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Hans Helmut Prinzler: "Monroe war eine Männerprojektion"

Die Berlinale wirft in ihrer Retrospektive einen Blick auf die Traumfrauen der 50er Jahre. stern.de sprach mit Retrospektive-Leiter Hans Helmut Prinzler über Frauenbilder und Filmtabus im Wandel der Zeit.

Marilyn Monroe in "Blondinen bevorzugt"

Marilyn Monroe in "Blondinen bevorzugt"

Herr Prinzler, was ist die Idee der Retrospektive auf der Berlinale?

Die Idee ist, in diesem riesigen Programm aktueller Filme eine Brücke in die Vergangenheit zu schlagen und vielleicht auch die Erkenntnis zu ermöglichen, dass nicht alles, was man heute sieht, neu ist, vieles gab es in früheren Zeiten bereits. Die Retrospektive wird von vielen Besuchern zur Besinnung und zu einem Moment des Nachdenkens genutzt.

Der große Vorzug, Filmklassiker wieder anzuschauen, liegt darin, dass man sie auf eine andere Art sieht als beim ersten Mal. Was haben Sie neu entdeckt?

Es ist richtig, dass man die Filme immer aus der aktuellen Zeit neu sieht. Der Abstand zu den Filmen ist größer geworden, manche entfernen sich mehr, weil sie zum Beispiel naiver wirken. Mir ist aufgefallen, dass gerade im Vergleich zu heutigen Filmen die Geschichten damals anders erzählt werden mussten. Bei Liebesszenen zum Beispiel kann heute alles gezeigt werden, was passiert. Das musste in den 50er Jahren anders dargestellt werden, weil es bestimmte Tabus gab, Abbildungstabus. Es ist spannend zu sehen, welche originellen Ideen es gab, durch Auslassungen oder Metaphern den Zuschauern klarzumachen, was da geschehen ist. Heute kann man das im Film unmittelbar sehen. Das ist die optische Seite. Die andere ist das Vorurteil, dass wir immer sagen, die 50er Jahre seien ein sehr konventionelles Jahrzehnt gewesen, aber das Frauenbild ist doch vielschichtiger und interessanter. Es gab keineswegs immer diese Unterwerfung und Opferbereitschaft. Es ist bereits das Einfordern von Anerkennung und eigenen Rechten vorhanden.

Sie haben gerade die Tabus angesprochen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Tabus. Ist der Film dadurch langweiliger geworden?

Ja, ich glaube in der Tat, dass das auch eine Verarmung von Fantasie ist. Für die szenische Darstellung eines Sexualakts haben sich unglaublich standardisierte Bilder ergeben, die finde ich zu einem großen Teil sehr langweilig. Es ist eine Art von Mechanik eingekehrt. Regisseure können heute den Blick unmittelbar auf den Akt selbst richten. Früher haben sich die Regisseure gefragt: Was tut man, um der Fantasie der Zuschauer auf die Sprünge zu helfen?

Gibt es heute noch Tabus im Film?

Kaum. Auch bei Gewalt darf man viel zeigen. Es ist eher eine Suche nach Tabus, die heute stattfindet.

Die 50er gelten gemeinhin als restauratives Jahrzehnt. Die Männer kehrten aus dem Krieg heim, und die Frauen mussten wieder ins zweite Glied zurücktreten. Lässt sich diese Veränderung auch an den Frauenrollen ablesen?

Nur teilweise. Es gibt Brüche innerhalb des Jahrzehnts. Ab Mitte der 50er Jahre wurde erstmals der Protest der Jugendlichen thematisiert, die Halbstarken oder der Typ James Dean traten auf der Leinwand in Erscheinung. Der materielle Aufschwung führte auch dazu, dass Jugendliche stärker einen eigenen Willen artikulierten. Natürlich gab es bei den Frauen eine Typisierung. Frauen sorgten dafür, dass sich die Verhältnisse wieder ordneten und übernahmen in dieser Zeit wieder eine stärkere Verantwortung für die Familie. Bei vielen Filmen wird aber deutlich, dass den Frauen diese Rolle zunehmend nicht mehr genügt hat, dass sie im Beruf und in der Partnerschaft mehr können. Das ist eine Erfahrung, die sicherlich mit dem Krieg zu tun hat.

