7 Tagen (bei Frauen in Metallberufen) deutlich über dem Durchschnitt liegen, ließen sich Angestellte in Bürojobs nur an wenigen Tagen krankschreiben. So fehlten zum Beispiel Männer in Verwaltungsberufen bzw. im sozial- oder wirtschaftswissenschaftlichen Bereich gerade einmal 9,1 Tage.

Die starken Schwankungen haben vermutlich mehrere Gründe. Im handwerklichen Bereich ist die Verletzungsgefahr von vornherein höher als am Schreibtisch. Hinzu kommen längere Ausfallzeiten: Mit einem verstauchten Fuß kann man zwar problemlos einen Telefonhörer halten, aber nicht unbedingt auf einem Baugerüst balancieren.

Süd-Ost-Gefälle

Auch zwischen den einzelnen Bundesländern sind die Unterschiede groß. Über 18 Tage blieben die Menschen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt dem Job krankheitsbedingt fern - etwa sechs Tage mehr als Arbeitnehmer in Bayern oder Baden-Württemberg. Auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen die Zahlen über dem Durchschnitt.

Arbeitslosigkeit ist ungesund

Eine Gruppe von Versicherten fällt in der Studie besonders heraus: Versicherte, die Arbeitslosengeld I beziehen. Sie meldeten sich noch einmal deutlich häufiger krank als selbst die Arbeitnehmer in den Berufsgruppen mit hohen Krankenständen: Rund 26,9 Tage ließen sich ALG-1-Bezieher 2013 vom Arzt arbeitsunfähig schreiben. Arbeitslose Frauen waren sogar an durchschnittlich 30,5 Tagen krankgemeldet.


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