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Neue Doku-Reihe bei Netflix "Woodstock '99": Das vielleicht schlimmste Festival, das je stattgefunden hat

Ein Mensch tanzt auf einer Bühne voller Plastikflasche
"Woodstock '99" ist eine neue Doku-Reihe auf Netflix 
© Netflix © 2022
Das Woodstock-Festival im Jahr 1999 sollte so erfolgreich werden wie sein Vorbild 30 Jahre zuvor. Doch statt Liebe, Frieden und Musik gab es Brandstiftung, Gewalt und sexuelle Übergriffe. Netflix zeigt die Geschichte nun in einer Doku-Reihe.

Ein Festival-Besuch ist etwas, das man so schnell nicht wieder vergisst. Meist erinnert einen im Alltag noch längere Zeit ein Armbändchen an die Erfahrung. Auch die Besucher von "Woodstock '99" haben das Wochenende vom 23. bis 25. Juli 1999 in Rome, New York, immer noch gut im Gedächtnis. Es dürfte allerdings das schlimmste Festival gewesen sein, auf dem sie je gewesen sind. 

Wie es dazu kommen konnte, erzählt die neue Netflix-Doku-Reihe "Absolutes Fiasko: Woodstock '99" anschaulich. In drei Teilen werden verschiedene Episoden gezeigt, die sich von absurd zu schrecklich steigern und so die dunkle Seite des Festivals beleuchten. Es ist bereits Netflix' zweite Produktion über ein gescheitertes Festival. 2019 gab es die Doku "Fyre" zu sehen, in der es um das Fyre Festival geht, das nie stattgefunden hat.

Originale Filmaufnahmen in "Absolutes Fiasko: Woodstock '99" zeigen die Feuer, die gelegt wurden, und wie ein Lautsprecherturm auf die Menge fiel. Von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen wird berichtet und wie sich die Stimmung immer weiter aufheizte und schließlich explodierte.

"Woodstock '99": Auf dem Festival eskalierte die Stimmung

Rave Production Manager A. J. Srybnik beschreibt es so: "Alle hatten ihren Spaß, aber es gab keine Kontrolle. Es befanden sich hunderttausend nackte Menschen auf dem Gelände. Das bedeutete Ärger. Das Chaos war ausgebrochen. Man wusste nicht, was als nächstes passieren würde." Andere Zeitzeugen sagen, die Stimmung sei bedrohlich gewesen. Ein weiterer ergänzt: "Die Lage wurde äußerst kritisch. Die Leute wurden aggressiv, die schlimmsten Seiten des Menschen kamen zum Vorschein."

Auch auf das Warum versucht die Doku eine Antwort zu geben. Eine davon geht so: Damals kostete eine Flasche Wasser etwa 65 Cent im Supermarkt, auf dem Festival wollte man 4 Dollar haben. Es war ein Punkt, der die Besucher wütend machte. Abzocke nannten sie die Versorgungskosten und die Eintrittspreise. Es war "eine Veranstaltung, mit der Geld verdient werden sollte", wird ein Verantwortlicher zitiert. "Frieden, Liebe und Verständigung lösten sich in Luft auf", meinte ein anderer.

Insgesamt ein interessantes und sehenswertes Format, das veranschaulicht, was passiert, wenn zu viel Geld mit einer Sache gemacht werden soll – und die Leute dadurch verärgert sind. Eine immer noch zeitgemäße und lehrreiche Dokumentation über ein Ereignis, das gerade jüngere Netflix-Nutzende noch nicht kennen dürften.


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