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17-stündiger Griechenland-Krisengipfel: Wie kommt Angela Merkel mit so wenig Schlaf aus?

Fast 20 Stunden rangen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder um eine Lösung in der Griechenland-Krise. Wie schaffen es Spitzenpolitiker nur, mit so wenig Schlaf einen klaren Kopf zu wahren? Der stern fragte einen Schlafexperten.

Interview: Mirja Hammer

Der griechische Premier Alexis Tsipras (m) Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande beim Griechengipfel

Mehr als 17 Stunden auf den Beinen: Der griechische Premier Alexis Tsipras (M) Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande

Marathon ist wohl der richtige Begriff: Was die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hinter sich haben, dürfte nicht nur geistig anstrengend gewesen sein, sondern auch körperlich geschlaucht haben. Seit Samstag verhandeln sie über das dritte Hilfspaket für Griechenland, nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon steht der Kompromiss.

Doch kann man unter Schlafentzug eigentlich noch sinnvolle Entscheidungen treffen? Wie schaffen es manche Menschen nur, mehr Termine in einer Woche wahrzunehmen, als andere im ganzen Jahr? In kürzester Zeit von A nach B nach C zu jetten, wichtige Verhandlungen zu führen, noch wichtigere Entscheidungen zu treffen und das alles, ohne sich dazwischen auszuruhen? Stern sprach mit Hans-Günter Weeß, Psychologe und Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum, über High-Performer und die Frage, ob Menschen mit Schlafmangel überhaupt noch rational entscheiden können.

Herr Weeß, Sie sind Schlafforscher. Brauchen Menschen wie Angela Merkel tatsächlich weniger Schlaf als andere?

Laut einer Allensbach-Studie aus dem Jahr 2011 schlafen 18 Prozent der Führungskräfte und Spitzenpolitiker nicht mehr als fünf Stunden die Nacht. Da zählt Frau Merkel sicherlich auch dazu. Die meisten von ihnen waren aber chronisch übermüdet, denn an wenig Schlaf kann man sich nicht gewöhnen. Es ist genetisch festgelegt, wie viel Schlaf ein Mensch braucht. Da mag es wenige Extremfälle geben, denen drei bis vier Stunden genügen. 75 Prozent der Deutschen schlafen aber zwischen sechs und acht Stunden und das brauchen sie auch um richtig ausgeschlafen zu sein. So auch Angela Merkel - in einem Interview sagte sie mal, dass ihr vier Stunden nicht genügen.

Wer behauptet, er bräuchte nur vier Stunden Schlaf, macht sich was vor?

Ja. Wenig zu schlafen ist modern. Es steht für Dynamik und Erfolg. In der Allensbach-Umfrage wurden die Teilnehmer auch gefragt, ob es denn nötig gewesen sei, so wenig zu schlafen. Viele gingen davon aus, dass sie sonst kein Karriere gemacht hätten. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir rund um die Uhr arbeiten und zur Verfügung stehen müssen. Schläft jemand viel, assoziieren wir damit eher Faulheit und fehlende Einsatzbereitschaft. Im asiatischen Raum ist im Gesetz das Recht auf Schlaf am Arbeitsplatz verankert. In den westlichen Industrienationen sind wir dagegen eine unausgeschlafene Gesellschaft.

Was glauben Sie, wie Menschen wie etwa Angela Merkel High-Performance mit Schlafmangel in Einklang bringen?

Frau Merkel erscheint mir sehr belastbar. Sie muss auch eine gewisse Robustheit besitzen, denn chronischer Schlafmangel ruft normalerweise schon nach zehn Tagen Entzündungsreaktionen im Körper hervor. Man ist dann anfälliger für Erkrankungen oder Übergewicht. Merkel scheint die Fähigkeit zu besitzen, zwischen wichtigen Terminen abzuschalten und es mit Nickerchen im Flieger oder auf der Rückbank zu schaffen, ihre Aufmerksamkeit hochzuhalten. Doch grundsätzlich ist es schwierig, über einen langen Zeitraum wach zu bleiben. Schon nach 17 Stunden Wachsein ist unser Reaktionsvermögen so eingeschränkt, als hätten wir ein halbes Promille Alkohol im Blut. 22 Stunden entsprechen einem Promille.

Sind unausgeschlafene Politiker dann überhaupt in der Lage, wichtige Entscheidungen logisch und rational zu treffen?

Studien belegen, dass lange Wachphasen unsere Entscheidungsfähigkeit einschränken. Der Schlafdruck wird irgendwann so groß, dass wir nur noch eins wollen: ins Bett. Alles andere ist uns egal. Menschen werden vom Frontalhirn gesteuert. Es sagt uns, was vernünftig ist und was nicht und es regelt unsere Triebe und Bedürfnisse. Doch je länger wir wach sind, desto mehr Adenosin - ein Botenstoff, der mit Schlafentzug in Verbindung gebracht wird - bildet sich im Frontalhirn. Wir handeln dann emotionaler, mitunter auch verantwortungsloser, ungesteuerter und unethischer.

Wird Schlafmangel vielleicht auch systematisch als politisches Instrument eingesetzt?

Angela Merkel wird zumindest nachgesagt, dass sie die Müdigkeit anderer einsetzt, um ihre Position durchzubringen. Sie soll Entscheidungen bewusst nach hinten verlegen, um dann selbst erst später zu den Sitzungen dazuzukommen. Die letzten Koalitionsverhandlungen mit der SPD dauerten bis in die frühen Morgenstunden. Jemand hat mal behauptet: Wenn es Schläfrigkeit nicht gäbe, würden sich Politiker niemals einigen. Doch gerade bei wichtigen Themen gehe ich davon aus, dass Politiker vernünftig genug sind, ihre Entscheidungen nicht aus Schlafmangel zu treffen.

Wir bekommen alle mal zu wenig Schlaf. Was hilft, um sich zumindest eine Weile wach und bei Sinnen zu halten?

Fehlender Schlaf ist durch nichts zu ersetzen - außer durch Schlaf. Von Wachmachern rate ich dringend ab. Sie führen meist nur zu einem kurzen Hoch und danach zu einem umso ausgeprägterem Tief. Koffein etwa blockiert die Adenosin-Rezeptoren im Hirn, so werden wir erstmal wach gehalten. Aber wenn das Koffein abgebaut wird, wird umso mehr Adenosin ausgeschüttet. Der Effekt verkehrt sich ins Gegenteil: man wird unendlich müde. Was gegen Schläfrigkeit helfen kann, ist leichte Nahrung mit wenig Fett und wenig Kohlenhydraten, sowie möglichst viel Zeit im Freien und bei hellem Licht zu verbringen.

Mirja Hammer

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(