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Streit um Suhrkamp-Verlag: Der Knall bleibt aus

Letzte Chance für eine außergerichtliche Einigung: Im Kampf um die Macht im Suhrkamp-Verlag haben die verfeindeten Gesellschafter eine letzte Chance zu Gesprächen erhalten.

Prominente Verlagsautoren wie Rainald Goetz oder Andreas Maier warten gespannt auf die Entscheidung. Doch der finale Knalleffekt im Suhrkamp-Drama bleibt am Aschermittwoch im überfüllten Saal 122 des Frankfurter Landgerichts aus. In wenigen juristisch-trockenen Sätzen macht der Kammervorsitzende Norbert Höhne deutlich, dass er den verfeindeten Gesellschaftern des deutschen Renommierverlags noch eine letzte Chance gibt. Bis zum neuen Verhandlungstermin am 25. September können sie sich außergerichtlich zusammenraufen.

Die beiden zerstrittenen Eigentümer, die vor Gericht gegenseitig ihren Ausschluss fordern, sind also wieder am Zug. Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz, die über eine Familienstiftung 61 Prozent der Anteile hält, ist am Mittwoch nicht zum Verkündungstermin erschienen. Ebenso wenig ihr Mitgesellschafter Hans Barlach, dem 39 Prozent gehören.

Dafür freut sich der in Frankfurt wohnende Suhrkamp-Autor Maier: "Wichtig ist, dass wir in den nächsten Monaten wieder in Ruhe arbeiten können." Am Dienstag war bei Suhrkamp in Berlin Programmkonferenz. Das neue Buch von Maier, der sich mit rund 70 Autoren hinter die Verlagschefin stellte, erscheint im Herbst.

Wenig Chancen auf gütliche Einigung

Allerdings sind die sieben Monate bis zum nächsten Gerichtstermin angesichts des langjährigen Machtkampfs nur eine Galgenfrist. Es kommt hinzu, dass alle Vermittlungsbemühungen von außen in den vergangenen Monaten gescheitert sind. Der Hamburger Medienunternehmer Barlach, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, besteht vor möglichen Gesprächen auf dem Rückzug von Unseld-Berkéwicz als Geschäftsführerin.

Die Witwe des ehemaligen Verlagspatriarchen Siegfried Unseld ist dazu aber bisher nicht bereit. Das Landgericht Berlin hat sie zwar als Geschäftsführerin im Dezember abberufen, weil sie rechtswidrig für den Verlag Event-Räume in ihrer eigenen Berliner Villa angemietet und den Mitgesellschafter nicht informiert hat. Dagegen hat die Suhrkamp-Chefin, die 2010 den Verlagsumzug von Frankfurt nach Berlin durchsetzte, Berufung eingelegt.

Hoffnung auf den "weißen Ritter"

"Vielleicht hilft die Frist, dass sie sich einigen", sagt Helmut Markwort nach dem Gerichtstermin. Der "Focus"-Herausgeber sitzt für die Barlach-Fraktion im vierköpfigen Suhrkamp-Beirat, der durch den Streit ebenfalls gelähmt ist. Wie Barlach kann sich auch Markwort einen "weißen Ritter" vorstellen, der als Dritter in den Verlag eintritt. Eine solche Lösung mache aber nur Sinn, wenn der Dritte durch den Kauf von Anteilen beider Gesellschafter die Mehrheit im Verlag übernehmen könne. Das wiederum würde das Gesicht des Verlags völlig verändern.

Zwischen der Suhrkamp-Chefin und Barlach ist aber nicht nur die wirtschaftliche Ausrichtung des Verlags umstritten. Auch die Vorstellungen über dessen Wert gehen weit auseinander. Das Gericht nimmt am Mittwoch einfach das Mittel und setzt den Streitwert auf 20 Millionen Euro an. Ohne Einigung der Gesellschafter kann am Ende auch immer noch die Auflösung des Verlags mit dem Versilbern seines Vermögens bestehen.

Thomas Maier, DPA/DPA
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo