HOME

FELIX: In Rom werden die »europäischen Oscars« verliehen

Vor der Verleihung der »europäischen Oscars« an diesem Samstag in Rom herrscht große Spannung. Heiße Favoriten für den Europäischen Filmpreis sind so wichtige Streifen wie »Der Pianist«, »8 Frauen« und »Sprich mit ihr«.

Vor der Verleihung der »europäischen Oscars« an diesem Samstag in Rom herrscht große Spannung. Heiße Favoriten für den Europäischen Filmpreis sind so wichtige Streifen wie »Der Pianist«, »8 Frauen« und »Sprich mit ihr«. Doch im Vorfeld der Verleihungszeremonie gibt es auch Frust. »Wir sind absolut enttäuscht«, ließ sich der Preisverleiher, die in Berlin ansässige Europäische Filmakademie, vernehmen: Ausgerechnet in Deutschland und im »Filmland« Frankreich wird die Glamourgala der Preisvergabe nicht im Fernsehen übertragen - nicht gerade ein Beitrag zur Förderung des europäischen Kinos.

Europa ist nicht Hollywood

»Europa ist eben nicht Hollywood«, meint ein Szenekenner. Dabei stehen einige der Streifen den Blockbustern aus den USA kaum nach. »Der Pianist« von Roman Polanski, das Meisterwerk des gebürtigen Polen über das Warschauer Getto, bekam bereits die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes. »The Magdalene Sisters« des Schotten Peter Mullan über die Qualen junger Mädchen in irischen »Besserungsanstalten« gewann den Goldenen Löwen in Venedig. Und »Bloody Sunday« von Paul Greengrass über die Schüsse britischer Soldaten auf Demonstranten in Nordirland sicherte sich dieses Jahr, wenn auch nicht allein, den Goldenen Bären in Berlin.

Kein deutscher Beitrag für den Hauptpreis nominiert

Dazu kommen im Rennen um den begehrten »Europäischen Film des Jahres« noch Erfolgsstreifen wie die spritzige Mädchenfußball-Komödie »Kick it like Beckham« von der Inderin Gurinder Chadha und »Der Mann ohne Vergangenheit« des Finnen Aki Kaurismäki. Das Melodrama über einen Jugendlichen, der sein Gedächtnis verliert, ist eine Koproduktion mit deutscher Beteiligung, ebenso wie »Der Pianist«. Ein eigener deutscher Beitrag für den Hauptpreis ist nicht nominiert. Die Deutschen müssen sich bekanntlich seit längerem im internationalen Film damit begnügen, Nebenrollen zu spielen.

Martina Gedeck in »Bella Martha«

Eine große Rolle spielte allerdings Martina Gedeck als rastlose Köchin in »Bella Martha«, der am Ende sogar die große Liebe zufällt. Dafür könnte die Schauspielerin gar zur »Europäischen Schauspielerin 2002« gekürt werden. Scharfe Konkurrenz ist allerdings das Team aus »8 Frauen«, darunter Stars wie Catherine Deneuve, Isabelle Huppert und Fanny Ardant.

Andreas Dresen als »Europäischer Regisseur des Jahres« nominiert

Ansonsten ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf Andreas Dresen und seinen Streifen »Halbe Treppe«. Dresen wurde für den Preis des »Europäischen Regisseurs des Jahres« nominiert. Zu Hause lobten Kritiker den Film über zwei Ehepaare zwischen Alltag und dem Kampf um ein bisschen Glück schon gewaltig, beim Festival in Berlin wurde er gefeiert und prämiert. Am Samstag hat der 39-Jährige aus Gera, der manchem schon als »kleines deutsches Kinowunder« gilt, die Chance auf europäische Lorbeeren.