Seit 1999 findet das Coachella-Festival in der kalifornischen Wüste statt, es gilt als weltweiter Trendkompass: Wer hier auftritt, gehört zu den Großen in der Musikbranche.
In diesem Jahr – zum 25. Jubiläum – performten Newcomer wie Sombr und der koreanische Sänger Lee Taemin zum ersten Mal auf dem Megafestival, während der fast 80-jährige Iggy Pop mit einem „Greatest Hits“-Set eine Reise in seine (Punk-) Vergangenheit unternahm. Auch die Indie-Helden The Strokes rührten an nostalgischen Gefühlen, spielten Nullerjahre-Songs wie „Reptilia“ und „Hard to Explain“, bevor sie bei ihrem zweiten Auftritt mittels einer brisanten Videomontage Kritik an US- und Israel-Politik übten.
Herzig war hingegen der Auftritt von Justin Bieber, der Billie Eilish auf die Bühne holte und einen Song für sie sang – Eilish, die acht Jahre jünger ist als ihr Idol, fand Bieber schon als Kind toll. Eine weitere charmante Promi-Paarung waren Sabrina Carpenter und Madonna, die gemeinsam „Like a Prayer“ performten und dabei knappe Bodys trugen, als würden sich die 26-Jährige und die 67-Jährige lässig einen Kleiderschrank teilen.
Das Coachella-Festival findet jedes Jahr an zwei Wochenenden statt, an denen die Line-ups identisch sind. In den letzten Jahren stand das Event aber immer wieder in der Kritik, weil der Kommerz mehr und mehr in den Vordergrund zu rücken scheint. Marken nutzen das Gelände zunehmend für Werbezwecke, Influencer*innen werben in Hippie-Klamotten vor fancy Kulissen. Für Normalverdiener ist der Genuss von Carpenter und Co. reiner Luxus: Ein Ticket für eines der beiden Festival-Wochenenden kostet rund 650 Dollar.