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Filmfest HH "Ey geil, Jürgen Vogel nackt im Porsche"


Das Filmfest Hamburg ist mit der deutschen Komödie "Ein Freund von mir" eröffnet worden. Hauptdarsteller Jürgen Vogel war zur Premiere in der Hansestadt - und hatte eine nette Anekdote im Gepäck.
Von Carsten Heidböhmer

Vor dem Cinemaxx war der rote Teppich ausgerollt, der Star-Faktor bei der Eröffnung des 14. Filmfest Hamburg war jedoch nicht sonderlich hoch. Auf dem Programm stand die Premiere von Sebastian Schippers neuem Film "Ein Freund von mir". Immerhin hatten sich der Regisseur, Produzent Tom Tykwer und Hauptdarsteller Jürgen Vogel eingefunden. Mehr Prominenz war auch gar nicht nötig: Das Filmfest Hamburg besticht seit jeher weniger durch große Namen als durch ein liebevoll zusammengestelltes Festivalprogramm, das in diesem Jahr 131 Produktionen aus 34 Ländern aufbietet.

Bevor die Zuschauer in den Genuss des Eröffnungsfilmes kamen, mussten sie jedoch eine einstündige Zeremonie bestehend aus sinnlosen Trailern und den üblichen Reden über sich ergehen lassen. Festival-Chef Albert Wiederspiel lobte brav den hiesigen Filmstandort. "Wir Deutschen machen immer bessere Filme und haben immer mehr Stars. Es bewegt sich was", war sein Fazit. Da mochte Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust nicht nachstehen und hob in seiner Rede die Bedeutung der Filmbranche hervor

Ein echter Jungsfilm

Dann endlich Bühne frei für "Ein Freund von mir", Sebastian Schippers erstem Film seit 1999. Schon vor sieben Jahren hatte er die Filmfestspiele Hamburg eröffnet. Sein Film "Absolute Giganten" ist seither zum Kultfilm avanciert und fester Bestandteil jedes Open-Air-Sommers an der Elbe. Auch sein neues Werk ist wieder in erster Linie ein Jungsfilm voll mit schrägem Humor; für die weiblichen Zuschauer ist mit einer zarten Liebesgeschichte gesorgt.

Erzählt wird von der Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Typen: Der introvertierte Versicherungsangestellte Karl (Daniel Brühl) lernt den lebenslustigen Hans (Jürgen Vogel) in einer Autovermietung kennen, wo die beiden Autos überführen müssen und so verrückte Dinge tun wie ohne Kleidung im Porsche durch den Elbtunnel zu rasen. Wie schon in "Absolute Giganten" ist auch hier der äußere Handlungsrahmen recht konventionell. Der besondere Reiz des Filmes liegt hauptsächlich in der Vielzahl komischer Situationen, in die die beiden Freunde immer wieder geraten.

Das Publikum hatte sichtlich Spaß - und spendete den anwesenden Künstlern am Ende großen, wenngleich keinen begeisterten Applaus. Jürgen Vogel blieb es dann vorbehalten, die Stimmung noch einmal anzuheizen. Er erzählte eine Anekdote von den Dreharbeiten, als er und Daniel Brühl nackt im Porsche fahren mussten. Es sei so kalt gewesen, dass sie die Sitzheizung aufgedreht hätten, was zumindest bei Daniel Brühl einen roten Hintern verursacht habe. Als die beiden eine Tankstelle hinter dem Elbtunnel angesteuert hätten, seien sie zudem von einer Horde Jugendlicher entdeckt worden. Sogleich sei der Porsche von Autogrammjägern umringt gewesen, von denen einer begeistert ausrief: "Ey geil, Daniel Brühl und Jürgen Vogel nackt im Porsche." Da sage noch einer, der deutsche Film habe keine Stars mehr.


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