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Filmfest Venedig: Bikini-Babes neben Gondeln

Das 69. Filmfest von Venedig geht zuende. Selena Gomez hat Justin Bieber verschreckt, Brian de Palma ein paar Fans verloren, und die Katholiken haben mal wieder geklagt. Aber wer verdient den Löwen?

Von Sascha Rettig

Am roten Teppich war die Teeniestar-Welt noch intakt: Die Handykameras waren gezückt, die selbstgebastelten Plakate ausgerollt und die Stifte fürs Autogramm griffbereit, als Vanessa Hudgens und Selena Gomez zur Premiere von Harmony Korines neuem Film "Spring Breakers" kamen. Das, was nur wenig später auf der Leinwand zu sehen war, zerlegte allerdings knapp 90 Minuten lang das brave Image der Disney-Teenager-Queens: als feiergeile Bikini-Bitches auf dem Trip in die Party-Exzess-Zone Floridas. "Ich wollte, dass der Film eine Erfahrung ist, die durch einen hindurchgeht", sagte Korine in Venedig, der nach Aufregern wie "Gummo" und "Kids" wieder aus dem Film-Underground aufgetaucht ist, um diesen wilden, wummernden, slicken Fetisch-Bilderrausch zu inszenieren.

Viel nackte Haut, sexy Mädchenscharen, dicke Knarren, richtige Bad Boys, Sex, Drogen, Saufen - und James Franco als Drogendealer mit mieser Minizopf-Frisur, schlecht gestochenen Tattoos und Goldkauleiste. Der sitzt irgendwann zwischendurch am Strand und spielt auf einem weißen Flügel im Licht der untergehenden Sonne einen Song von Britney Spears - begleitet von den Spring-Breakinnen in Bikinis und rosa Pussy-Riot-Sturmhauben. Später gibt es einen Dreier im Pool und zum Finale einen Mädchen-Power-Showdown, bei dem Hudgens und ein anderes Blondchen in knapper Bademode mit MGs wild um sich schießen. Ein Schock? Justin-Bieber-Freundin Selena Gomez hält das, zumindest was ihre jüngeren Fans anbelangt, durchaus für möglich. "Ah, they’ll love this shit", legt Filmemacher Korine nach.

Zac Efron badet in der Menge

Um tatsächlich schockiert zu sein, musste man in Venedig allerdings auf den letzten Wettbewerbstag und den neuen Film von Regie-Veteran Brian De Palma warten. Fassungslos starrt man auf die Leinwand und fragt sich permanent: Ist das wirklich der Regisseur, der Klassiker wie "Dressed to Kill" und "The Untouchables" inszeniert hat? "Passion", in Berlin gedreht und angesiedelt, zeigt, wie man Schauspielerinnen wie Noomi Rapace und Rachel McAdams in einem kläglichen Thriller-Versuch verbrät. Der mit vielen (Selbst-)Zitaten versehene Plot um Mord, Zickenkrieg, Wahn und Wirklichkeit ist so plump konstruiert, dass er über ganz, ganz weite Strecken nur als Parodie verstanden werden kann. Immerhin schaute Rapace (Lisbeth Sander, "Prometheus") auf dem Lido vorbei und sorgte auf den letzten Metern des Festivals auf dem roten Teppich noch einmal für einen der Glamour-Schübe, wie sie in diesem Jahr seltener waren als auf vorherigen Festivals.

Pierce Brosnan kam für Susanne Biers niedliches Liebeskomödien-Krebsdrama "All You Need Is Love". Robert Redford erschien mit Co-Darsteller Shia LaBeouf in Doppelfunktion als Schauspieler und Regisseur des solide auf mittlerem Spannungslevel operierenden Polit-Thrillers "The Company You Keep". Und Zac Efron sorgte einige Tage vor seiner Ex Vanessa Hudgens für ersten Teenie-Alarm in Venedig. "At Any Price" ist sein nächster Karrierebaustein auf dem Weg zum ernstzunehmenden Schauspieler. Darin macht er durchaus eine gute Figur als Sohn eines Maisbauern (Dennis Quaid), der mit einer Rennfahrerkarriere der ländlichen Enge Iowas entkommen will. "Die einzige Erfahrung, die ich mit Autorennen habe, ist es, den Paparazzi zu entwischen", sagt Efron.

