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"Goldene Kamera": De Niro kehrt zurück

Bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" werden so unterschiedliche Stars wie Alfred Biolek, Chuck Berry und Robert De Niro für ihr Lebenswerk geehrt. Für den US-Schauspieler bedeutet die Veranstaltung in Berlin eine Rückkehr auf bekanntes Terrain.

Madonna, die Rolling Stones, Robert De Niro, Kylie Minogue - in Berlin herrscht in den kommenden zwölf Tagen in Punkto Staraufgebot und Blitzlichtgewitter Ausnahmezustand. Rund um die Berlinale, die am 7. Februar beginnt, ballen sich die Termine im Vip-Kalender: die Benefizgala "Cinema for Peace", der Musikpreis "Echo" und die "Goldene Kamera" stehen an.

Zum Auftakt des Promi-Marathons lädt die TV-Zeitschrift "Hörzu" am Mittwochabend zur 43. Verleihung des renommierten Film- und Fernsehpreises ein. US-Schauspieler Robert De Niro wird dort für sein Lebenswerk ausgezeichnet, eine Ehre, die auch Fernsehmoderator Alfred Biolek und Rock 'n' Roll- Altstar Chuck Berry zu Teil wird. Außerdem wird sich herausstellen, ob die Teenie-Band Tokio Hotel immer noch die Fans zum Kreischen bringt. Oscarpreisträgerin Hilary Swank verstärkt die Hollywoodpräsenz im Axel-Springer-Haus. Eine der Fragen des Abends: Kommt Kylie Minogue in männlicher Begleitung?

Für Oscarpreisträger Robert de Niro bedeutet die Verleihung eine Rückkehr auf bekanntes Terrain: Der Schauspieler trampte als 20-Jähriger durch die DDR nach Ostberlin, wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Sein Ziel war die Ostberliner Volksbühne, wo er Schauspielstunden nahm. "Diese Ost-West-Atmosphäre hat mich fasziniert", erinnerte er sich.

Auch Stefan Raab ist nominiert

Bislang stehen Preisträger und Nominierte in zwölf Sparten fest. Erst am Abend selbst wird bekannt gegeben, welcher Nachwuchsschauspieler die mit 20.000 Euro dotierte Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera bekommt. Ebenfalls erst am Abend wird sich entscheiden, wer in der Sparte bester Schauspieler triumphieren wird. Bei den Frauen konkurrieren Ulrike Krumbiegel, Jessica Schwarz und Katharina Wackernagel, bei den Männern Matthias Brandt, Burghart Klaußner und Ulrich Tukur.

Ebenfalls noch nicht entschieden sind die Kategorien "Bester Fernsehfilm" ("Angsthasen"/ARD, Contergan"/ARD und "Die Todesautomatik"/ZDF) und "Beste Information" ("Helmut Schmidt außer Dienst", "Die RAF" und "Das Schweigen der Quandts", alle ARD) ". Beste Unterhaltungssendung können "Pilawas großes Geschichtsquiz" (ARD), "Rach, der Restauranttester" (RTL) oder "Schlag den Raab" (ProSieben) werden.

Der Veranstalter verspricht "echte Emotionen"

Die Veranstalter betonen, dass man anders als in den Vorjahren nicht mehr so viele Preisträger vorab bekannt geben wolle. So bleibe die Spannung erhalten - und bei den Ausgezeichneten sei "echte Emotion" zu erkennen. Darüber hinaus gebe es bei der Goldenen Kamera feste Kategorien, die nicht beliebig wechselten. Im letzten Jahr hatte es für Pierce Brosnan die "Spezial-Kategorie Umweltschutz" und für Simon Rattle die "Spezial-Kategorie Integration" gegeben. Insgesamt wird die Goldene Kamera meist in bis zu 16 Kategorien vergeben.

Die Goldene Kamera wird seit 1965 jährlich von der Fernsehzeitschrift "Hörzu" vergeben. In bis zu 16 Kategorien werden herausragende Fernsehleistungen ausgezeichnet. Den begehrten Preis schuf der Berliner Wolfram Beck nach dem Vorbild der Farnsworth- Kamera, der ersten elektronischen Kamera der Welt. Diese wurde erstmals 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin eingesetzt. Bereits zum elften Mal wird die "Goldene Kamera" von Thomas Gottschalk- selbst vierfacher Träger der Auszeichnung - präsentiert. Die Sendung wird am Freitagabend im ZDF ausgestrahlt.

be/DPA/AP