HOME

stern-DISKUTHEK: Ist das Abitur zu leicht? Schülerin vs. Lehrer

Immer mehr Schüler machen in Deutschland Abitur: 40 Prozent sind es mittlerweile. Immer mehr davon mit einer 1 vor dem Komma. Trotzdem beschweren sich tausende Schüler in einer Online-Petition über Lernstress und zu schwere Abitur-Prüfungen. Ist das Abi zu leicht oder zu schwer? 

DISKUTHEK-Thumbnail: Ist das Abitur zu leicht?
Video erneut abspielen
Nächstes Video in 5 Sekunden:
Auktion in Paris
Bieter zahlt 550.000 Euro – für eine Kopie der Mona Lisa

In dieser DISKUTHEK-Folge streiten die Schülerin Yasmine M’Barek, die vor zwei Jahren Abitur gemacht hat, der Hamburger Oberstufen-Lehrer Reiner Pieper und die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Susanne Lin-Klitzing über das Abitur an deutschen Schulen und das Bildungssystem im Allgemeinen. Die Meinungen gingen in der Debatte weit auseinander.

Geben Lehrer im Abitur zu gute Noten?

Vor wenigen Monaten hat der Deutsche Philologenverband, der rund 90.000 deutsche Lehrer vertritt, strengere Abiturnoten gefordert. Die Anforderungen an Schüler seien gesunken, so die Meinung des Verbands. Fakt ist aber auch, dass sich die Anforderungen an Abiturienten von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden: So ist ein Hamburger Abi weniger anspruchsvoll als der gleiche Abschluss in Bayern oder Baden-Württemberg. Was kann gegen die Unterschiede unternommen werden? Und ist sogar unser komplettes Schulsystem unfair? Außerdem geht es in der DISKUTHEK-Folge um die Frage, ob zu viele Abiturienten dem Handwerk schaden und ob wir in der Schule die falschen Sachen lernen. 

Die Gäste der DISKUTHEK-Folge zur Frage: "Ist das Abitur zu leicht?"

Yasmine M’Barek, die mittlerweile Wirtschaftsjournalismus studiert, erzählt in der DISKUTHEK, dass ihre Lehrer häufig überfordert waren und den für die gymnasiale Oberstufe vorgeschriebenen Lernstoff gar nicht ausreichend vermittelt bekommen haben. Auch deshalb hätten Lehrer bewusst die Notengebung angepasst. Für sie ist insbesondere der soziale Hintergrund von Schülern ausschlaggebend für das Abitur-Zeugnis. Sie selbst habe wegen ihres Migrationshintergrundes immer wieder Rassismus von Lehrern erfahren.  

Der Hamburger Oberstufen-Lehrer Reiner Pieper fordert, dass Abiturklausuren anonymisiert von in Deutschland verteilten Lehrern korrigiert werden. Für ihn spricht nichts dagegen, dass eine Hamburger Abi-Klausur von einem Lehrer in Hessen korrigiert wird. So könne man größtmögliche Vergleichbarkeit herstellen. 

Die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Susanne Lin-Klitzing stellt sich klar gegen allgemeine Schwarzmalerei. “Wir haben ein so vergleichbares Abitur zwischen den Ländern, wie seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht”, sagt sie. Vieles sei besser, als häufig dargestellt. Sie kritisiert nicht die Lehrer oder die Schüler, sondern sieht stattdessen das Problem in den Regelungen, die in der Politik erarbeitet werden.


Moderation: Ivy Haase 

Redaktionsleitung: Hendrik Holdmann    

Redaktion:  Ivy Haase, Svenja Napp 

Redaktionelle Mitarbeit: Wyn Matthiesen    

Kamera: Maximilian Arnold, Edgars Noskovs, Tobias Stiegler 

Schnitt und Grafiken: Edgars Noskovs   

Grafisches Konzept: Vladislav Estrin, Edgars Noskovs 

Regie: Hendrik Holdmann 

Head of Video stern: Isa von Heyl 

Projektleitung: Katharina Grevenhorst    

Produktionsleitung, Aufnahmeleitung: Christoph von Gülich    

Faktencheck: Claudia Garcia 

Mehr Infos und weitere DISKUTHEK-Videos finden Sie hier.

hh