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Kinocharts: Mittelerde vs. Mittelalter

Gerade so kann "Der Hobbit - Smaugs Einöde" die Spitze verteidigen, aber auch "Der Medicus" lockt die Massen in die Kinos. Neben so viel Epos hat es der Rest schwer - auch Bully Herbigs "Buddy".

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

Platz 1 (1) "Der Hobbit: Smaugs Einöde"

Trailerpremiere "Der Hobbit - Smaugs Einöde": Wie es mit Bilbo weitergeht

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Peter Jackson ("Der Herr der Ringe") und die Darsteller Martin Freeman ("Sherlock Holmes"), Sir Ian McKellen ("X-Men"), Benedict Cumberbatch ("Star Trek Into Darkness") und Orlando Bloom ("Fluch der Karibik")

Die Geschichte in einem Satz:

Während sich Gandalf mit dunklen Vorahnungen bald von der Truppe entfernen muss, setzen Bilbo und die Zwerge ihren Weg durch den Düsterwald und Seestadt fort, immer verfolgt von blutrünstigen Orks und mit dem Ziel vor Augen, dem Drachen den Schatz von Erebor wieder abzujagen.

Geschwister im Kinoversum:

"Der Hobbit - Eine unerwartete Reise"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Die Frage stellt sich vermutlich nicht, wenn Sie zu den Millionen von Fans von Tolkiens bzw. Peter Jacksons Schöpfungen gehören. Und sollten Sie nach dem ersten Teil skeptisch sein, können wir Ihnen versichern, dass der neue Film - nicht nur, aber auch dank Drache Smaug - deutlich temporeicher, spannender und einfach besser ist. Trotzdem sind auch dieses Mal zweieinhalb Stunden viel zu lang und insgesamt drei Filme für die etwas dünne Geschichte einfach nicht nötig.

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Platz 2 (-) "Der Medicus"

Kinotrailer: "Der Medicus"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Stellan Skarsgård ("Fluch der Karibik 2"), Ben Kingsley ("Schindlers Liste"), Olivier Martinez ("Knight and Day") und Elyas M'Barek ("Fack Ju Göhte")

Die Geschichte in einem Satz:

Jahre nach dem mysteriösen Krankheitstod seiner Mutter zieht es im 11. Jahrhundert einen jungen Engländer nach Persien, wo er nicht nur zum Arzt ausgebildet wird und die große Liebe erlebt, sondern auch zwischen Christenverfolgung und muslimischen Fundamentalisten in Bedrängnis gerät.

Geschwister im Kinoversum:

"Prince of Persia - Der Sand der Zeit", "Die Päpstin"

Warum Sie den Film sehen sollten:

27 Jahre dauerte es, bis aus dem millionenfach verkauften Bestseller ein Film wurde, da will man sich als Fan natürlich selbst ein Bild machen, ob sich das Warten gelohnt hat. Das Ende wurde (nicht unbedingt zum Besseren) verändert, mitunter sind die zweieinhalb Stunden ganz schön lang und wie so oft im europäischen Kino verhindert ein zu geringes Budget das ganz große Breitwand-Epos. Wer das opulente Pathos der Vorlage zu schätzen wusste oder einfach nur mal wieder schöne Männer (darunter in einer gelockten Nebenrolle: "Fack ju Göhte"-Star Elyas M’Barek) mit viel Kajal im Gesicht sehen will, kommt trotzdem auf seine Kosten.

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Platz 3 (2) "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren"

Kinotrailer: "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren"

Wen Sie kennen könnten: die Stimme von Hape Kerkeling ("Horst Schlämmer - Isch kandidiere!")

Die Geschichte in einem Satz:

Weil sie ihre magischen Fähigkeiten nicht kontrollieren kann und aus Versehen das ganze Land in ewigen Winter versetzt, zieht sich die frisch gekrönte Königin Elsa in einen Eispalast zurück, doch ihre Schwester Anna versucht - gemeinsam mit Naturbursche Kristoff, seinem Rentier und dem sprechenden Schneemann Olaf - alles wieder ins Lot zu bringen.

Geschwister im Kinoversum:

"Rapunzel - Neu verföhnt"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Disney hier an die schöne Tradition anknüpft, pünktlich zur Weihnachtszeit ein klassisches Märchen mit vielen Musical-Einlagen auf die Leinwand zu bringen. Nur schade, dass neben ein paar amüsanten Momenten, schmissigen Songs und tollen Schnee-Animationen so wenig von der Andersen-Vorlage "Die Schneekönigin" übrig und die Action wichtiger als die Figuren ist.

