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"Amour" in Cannes: Michael Haneke erhält erneut Goldene Palme

Erneut eine Goldene Palme für Michael Haneke: Der österreichische Regisseur wurde zum Ende des Filmfests in Cannes für seinen Film "Liebe" ausgezeichnet.

Das Drama um Altern und Tod "Amour" ("Liebe") des Österreichers Michael Haneke ist beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Der bewegende Film mit den französischen Schauspielern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva in den Hauptrollen setzte sich damit am Sonntagabend gegen 21 andere Werke durch, die am offiziellen Wettbewerb teilnahmen. Haneke hatte bereits im Jahr 2009 den begehrten Hauptpreis für "Das weiße Band" erhalten. Vorsitzender der Jury war der italienische Schauspieler und Regisseur Nanni Moretti.

In "Liebe" erzählt Haneke in stillen, fast nur beobachtenden Bildern von dem Ehepaar George und Anna, das seit Jahrzehnten miteinander verheiratet ist. Als Anna dann erst einen und später noch einen Schlaganfall erleidet, kümmert sich George liebevoll um sie.

Mads Mikkelsen ist "Bester Schauspieler"

Den Preis für die besten Darstellerinnen erhielten die beiden jungen Rumäninnen Cosmina Stratan und Cristina Flutur für ihre Rollen in dem Film "Beyond the Hills" - einem in einem rumänischen Waisenhaus spielenden Exorzismus-Drama. Die beiden stellen in Mungius Werk zwei junge Frauen dar, von denen die eine die andere aus einem Kloster holen will, weil sie nicht ohne sie leben kann. Doch die orthodoxe Gemeinschaft wehrt sich - mit fatalen Konsequenzen. Der Rumäne Mungiu hatte 2007 die Goldene Palme für das Abtreibungsdrama "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" gewonnen. Der Streifen von Cristian Mungiu erhielt zugleich den Preis für das beste Drehbuch.

Als bester Schauspieler wurde der Däne Mads Mikkelsen für seine Rolle in dem Psychothriller "The Hunt" von Thomas Vinterberg geehrt. In dem Drama von Thomas Vinterberg verkörpert der "James Bond"-Bösewicht Mikkelsen einen Mann, dessen Leben durch die Lüge eines Kindes zerstört wird.

Den Preis für die beste Regie erhielt der Mexikaner Carlos Reygadas für "Post tenebras lux", die Geschichte einer Großstadt-Familie, die ein Leben auf dem Land versucht. Für den besten Debütfilm wurde der US-Amerikaner Benh Zeitlin für "Beasts of the Southern Wild" ausgezeichnet.

Deutschland nur "außer Konkurrenz"

Die Jury zeichnete außerdem die Gesellschaftssatire "Reality" des Italieners Matteo Garrone mit dem Großen Preis der Jury aus. Der britische Regisseur Ken Loach wurde für sein tragikomisches Drama "The Angels' Share" mit dem Preis der Jury geehrt.

Das Filmfest war am 16. Mai mit "Moonrise Kingdom" des US-Regisseurs Wes Anderson eröffnet worden. Außerhalb des Wettbewerbs wurde am Sonntag der letzte Film des kürzlich verstorbenen französischen Regisseurs Claude Miller, "Thérèse Desqueyroux", nach einem Roman von François Mauriac gezeigt. Insgesamt waren während der zwölf Filmtage in Cannes mehr als 90 Werke zu sehen. Deutschland war in diesem Jahr nur außerhalb des offiziellen Wettbewerbs vertreten - mit Fatih Akins "Der Müll im Garten Eden".

swd/DPA / DPA