Viele Favoriten

Auch wenn die Star-Frequenz diesmal nicht so hoch war: Der erste Wettbewerb des nach zehn Jahren nach Venedig zurückgekehrten Festival-Leiters Alberto Barbera war über weite Strecken von einer starken, dynamischen, spannenden Auswahl bestimmt. Doch wer wird den Goldenen Löwen aus den Händen von Jury Präsident Michael Mann bekommen? Kim Ki-duk für sein drastisches Mutter-Sohn-Drama in Krisenzeiten, das in eine erschütternde Rachegeschichte umkippt? Oder Brillante Mendoza für "Thy Womb", der ein Fenster in den Alltag auf einem philippinischen Inselatoll eröffnet und ganz beiläufig auf das herzzerreißende Drama eines älteren Paares zusteuert? Denkbar wäre aber auch Olivier Assayas, der ein melancholisch grundiertes Jugendporträt in den Nachwehen von 1968 inszenierte, in dem zwischen dem Kampf um politische Ideale, Künstlerambitionen und der ersten Liebe die Weichen ins Erwachsenwerden gestellt werden. Das Favoritenfeld ist in diesem Jahr breit wie nie.

Ein Titel, der aber immer ins Spiel gebracht wird, ist Paul Thomas Andersons "The Master". Der löste im Vorfeld Spekulationen aus: Inwiefern es denn nun eigentlich um Scientology gehe? "Die Hauptfigur basiert teilweise auf L. Ron Hubbard, und mein Film weist durchaus einige Ähnlichkeiten zu den Anfängen von Dianetik auf", wandt sich der Regisseur auf der Pressekonferenz. "Ich weiß allerdings nicht viel über Scientology heutzutage." Ein Sekten-Drama, das Scientology auseinandernimmt, ist "The Master" jedenfalls nicht geworden. Mit grandios komponierten, auf 70 Millimeter gedrehten Bildern konzentriert der Film sich auf die Beziehung zwischen zwei Männern, die Anderson selbst vor allem als Liebesgeschichte bezeichnet: zwischen Philip Seymour Hoffman, der die Rolle des Sekten-Ver-Führers mit gewohnter Präsenz ausfüllt. Und Joaquin Phoenix in einer Darstellerpreis-reifen Rolle als gestörter, unangenehmer Kriegsveteran, der zu dessen Freund und Vertrauten wird.

Anzeige wegen Papstbild

So wie in "The Master" kreisten in Venedig einige Filme um komplexe, komplizierte, spannungsreiche Zweier-Beziehungen, an denen sich häufig auch die Geister scheiden konnten. Intensive Publikumsreaktionen rief der mit größter Spannung erwartete "To The Wonder" von Terrence Malick hervor, bei dem sich Bravo- und Buhrufe im heftigen Applaus die Waage hielten. Nur knapp ein Jahr nach "The Tree of Life" erzählt das plötzlich hyperproduktive Regie-Phantom ganz banal, ganz essentiell von einem Amerikaner, einer Französin und deren auf die Probe gestellter, aber überdauernder Liebe. "To The Wonder" hat dabei die Form eines umherschweifenden Leinwand-Liebespoems. Skizzenhafte Augenblicke einer Beziehung. Sprachgemurmel. Dialogfetzen. Off-Philosophieren. Weiches Licht der untergehenden Sonne. Herumtänzeln. Wiegende Kornfelder. Das ist mitunter von berückender Schönheit, zärtlich und eigenwillig - aber auch prätentiös, anstrengend, repetitiv.

Am nächsten dran am Skandal war hingegen "Paradies: Glaube" des Aufwühl-Routiniers Ulrich Seidl. Nach "Paradies: Liebe" stellte der Österreicher in Venedig nun den zweiten Teil seiner "Paradies"-Trilogie vor. Darin schickte er die großartige Maria Hofstätter als fanatische Katholikin in einen teils drastischen Ehe- und Glaubenskleinkrieg in den vier Wänden ihres Kleinbürgereigenheims und mit ihrem Mann - einem querschnittsgelähmten Moslem. "Wenn dieser Film Sie verstört, wird das einen Grund haben", sagt der Filmemacher. "Er wird nicht jeden Zuschauer verstören." Als der geifernde Moslemgatte im Film ein Papstbild von der Wand reißt, gab es im Kinosaal kurzen Szenenapplaus. Und für die Masturbationsszene mit einem Kruzifix unter der Bettdecke etwas später eine Anzeige von einer italienischen, erzkatholischen Organisation. Vielleicht gibt es morgen ja aber auch den Goldenen Löwen?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(