HOME

Suchtstoffe: Das ABC der Rauschmittel

Die hierzulande wichtigsten Drogen im Steckbrief: woraus sie bestehen, wie sie wirken und welche Gefahren von ihnen ausgehen.

Alkohol

Die wissenschaftlich Ethanol genannte Droge macht scheinbar zwanglos, frei und wirkt zunächst anregend, später betäubend. In hoher Dosis kommt es zu Gleichgewichts- und Sprachstörungen und Orientierungslosigkeit. Eine schwere Vergiftung führt durch Atemlähmung zum Tod. Alkohol macht körperlich und psychisch abhängig.

Amphetamine und ihre Abkömmlinge

(Ecstasy, Meth, Speed u. a.) Die meist in Pillen gehandelten chemischen Substanzen putschen auf, steigern Aufmerksamkeit und Rededrang. Nach dem Rausch folgen extreme Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafen ist aber oft unmöglich. Typische Langzeitfolgen: Panikattacken, Depression, Schlafstörungen, paranoide Psychose. Amphetamine machen schnell psychisch abhängig, besonders Ecstasy führt häufig zu Gedächtnisstörungen und bleibenden Gehirnschäden.

Benzodiazepine

(z. B. Tavor, Valium, Lexotanil) Die rezeptpflichtigen Beruhigungs- und Schlafmittel wirken angstlösend, emotional entspannend, aggressionsdämpfend und schlaffördernd. Es können Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen auftreten und schon nach wenigen Tagen Entzugssymptome wie Schlaf- und Angststörung, Krämpfe oder ein Delirium. Eine Abhängigkeit entsteht innerhalb weniger Wochen.

Cannabis

Die Substanz Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) ist Hauptwirkstoff der Hanfpflanze. Gehandelt werden deren getrocknete Blüten- oder Pflanzenspitzen (Marihuana) und ein gepresstes Harz (Haschisch). THC wirkt mild halluzinogen, euphorisierend und verändert die Wahrnehmung. Der Kreislauf läuft auf Hochtouren, ein Kollaps ist möglich. Langfristige Folgen können geschädigte Atemwege, eine Blockierung der seelischen Reifung, seltener eine Psychose sein. Die Substanz erzeugt eine psychische Abhängigkeit.

Crack

Das Gemisch aus Kokain, Natron (z. B. aus Backpulver) und Wasser wirkt ähnlich wie Kokain, aber deutlich stärker. Konsumenten rauchen es in speziellen Pfeifen oder erhitzen es auf Alufolie und inhalieren den Dampf. Die Droge bewirkt einen extremen körperlichen Verfall, schädigt besonders Gebiss, Atemwege, Leber und Hirn.

Engelstrompete

Getrocknete Blüten und Blätter des Nachschattengewächses werden als Tee zubereitet oder geraucht. Typisch für den Rausch der Wirkstoffe Skopolamin und Hyosycamin sind Fieberträume und Halluzinationen, die mitunter mehrere Tage andauern können. Weitere Begleiterscheinungen sind extrem erweiterte Pupillen, Schluckbeschwerden, hochroter Kopf, Harnsperre, Herzrasen und aggressives Verhalten. Der Übergang ins Delirium mit Herztod ist schnell möglich.

GHP

Gamma-Hydroxybutyrat ist ein Narkosemittel. Missbräuchlich genutzt wird es nicht nur als Rauschdroge, sondern, weil es Wachstumshormone stimuliert, auch von Bodybuildern. Die auch flüssiges Ecstasy, Liquid X oder Gamma genannte Substanz wird in Cocktails gemischt oder als Tablette geschluckt. GHB euphorisiert, berauscht, erhöht die Sensibilität und das Kontaktbedürfnis. Die Motorik ist beeinträchtigt, oft wird Konsumenten übel. Schon bei leichter Überdosierung kann es zu schlagartiger Bewusstlosigkeit kommen. Bei regelmäßigem Gebrauch entsteht eine psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit.

Halluzinogene Pilze

Die Wirkstoffe der Pilze Psilocybe, Stropharia, Copelandia werden getrocknet, als Pulver gegessen oder als Gelatinekapseln geschluckt. Typisch ist ein euphorisierter Zustand mit Halluzinationen, die sich im Dunkeln und bei geschlossenen Augen verstärken. Später lösen die "Magic Mushrooms" Müdigkeit, Kopfweh, Ameisenkribbeln, Schwindel und einen abfallenden Blutdruck aus. Bisher ist keine Abhängigkeit bekannt, bei regelmäßigem Gebrauch werden für die gleiche Wirkung aber höhere Dosen nötig.

Heroin

Sein Wirkstoff Diacetylmorphin wird aus Rohopium des Schlafmohns gewonnen. Die Droge wirkt sofort stark euphorisierend, angstlösend, schmerzlindernd, schlaffördernd und verschafft ein extremes Hochgefühl. Heroin beeinflusst Kreislauf und Stoffwechsel massiv, macht schnell und stark körperlich abhängig. Es folgt ein Verfall des Körpers. Der Entzug mit grippeähnlichen Symptomen dauert tagelang.

Ketamin

Das Kurznarkosemittel wirkt, als Droge missbraucht (Szenenamen sind z. B. Special K, Vitamin K), zunächst schmerzlösend, es folgt ein Dämmerzustand mit bizarren psychischen Erlebnissen. Typisch sind dissoziative Halluzinationen, als sei der Geist vom Körper getrennt. Ketamin macht teilnahmslos, in hohen Dosen bewusstlos, bei regelmäßigem Gebrauch psychisch abhängig.

Kokain

Die Droge wird aus Blättern des Kokastrauches gewonnen. Sie wirkt berauschend, betäubend, senkt das Hunger- und Schlafbedürfnis sowie sexuelle Hemmungen. Anfänglich steigert sie auch die Antriebskraft. Später folgt ein depressives Stadium mit Ängsten, Müdigkeit, Schuld- und Suizidgedanken. Regelmäßiger Gebrauch führt zu Störungen des Zentralen Nervensystems, Gewichtsabnahme, Krampfanfällen, Halluzinationen. Die psychische Abhängigkeit entwickelt sich schnell.

GesundLeben

Wissenscommunity