Gibt es in dieser Zeit signifikante Unterschiede zwischen dem Frauenbild Hollywoods und dem europäischer Filme?

Ich denke schon. Hollywood war stark beeinflusst von den eingefahrenen Formen des Studiofilms. Regisseure, die in den 50ern tätig waren, John Ford oder William Wyler, haben schon in den 30er Jahren gedreht. Das Studiosystem hatte bestimmte Genres und dramaturgische Abläufe, die einen gewissen Traditionalismus hatten. In Italien oder Skandinavien hat sich das damals viel schneller verändert, als in Amerika. In Frankreich und der Bundesrepublik ein bisschen langsamer, das Kino war dort noch traditioneller.

Kann man von einem einheitlichen Frauenbild für diese Epoche sprechen?

Nein. Das haben wir auch durch unsere Auswahl der Stars deutlich gemacht. Es gab ganz unterschiedliche Rollenbilder. Marilyn Monroe und Audrey Hepburn sind Gegensätze. Eine Art von Vamp und weibliche Verführerin gegen eine Frau, die androgyn und zurückhaltend ist. Interessant ist, dass Audrey Hepburn vor allem von Frauen verehrt worden ist, während Marilyn Monroe die Männerprojektion war.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Frauen ausgewählt, von denen Sie hier Filme zeigen?

Wir haben Frauen ausgewählt, die in der Typologie unterschiedlich sind, Frauen verschiedenen Alters, von Anna Magnani als der ältesten Schauspielerin bis zu der 25 Jahre jüngeren Brigitte Bardot. Amerika als Land der Stars spielt in der Retrospektive eine dominierende Rolle, aber es gibt auch je zwei Stars aus Italien, Frankreich, Deutschland, Skandinavien, Osteuropa und Japan. Uns war eine gewisse Balance der Länder wichtig. Wir haben aber auch darauf geachtet, dass von jeder Schauspielerin mindestens zwei Filme gezeigt werden, aus den frühen und aus den späten 50ern, wo sie verschiedene Rollen spielen.

In den 20er und 30er Jahren waren die Schauspielerinnen weit über ihr Publikum erhobene Göttinnen. Heute ist das Mädchen von nebenan gefragt. Wie lässt sich das Frauenbild in den 50ern da einordnen?

Das Mädchen von nebenan spielt wieder eine wichtige Rolle, vor allem, wenn es sich um realistische Filme handelt. Je mehr sich das Genre von der Realität entfernt, desto mehr entfernen sich auch die Protagonistinnen. In den 50er Jahren spielen sicher die Unterschiede zwischen Hollywood und dem europäischen Film eine Rolle, der immer schon realistischer war. Interessanterweise sind die Frauen in osteuropäischen Filmen zum Teil emanzipierter als im Kino der westlichen Welt.

Inwieweit hat der Film noir die Rolle der Frau geprägt?

Die 50er markieren den Übergang vom Schwarz-Weiß- zum Farbfilm, so dass die Härte des Film noir verschwindet.

Kann man also sagen, dass das Frauenbild durch den Farbfilm weicher geworden ist?

Eigentlich schon. Die Farbe trägt dazu bei, dass die Kontraste nicht mehr so extrem sind.

Wie war damals das Verhältnis von Filmrolle und Biografie des Stars?

Eine bestimmte Außendarstellung gehörte zum Job es Stars. Sie mussten nicht tugendsam sein wie die Stars der 30er Jahre. Aber das Privatleben, Affären, die Kleidung von Stars haben schon immer interessiert. Nur ist die Entfernung damals größer gewesen. Es gab noch nicht die Medienlandschaft von heute.

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis, die Sie aus der Beschäftigung mit den Traumfrauen der 50er Jahre gewonnen haben?

Sehr trivial: dass es sich lohnt, immer mal wieder den Blick zurück zu werfen.

Interview: Carsten Heidböhmer
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(