Vorsorge Grippewelle im Anmarsch


Wegen des Wintereinbruchs hat die Grippewelle in Teilen Europas bereits Ausmaße einer Epidemie angenommen. Experten raten zum schnellen Impfen.

In Deutschland gibt es erste Anzeichen für eine nahende Grippewelle. Die Viruszirkulation habe zugenommen, und vor allem in Süddeutschland sei die Zahl der Erkrankungsfälle deutlich gestiegen, sagte Andrea Grüber von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Mittwoch in Marburg. Besonders Kinder und Jugendliche hätten häufiger den Arzt aufgesucht. "Es wäre aber verfrüht zu sagen, dass wir am Anfang einer Grippewelle stehen."

Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranke sollten sich "ganz, ganz rasch" impfen lassen, riet Grüber. "Es ist nicht abzusehen, wie die Entwicklung in den nächsten zwei Wochen verläuft - und so lange dauert es, bis sich der Impfschutz aufbaut." Nach AGI-Angaben hat sich die Grippe in Spanien bereits festgesetzt. Auch Portugal habe einen steilen Anstieg der Erkrankungszahlen gemeldet, berichtete die Grippe-Expertin.

In Holland, Belgien, England und der Schweiz habe die Influenza mittlerweile das Ausmaß einer Epidemie angenommen, sagte der Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, Peter Wutzler, in Jena. Wegen der starken Kälte werde seit einigen Tagen auch Italien von einer starken Grippewelle erfasst. Rund 1,5 Millionen Italiener seien erkrankt, zu 40 Prozent Kinder. "Die Grippesituation in den anderen europäischen Ländern zeigt, dass es auch bei uns in den nächsten Wochen losgehen kann."

DPA


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