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Weniger HIV-Neuinfektionen: Vorbeugung gegen Aids zeigt Wirkung

Die Aids-Programme der Vereinten Nationen haben offenbar Erfolg: Sowohl die Zahl der Neuinfektionen, als auch die Zahl der Aids-Todesfälle sind laut einem UN-Bericht zurückgegangen. In Deutschland ist die Zahl der HIV-Infektionen seit drei Jahren stabil.

In Deutschland bleibt die Zahl der Aids-Infektionen unverändert hoch: Bundesweit haben sich in diesem Jahr etwa 3000 Menschen mit dem Immunschwächevirus HIV angesteckt, schätzt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI). Insgesamt leben derzeit rund 67.000 HIV-Infizierte in Deutschland. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist hierzulande seit drei Jahren in etwa stabil, teilte das RKI mitteilte.

"Das Infektionsgeschehen hat sich in den letzten Jahren stabilisiert", teilte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit. Deutschland habe die niedrigste Neuinfektionsrate in Westeuropa. Prävention und Aufklärung zu fördern, sei richtig. "Aber wir müssen gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin hart daran arbeiten, die Zahl der Neuinfektionen zu senken."

Unter den HIV-Infizierten sind homosexuelle Männer weiterhin die größte Gruppe. Schätzungen zufolge leben bundesweit rund 41.400 homosexuelle Männer mit dem Virus. Allerdings infizieren sich weiterhin auch zahlreiche heterosexuelle Menschen. Rund 20 Prozent der Neuinfektionen dieses Jahres gehen auf heterosexuelle Kontakte zurück, schätzt das RKI. Damit blieb der Anteil der heterosexuellen HIV-Neuerkrankten im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich. Insgesamt gibt es rund 9.200 heterosexuelle HIV-Infizierte.

Weltweite Neuinfektionen gehen zurück

Weltweit ist in den vergangenen acht Jahren die Zahl der neuen Aids-Infektionen um 17 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem neuen Weltaidsbericht der Vereinten Nationen hervor, der am Dienstag in Shanghai vorgestellt wurde. In den meisten Regionen mit Ausnahme von Afrika sei die Zahl der HIV-Infektionen, die dann zu Aids führen können, jedoch stabil geblieben. So entfielen im vergangenen Jahr 72 Prozent der insgesamt 2,7 Millionen neuen HIV-Fälle weltweit auf das Gebiet südlich der Sahara in Afrika.

Zudem sind weniger Menschen an der Immunschwäche-Krankheit gestorben: Die Zahl der Aids-Todesfälle sei in den vergangenen fünf Jahren um mehr als zehn Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig haben immer mehr Menschen Zugang zu Aids-Medikamenten bekommen. Somit seien seit 1998 schätzungsweise 2,9 Millionen Menschenleben gerettet worden.

Programme müssen effektiver ausgerichtet werden

Weltweit lebten heute 33,4 Millionen Menschen mit Aids - mehr als je zuvor, unterstreicht der Bericht. Zwei Millionen Menschen seien 2008 an der Krankheit gestorben. Der Rückgang der neuen Infektionen zeige aber, dass Programme zur Verhinderung von HIV-Infektionen Erfolg hätten. "Die gute Nachricht ist, dass der Rückgang, den wir sehen, zumindest teilweise auf Vorbeugung zurückgeht", sagte Michel Sidibé, der Exekutivdirektor des UN-Aidsprogramms Unaids. Doch gingen die Programme häufig am Ziel vorbei und müssten effektiver ausgerichtet werden. Deshalb fordern auch Experten, Spendengelder gezielter einzusetzen.

Weltweit ist HIV für vier Prozent aller Todesfälle verantwortlich, fast ein Viertel der öffentlichen Gelder im Gesundheitsbereich wird aber hierfür ausgegeben. Ein Anstieg der Kosten wird auch erwartet, weil immer mehr Menschen lebensverlängernde Aids-Medikamente erhalten. Der Bericht weist auch darauf hin, dass dort, wo eine Behandlung möglich ist, die HIV-Raten stabil sind oder sogar leicht steigen. Es müsse deshalb noch viel mehr in der AIDS-Prävention getan werden.

DPA/AP / AP / DPA

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