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Hape Kerkeling fürs Kino: Ich bin dann mal weg - demnächst

Devid Striesow und Martina Gedeck kommen aus dem Grinsen nicht heraus. Offensichtlich wirkt auch die Verfilmung von "Ich bin dann mal weg" Wunder. Ein kurzer Besuch am Set.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Die "Ich bin dann mal weg"-Crew: Darsteller Karoline Schuch, Devid Striesow, Martina Gedeck, Regisseurin Julia von Heinze und Schauspielerin Inez Bjorg David (von links nach rechts)

Die "Ich bin dann mal weg"-Crew: Darsteller Karoline Schuch, Devid Striesow, Martina Gedeck, Regisseurin Julia von Heinze und Schauspielerin Inez Bjorg David (von links nach rechts)

Weil Filme mittlerweile bereits beworben werden, lange bevor sie überhaupt fertig sind, gab es an diesem Montag schon mal einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Verfilmung von Hape Kerkelings Besteller "Ich bin dann mal weg". Da waren vor allem glückliche Schauspieler, glückliche Produzenten und eine glückliche Regisseurin zu sehen.

Den "Hape" spielt der Vollblutschauspieler und wunderbarste aller "Tatort"-Kommissare: Devid Striesow. Der lässt seinem Glück über diesen Film, der von zwei Monaten Selbstfindung auf dem Jakobsweg erzählt, freien Lauf: Braungebrannt, mit roten Wangen und im Wanderoutfit kommt Striesow aus dem Grinsen nicht mehr heraus, während er in der Kulisse und auf der Pressekonferenz seine weiblichen Mitspielerinnen vorstellt. Oder auch blöde Fragen beantworten muss, wie die, ob denn seine Wanderstiefel auch eingelaufen seien. ("Natürlich!")

Mit dem Ausruf "Reisegruppe Spanien" bahnt sich Striesow den Weg durch die Fotografen, und dann wird aus der Zitadelle Spandau in Berlin eine spanische Pilger-Herberge. Bis Ende des Monats wird hier noch gedreht, dann gehe es nach Spanien. Drehschluss soll Ende September sein, sagt Produzent Nico Hofmann. Vier Jahre wurde am Drehbuch geschraubt und gefeilt. Und Kerkeling habe jede Version gesehen und auch jedes Casting-Video, heißt es weiter. Striesow als sein jüngeres Selbst sei "erste Wahl", lässt der Entertaner sich zitieren. Er selbst ist nicht da, werde aber zur Bewerbung des Films wieder mit dabei sein. Die Frage, warum Kerkeling nicht selbst spiele, wird schnell und gründlich mit dessen fortgeschrittenem Alter und dem Wunsch "etwas Eigenes zu schaffen" vom Podiumstisch gefegt.

"Leicht, aber nicht oberflächlich"

Eine Fortsetzung des Striesow-Grinsens findet sich in Martina Gedecks Gesicht. Vielleicht tut ihr die Leichtigkeit nach jüngsten Psycho-Hochleistungen wie "Die Wand" oder auch "Die Auslöschung" ganz gut.

Regisseurin Julia von Heinz ("Hannas Reise") hat zwei Gründe dafür gefunden, warum das Buch so erfolgreich ist: Zum einen gehe es um "Glauben neben der Kirche", der viele Menschen umtreibe, zum anderen um Hape Kerkelings Haltung. "Sein Blick auf die Welt und die Menschen soll auch die Haltung meines Films sein", so die junge Regisseurin. "Leicht, aber nicht oberflächlich - genau, aber nicht analytisch - durchschauend, aber dabei immer liebevoll."

"Wiedergeborener Hape"

Die Frage nach dem Glauben, um den es auf dem Jakobsweg ja eigentlich geht, verneinen eigentlich alle. Spiritualität schließen sie jedoch nicht aus. Der Jakobsweg sei "ein Ort der Begegnung mit sich selbst und anderen Menschen", sagt Gedeck. Striesow, der Kerkelings Buch gelesen hat, als es herauskam, meint: "Ab einem gewissen Alter ist man innerlich untewegs." Schon damals habe er gedacht, sollte es verfilmt werden, würde er das unbedingt spielen wollen. Und dann nennt Produzent Hofmann ihn einen "wiedergeborenen Hape", was Striesows Wangen noch ein bisschen roter macht.

Dass seine Rolle ein lebendes Vorbild habe, sei schon ein "Bedenkungsgrund" gewesen, so der Schauspieler, aber "ich habe auch schon Lady Macbeth gespielt, und nach zwei Minuten hatte das Publikum vergessen, dass es ein Mann ist". Er grinst so hoch wie breit.

Kirsten Niehuus vom Medienboard Berlin-Brandenburg, das den Film fördert, schließt mit den schönen Worten: Zu einem wirklich großen Erfolg gehört eine wirklich große Krise". Positiver geht's nicht.

"Ich bin dann mal weg" soll 2015 ins Kino kommen. Wann genau, steht noch nicht fest.