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WHO schlägt Alarm: Europäer werden immer fetter

Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm. Der Grund: Die Europäer nehmen immer mehr an Gewicht zu. Auch die Deutschen legen Jahr für Jahr kräftig an Pfunden zu.

2030 Alltag in Europa Laut WHO werden die Europäer immer fetter.

2030 Alltag in Europa Laut WHO werden die Europäer immer fetter.

Zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer "Übergewichts-Krise enormer Ausmaße". Fettleibigkeit wird in vielen europäischen Ländern zu einem wachsenden Problem, das zeigt eine neue Studie, welche die Organisation anlässlich des Europäischen Kongresses zu Übergewicht in Prag präsentierte. In der Untersuchung verglichen Forscher Daten zu Übergewicht und Fettleibigkeit aus 53 Ländern der Region Europa. Die Ergebnisse sind erschreckend: Bis 2030 werden in manchen Ländern – wie Irland - nur noch wenige Menschen normalgewichtig sein. Selbst in Staaten in denen Fettleibigkeit bisher ein geringeres Problem war, sollen die Zahlen steigen.

Regierungen zum Handeln aufgefordert

Auch die Deutschen werden laut der Studie dicker. Gewichtsprobleme treffen dabei vor allem das männliche Geschlecht. Fast die Hälfte aller Frauen und knapp zwei Drittel der Männer haben den Prognosen der Forscher zufolge im Jahr 2030 mit einem Body-Mass-Index ab 25 Übergewicht. Fast jeder vierte Mann und etwas mehr als jede fünfte Frau könnten dann sogar fettleibig (Body-Mass-Index ab 30) sein.

Auch Griechenland, Spanien, Schweden, Österreich oder Tschechien müssen sich auf viel mehr Übergewichtige einstellen. Im Jahr 2030 könnten doppelt so viele Griechen adipös sein wie noch 2010. Und während 2010 nur 14 Prozent aller schwedischen Männer fettleibig waren, sollen es 2030 mehr als ein Viertel sein. Der Trend zu mehr Pfunden verschont demnach kaum ein Land. "Regierungen müssen mehr tun, um das Marketing für ungesundes Essen zu begrenzen und gesundes Essen erschwinglicher zu machen", fordert Laura Webber vom britischen Gesundheitsforum, das das Projekt gemeinsam mit der WHO in Europa durchgeführt hatte.

Gute Nachrichten aus den Niederlanden

Die Sorgen der WHO scheinen berechtigt: Die Betroffenen leiden oft nicht nur unter gesundheitlichen Problemen. Gerade stark fettleibige Menschen sind oft Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt - etwa doppelt so häufig wie andere Übergewichtige, wie eine Untersuchung von Forschern der Universitätsklinik Leipzig zeigt. Dafür werteten die Autoren mehr als zwei Dutzend internationale Studien aus - auch aus Deutschland. "Die Ergebnisse beweisen, dass die Diskriminierung wegen Fettleibigkeit und ihre negativen Folgen höchst relevante Probleme in der Gesellschaft sind", erklärt Hauptautorin Jenny Spahlholz.

In den Daten der WHO steckt aber zumindest auch eine gute Nachricht: In den Niederlanden werden die Menschen den Annahmen der Forscher zufolge schlanker. Weniger als die Hälfte der Männer dort soll in 15 Jahren noch übergewichtig sein. 2010 waren es 54 Prozent. Im Vergleich zu zehn Prozent im Jahr 2010 sollen zudem nur noch 8 Prozent adipös sein. Statt 13 Prozent kämpfen 2030 auch nur noch neun Prozent der Niederländerinnen mit Fettleibigkeit.

db/DPA / DPA

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