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Vier Fakten zu Kohlenhydraten Kann Weizen wirklich schaden? Ist Dinkel besser?

Wem kann Weizen schaden? Sind alte Weizenarten besser? Vier Fakten zum Korn.
Wem kann Weizen schaden? Sind alte Weizenarten besser? Vier Fakten zum Korn.
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Die einen könnten nicht ohne leben, die anderen verbannen ihn aus ihrem Speiseplan: Weizen. Doch ist das sinnvoll? Vier Fakten zum Korn.
Von Franziska Rozicki

Wem kann Weizen schaden?

Definitiv gefährlich ist der Weizenkonsum für eine Minderheit der Bevölkerung, nämlich Patienten mit Weizenallergie und Zöliakie. Etwa 0,1 Prozent aller Menschen leiden an einer Allergie gegen Weizen, die sich in Symptomen wie Atembeschwerden und Erbrechen äußert und sogar zum #link;http://www.stern.de/gesundheit/allergie/ueberblick/anaphylaktischer-schock-die-lebensgefaehrliche-allergische-reaktion-585504.html;anaphylaktischen Schock# führen kann. Zöliakie tritt weltweit etwa bei einem von hundert Menschen auf. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung mit Entzündungsreaktion im Dünndarm - sie beruht auf einer Unverträglichkeit des Klebereiweißes Gluten, das allerdings auch in Roggen, Gerste und anderen Getreidearten vorkommt.

Davon abzugrenzen ist die "nicht-zöliakische Glutensensitivität" (NCGS). Sie ist bislang wenig erforscht und lässt sich nur indirekt nachweisen: wenn eine streng glutenfreie Diät zu einer Besserung der zöliakieähnlichen Symptome führt, obwohl weder Zöliakie noch Weizenallergie diagnostiziert wurden. Auslöser und physiologische Details der NCGS sind noch nicht geklärt.

Neben Gluten scheinen auch natürliche Fraßschutz-Stoffe im Getreidekorn, die sogenannten Amylase-Trypsin-Inhibitoren und Weizenkeim-Agglutinine, sowie einige fermentierbare Kohlenhydrate eine Rolle zu spielen. Zudem gibt es Hinweise auf Verbindungen zwischen NCGS und anderen Erkrankungen wie etwa Reizdarmsyndrom und Autismus. Doch diese Theorien erfordern weitere Studien. Die Zahl der Betroffenen mit NCGS wird bisher auf 6 bis 13 Prozent aller Menschen geschätzt. Für den Großteil der Bevölkerung besteht bei Getreideverzehr also kein Risiko.

Sind Kohlenhydrate ungesund?

Es kommt auf die Menge und Qualität an - wer sich nur von weißem Baguette ernährt, tut seinem Körper nichts Gutes. Kohlenhydrate sollten in Maßen verzehrt werden und hauptsächlich in komplexer Form, etwa in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten sowie einigen Obst- und Gemüsearten. So können sie als Teil einer ausgewogenen Ernährung ein guter Energielieferant sein. Gleichzeitig dienen Vollkornbrot, Linsen und andere kohlenhydratreiche Lebensmittel als Quelle für wertvolle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Warum lindert der Verzicht auf Weizen manchmal Beschwerden?

Es kann in der Tat sein, dass eine Glutensensibilität zu Beschwerden geführt hat. Meist geht die Genesung aber auf den Gewichtsverlust zurück: Durch den Weizenverzicht fällt der Verzehr von Weißmehl und vielen Fertigwaren und Süßspeisen weg - das Abnehmen wird leichter. Und das geht oftmals einher mit einer Besserung von Symptomen wie Arthritis, ungünstigen Blutfettwerten und Insulinresistenz. Dass dabei der Weizen selbst eine Rolle spielt, ist nur eine ungesicherte These.

Sind die alten Weizenarten wie Dinkel oder Emmer gesünder?

Manche Wissenschaftler vertreten die Theorie, dass alte Weizenarten wie Emmer, Einkorn und Dinkel verträglicher sind als der gängige Brotweizen. Dieser wurde durch Zucht zu dem widerstandsfähigen, ertragreichen Weizen, der heute angebaut wird. Infolge der Zucht hat er zudem einen höheren Stärkegehalt als seine Verwandten. Deren Körner enthalten dafür im Verhältnis mehr Proteine. Auch ihr Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen ist teilweise höher. Ob sie wegen der anderen Nährstoffzusammensetzung gesundheitliche Vorteile gegenüber Weizen haben, ist wissenschaftlich nicht gesichert.


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