HOME

Bayerischer Filmpreis: "Der Untergang" triumphiert

Triumph und Untergang liegen manchmal nah beieinander: Mit gleich drei Auszeichnungen war der Film über die letzten Tage Adolf Hitlers der große Sieger bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises.

Dreifacher Sieger beim Bayerischen Filmpreis ist dieses Jahr "Der Untergang", das Drama um die letzten Tage in Adolf Hitlers Führerbunker. Der Münchner Filmemacher Bernd Eichinger erhielt den mit 200.000 Euro dotierten Produzentenpreis. Bruno Ganz wurde für seine "herausragenden Leistungen" in der Rolle Hitlers mit dem Darstellerpreis (10.000 Euro) geehrt, und auch der Publikumspreis ging an den "Untergang". Den Ehrenpreis des "Bayern-Oscar" bekam der Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel", "Der neunte Tag").

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) übergab die Auszeichnungen am Freitagabend bei einem Festakt im Münchner Prinzregententheater. Der Bayerische Filmpreis ist mit insgesamt 300.000 Euro ausgestattet und gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen des deutschen Films. Er wurde dieses Jahr zum 26. Mal vergeben.

"Ungeschminkter Realismus auf höchstem Niveau

Eichinger habe mit "Der Untergang" erneut ein Zeichen für herausragende Kinoproduktionen in Deutschland gesetzt, befand die Jury laut Mitteilung der Staatskanzlei. "Zusammen mit dem stets stilsicheren Regisseur Oliver Hirschbiegel und einem wunderbaren Schauspielerensemble um Bruno Ganz hat Eichinger auf höchstem Niveau und mit ungeschminktem Realismus einen Film geschaffen, der junge und alte Kinobesucher gleichermaßen begeistert und in seinen Bann gezogen hat."

Bruno Ganz bescheinigte die Jury, er habe seine schwierige und umstrittene Rolle "mit Bravour" gemeistert: "Eine große darstellerische und von einem objektiven Berufsethos getragene persönliche Leistung." Weitere Darstellerpreise (je 10.000 Euro) gingen an Jessica Schwarz und Matthias Schweighöfer für ihre Rollen in dem Debütfilm "Kammerflimmern" sowie an Julia Jentsch für die Verkörperung der "Jule" in der Tragikomödie "Die fetten Jahre sind vorbei".

Comedypreis an "Bully" Herbig

Der erstmals verliehene "Comedypreis" (10.000 Euro) ging an Michael "Bully" Herbig für seinen Kassenschlager "(T)Raumschiff Surprise". Wer es schaffe, mit zwei Kinofilmen mehr als 20 Millionen Zuschauer zu begeistern, habe allein für diese in Deutschland bisher einzigartige Leistung einen Preis verdient, so die Begründung.

Mit dem Regiepreis (10.000 Euro) wurde Dennis Gansel für seinen Film "Napola - Elite für den Führer" geehrt. Oskar Maria Roehler wurde für die bitterböse Satire "Agnes und seine Brüder" mit dem Drehbuchpreis (10.000 Euro) ausgezeichnet. Thomas Grube und Enrique Sanchez Lansch erhielten für ihre Arbeit "Rhythm is it!" den Dokumentarfilmpreis (10.000 Euro).

Florian Gallenberger gelang der beste Erstling

Den Preis für den besten Erstlingsfilm (10.000 Euro) erhielt Florian Gallenberger für seine Regiearbeit "Schatten der Zeit", eine Geschichte von zwei Kindern aus Kalkutta, die von ihren Eltern als Arbeiter an eine Weberei verkauft werden. Für den gleichen Film bekam Jürgen Jürges die Auszeichnung für die beste Bildgestaltung (10.000 Euro).

Stoiber zeigte sich in seiner Festrede hoch zufrieden mit der positiven Entwicklung der Filmbranche im vergangenen Jahr. Mit mehr als 35 Millionen Kinogängern und einem Marktanteil von über 23 Prozent schaue der deutsche Film auf ein Erfolgsjahr zurück, sagte er: "Der deutsche Film ist wieder da."

DPA / DPA