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Kino-Flop "Tomorrowland": George Clooney enttäuscht auf ganzer Linie

Die Amerikaner haben anscheinend keine Lust mehr auf Filme. Das wurde am verlängerten Wochenende deutlich. Mega-Star George Clooney ist offenbar nicht in der Lage, Kinder in die Kinos zu locken.

Von Frank Siering, Los Angeles

George Clooney bei der Japan-Premiere seines Films "Tomorrowland" in Tokio

George Clooney bei der Japan-Premiere seines Films "Tomorrowland" in Tokio

In dem Film "Tomorrowland" spielt George Clooney einen zerstreuten Erfinder, der einen Teenager in eine Parallelwelt entführt, die sich - eben - "Tomorrowland" nennt. Ein Disney-Abenteuer mit leicht okkultischem Anstrich, das eher Angst macht als zum freudigen Kino-Erlebnis für die ganze Familie taugt.

Und das mag auch der Grund gewesen sein, warum der Film, bei dem das Mickey-Mouse-Studio keine Mühen und Kosten gespart hatte, am amerikanischen Memorial-Day-Wochenende - traditionell eigentlich ein Kassenfüller für neue Kinofilme - abstürzte wie Clooney in seinem selbstgebastelten Film-Fluggerät.

Gerade mal 41 Millionen Dollar spülte das Abenteuer an den vier Feiertagen in die US-Kinokassen. Das ist das schwächste Ergebnis für Powerhouse Disney seit dem "Prince Of Persia"-Debakel mit Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle. Der Film spielte 2010 gerade mal 37,8 Millionen Dollar am Eröffnungswochenende ein.

"Ich bin stolz auf diesen Film"

Warum die eigentlich recht beeindruckende Zahl von 41 Millionen Dollar eine Enttäuschung für Disney ist, wird spätestens dann deutlich, wenn die spekulativen Produktionskosten von rund 150 Millionen Dollar tatsächlich stimmen sollten.

Clooney selbst, das verriet er auch im Gespräch mit dem stern, ist dennoch stolz, in dem Disney-Abenteuer mitgemacht zu haben. Disney habe sich "als richtig mutig erwiesen, mit 'Tomorrowland' keine Fortsetzung oder die Verfilmung eines weiteren Comic-Helden auf die Leinwand zu bringen. Es ist eine originelle Story. Das finde ich sehr erfrischend. Der Film ist sehr originell und geht ans Herz."

Und weiter: "Wir leben in einer Welt, in der du nur den Fernseher anschalten musst und sofort merkst, dass es fast überall ziemlich heftig hergeht. Da sind viele Menschen ohne Hoffnung. Und ich finde es gut, in einem Film mitzumachen, der ein bisschen Hoffnung macht, der positiv ist", so Clooney.

Nun, die Hoffnung hat zumindest an der Kinokasse erst einmal getrogen. Zudem schlug der Streifen nicht nur in den USA an der Kinokasse fehl. Auch in 65 anderen Märkten hatte keiner so richtig Lust auf den ehemaligen "sexiest man alive": Vergleichsweise lächerliche 26,7 Millionen Dollar spielte "Tomorrowland" international ein. An diesem Dienstag soll China die Kino-Ehre des einstigen "Emergency-Room"-Doktors retten.

Immerhin: Nicht nur Clooney musste leiden am langen Wochenende. Insgesamt lagen die Einnahmen rund um den Feiertag 15 Prozent hinter dem Umsatz vom vergangenen Jahr. Die letzte große Disney-Pleite war "The Lone Ranger" mit Johnny Depp als Indianer. Der Film eröffnete 2013 mit 29,2 Millionen Dollar an der Kinokasse in den USA.

Sieger waren die Bellas von "Pitch Perfect 2"

Feiern durften andere. Da waren zum einen die "Bellas" von "Pitch Perfect 2", die am zweiten Wochenende immerhin noch 38,5 Millionen Dollar einspielten und jetzt in nur elf Tagen an den US-Kinos 126 Millionen Dollar einnahmen.

Auch Disney muss trotz der Clooney-Pleite nicht seine Freizeitparks schließen. Mit "Avengers: Age of Ultron" hat das Studio noch immer den Gewinner des Jahres in der Hinterhand. Die Umsatzmarke der Comic-Verfilmung liegt derzeit bei 400 Millionen Dollar national und bei mehr als 1,26 Milliarden Dollar weltweit. Das hatten bislang nur "Die Tribute von Panem: Catching Fire" und "Frozen" geschafft.