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Tod nach HPV-Impfung: Mädchen litt angeblich unter einer Vorerkrankung

Ein britisches Mädchen ist kurz nach einer Impfung gegen HP-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, gestorben. Die 14-Jährige hatte laut Obduktion allerdings eine ernste Vorerkrankung.

Ein Mädchen ist in Großbritannien nach der HPV-Impfung gestorben

Ein Mädchen ist in Großbritannien nach der HPV-Impfung gestorben

Der plötzliche Tod einer 14-jährigen Britin nach einer Impfung ist laut Erkenntnissen der Behörden sehr wahrscheinlich nicht auf die Spritze zurückzuführen. Die Spritze soll vor eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren schützen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Bei dem Mädchen habe ein ernsthaftes gesundheitliches Problem vorgelegen, das vermutlich den Tod ausgelöst habe, erklärte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörden von Coventry. Um welches es sich handelte, wurde nicht bekannt gegeben. Auf weitere Testergebnisse werde noch gewartet.

Die 14-Jährige schien vor der Injektion gesund. Sie war am Montag jedoch wenige Stunden nach der Impfung gestorben. Die Charge des Vakzins Cervarix, mit dem die Jugendliche in ihrer Schule geimpft worden war, wurde nach Angaben der Gesundheitsbehörden gesperrt. Mehrere andere Mädchen der Schule in Coventry sollen sich nach der Impfung ebenfalls unwohl gefühlt haben. Die HPV-Impfung wurde in Großbritannien im vergangenen Jahr eingeführt und bislang mehr als 1,4 Millionen mal verabreicht

Die Impfung ist in Deutschland für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren vorgesehen. Plötzliche ungeklärte Todesfälle kämen in jeder Altersgruppe vor, hatte das Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt bereits früher erläutert. Demnach waren im Jahr 2006 nach der amtlichen Statistik 22 von 2,3 Millionen Frauen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gestorben, ohne dass sich eine Ursache ermitteln ließ. Bei der Impfung eines großen Teils dieser Bevölkerung sei daher schon rein zufällig mit derartigen Todesfällen zu rechnen, die sich kurz nach einer Impfung ereignen.

Cervarix soll wie das Konkurrenzprodukt Gardasil des US-Konzerns Merck vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Weltweit sterben jedes Jahr etwa 280.000 Frauen an der Krankheit, davon etwa 1000 in Großbritannien. Cervarix ist in 98 Staaten zugelassen und Gardasil in 112. In Deutschland stehen beide Impfstoffe zur Verfügung.

Der am Montag aufgetretene Todesfall kommt für Glaxo zu einem kritischen Zeitpunkt: Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA steht vor einer Entscheidung, ob Cervarix in den USA auf den Markt kommen soll. Merck erzielt mit Gardasil inzwischen einen Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Dollar.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters

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