HOME

Weltaidskonferenz: Forscher fordern frühere Behandlung

Eine schnellere Therapie mit Virushemmern könnte HIV-Infizierten langfristig helfen, berichten Forscher zum Beginn der Weltaidskonferenz. Doch es fehlt das Geld, um alle Betroffenen weltweit zu versorgen.

Mit einer Studie über die Behandlung von HIV-Patienten haben US-Forscher die Stoßrichtung der Weltaidskonferenz in Wien vorgegeben. Ihre Empfehlung, früher mit antiviralen Therapien zu beginnen, dürfte neben einem Impfstoff gegen HIV und vorbeugenden Maßnahmen einer der Schwerpunkte des Treffens sein, das am Sonntagabend begann.

In ihrer neuen Studie legte die Wissenschaftlergruppe dar, dass eine Behandlung von HIV-Patienten noch vor Auftreten erster Symptome langfristig die Sterberate senkt. Die Medikamente zur Unterdrückung des HI-Virus, der das Immunsystem angreift, führten bei frühzeitiger Anwendung auch zu einem weniger schweren Verlauf der Krankheit Aids. Die Forscher schließen aus ihrer Untersuchung, die auch in der US-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" veröffentlicht wurde, das vor allem Schwangere, Ältere und Infizierte, die gleichzeitig etwa an Hepatitis leiden, frühzeitig therapiert werden sollten.

Auf der Weltaidskonferenz tagen bis Freitag 20.000 Forscher, Ärzte, Politiker und Vertreter verschiedener Organisationen. Die Fachleute wollen unter anderem über einen besseren Einsatz der Virenhemmer beraten. Weltweit sind derzeit mehr als 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, in Deutschland sind es rund 67.000. Jährlich sterben rund zwei Millionen Menschen an der Krankheit.

Es fehlen mehr als elf Milliarden Dollar

Eine zeitigere Behandlung mit Virenhemmern stellt die Länder jedoch vor Herausforderungen. Nach Schätzungen des UN-Aidsprogramms (Unaids) werden in diesem Jahr rund 25 Milliarden Dollar (rund 19,3 Milliarden Euro) im Kampf gegen Aids benötigt. Derzeit fehlen dazu einer Analyse des US-Magazins "Science" zufolge allerdings 11,3 Milliarden Dollar. Zwei Drittel der weltweit mit HIV Infizierten leben in Afrika südlich der Sahara, wo die Ausstattung mit Ärzten und Laboren ohnehin dürftig ist.

Derzeit würden etwa fünf Millionen mit HIV lebende Menschen behandelt, während 11 bis 14 Millionen keinen Zugang zu Medikamenten hätten, hatte Mats Ahlund, Direktor des Organisationsbüros der Internationalen Aids-Gesellschaft, vor dem Kongress betont.

AFP/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity