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Blockbuster zum NSA-Skandal Oliver Stone verfilmt die Affäre um Edward Snowden


Für die einen ist Edward Snowden ein Landesverräter, für die anderen ein strahlender Held. Hollywoodregisseur Oliver Stone will dem Whistleblower ein filmisches Denkmal setzen.
Von Sophie Albers Ben Chamo

Oliver Stone ist wohl der moralischste unter den Regisseuren Hollywoods. In seinen Werken sagt er jedes Mal klar und deutlich, wie aktuelle ("W", "Savages") und historische ("JFK", "Commandante") Entwicklungen seiner Meinung nach einzuordnen sind. Nun ist der NSA-Skandal dran.

Stone will das Schicksal des Whistleblowers Edward Snowden verfilmen. Ende des Jahres sollen die Dreharbeiten beginnen. Für Stone ist der blasse, junge Mann, der seit fast einem Jahr im russischen Exil ausharrt, ein Held, "weil er Geheimnisse offengelegt hat, die wir alle kennen sollten". Die US-Regierung habe immer wieder die in der Verfassung verbrieften Privatrechte ihrer Bürger gebrochen, wie Stone Anfang April auf dem Filmfestival in Karlovy erklärte.

Konkurrenz-Film in Arbeit

Drehbuchvorlage ist das Buch "The Snowden Files. The Inside Story of the World’s Most Wanted Man" des "Guardian"-Journalisten Luke Harding. Der soll Stone zudem zusammen mit Kollegen als Berater zur Seite stehen. Der Thriller werde erzählen, wie es dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter ergangen ist, der im Juni 2013 Tausende klassifizierte Dokumente öffentlich gemacht hat, die eine staatliche Massenüberwachung belegen. Die einen wollen den 30-Jährigen dafür als Verräter mindestens für 30 Jahre ins Gefängnis werfen oder gleich auf den elektrischen Stuhl setzen, die anderen - wie eben auch Stone - als Helden willkommen heißen.

"Das ist eine der größten Geschichten unserer Zeit", zitiert der "Guardian" den Filmemacher, der zuletzt mit dem Drogen-Kartell-Drama "Savages" sein Publikum verschreckt hat.

Die "Snowden Files" haben allerdings auch schon Konkurrenz: Die 007-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli verfilmen gerade Glenn Greenwalds Snowden-Buch "No Place to Hide".


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