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Platz 4 (3) "Fack Ju Göhte"

Kinotrailer: "Fack Ju Göhte"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Elyas M'Barek ("Türkisch für Anfänger"), Karoline Herfurth ("Vincent will Meer") und Katja Riemann ("Bandits")

Die Geschichte in einem Satz:

Um an das Diebesgut heranzukommen, für dessen Erbeutung im Gefängnis gelandet ist, versucht sich Zeki Müller nach seiner Entlassung als Aushilfslehrer, der allerdings mehr von Bierbüchsen und Kraftausdrücken als von Pausenbroten und Literatur versteht und deswegen nicht nur Stress mit den Kids, sondern auch mit der ebenso strengen wie niedlichen Referendarin bekommt.

Geschwister im Kinoversum:

"Türkisch für Anfänger", "Bad Teacher"

Warum Sie den Film ruhig (noch einmal) sehen können:

Weil "Türkisch für Anfänger"-Macher Bora Dagtekin zwar kein perfekter Film gelungen ist, aber das vor lauter Lachen niemanden stört. Sein zweiter Kinofilm ist DIE Erfolgsgeschichte des Jahres - und Hauptdarsteller Elyas M'Barek zurecht unser kommender Superstar.

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Platz 5 (-) "Buddy"

Kinotrailer: "Buddy"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur und Darsteller Michael Herbig ("Der Schuh des Manitu") und die Darsteller Alexander Fehling ("Inglourious Basterds"), Mina Tander ("Maria, ihm schmeckt's nicht!") und Christian Berkel ("Der Untergang")

Die Geschichte in einem Satz:

Schnösel Eddie steht kurz davor, die geerbte Firma zu verzocken und sich zwischen seinen Bettgeschichten zu verlieren, als er plötzlich seinem Schutzengel begegnet, den nur er sehen kann und der scheinbar nebenbei auch Amor spielen will.

Geschwister im Kinoversum:

"Der fast perfekte Mann", "Ghost - Nachricht von Sam"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Michael 'Bully' Herbig mit dieser flotten Mischung aus Buddy-Komödie, Romanze und Fantasy-Abenteuer samt Schlagereinlagen und rüstigen Rentnern mal wieder beweist, dass sich im deutschen Kino niemand so gut auf wie Mechanismen Hollywoods versteht wie er. Dass ist mitunter sehr gefühlig und gefällig. Macht aber in Sachen Mainstream-Unterhaltung mehr Spaß als alles, was die Schweigers und Schweighöfers dieser Welt zuletzt auf die Leinwand gebracht haben.

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Platz 6 (4) "Die Tribute von Panem: Catching Fire"

Kinotrailer: "Die Tribute von Panem 2 - Catching Fire"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Jennifer Lawrence ("Silver Linings"), Liam Hemsworth ("The Expendables 2"), Donald Sutherland ("Stolz und Vorurteil"), Philip Seymour Hoffman ("Capote") und Woody Harrelson ("No Country For Old Men")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Albträume, die Katniss Everdeen seit dem Sieg bei den Hunger Games plagen, werden nicht weniger, als Präsident Snow aus Angst vor einer Revolution nicht nur ihre Familie und ihren Freund Gale bedroht, sondern auch dafür sorgt, dass sie und Peeta für einen Jubiläums-Wettkampf erneut in die Arena und gegen andere ehemalige Gewinner antreten müssen.

Geschwister im Kinoversum:

"Die Tribute von Panem - The Hunger Games"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie, wenn Sie zu den über zwei Millionen deutschen Zuschauern des ersten Teils gehören, natürlich wissen wollen, wie es weitergeht. Und weil die "Panem"-Filme - Liebesdreieck hin oder her - deutlich gehaltvoller, spannender und besser gespielt sind als "Twilight" und andere Teenie-Geschichten. Zumal der Fortsetzung das seltene Kunststück gelingt, besser zu sein als Teil 1.

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Platz 7 (7) "Dügün Dernek"

Kinotrailer: "Dügün Dernek"

Wen Sie kennen könnten: wenn Sie nicht gerade Experten in Sachen türkisches Kino sind, vermutlich niemanden

Die Geschichte in einem Satz:

Eigentlich brechen Ismail und seine Kumpel zu Beginn des Fastenmonats Ramadan zu einer Reise Richtung Moschee auf, doch als sein Sohn Tarik überraschend seine kurzfristige Heirat ankündigt, erklären sich die Männer bereit, eine standesgemäße Hochzeitsfeier zu schmeißen.

Geschwister im Kinoversum:

"Recep Ivedik 3", "Hükümet Kadin"

Warum Sie den Film womöglich sehen sollten:

Weil der Film der Presse vorenthalten wurde, können wir diese Frage leider noch gar nicht beantworten. Ein Grund mehr, sich von dieser Mischung aus Road-Movie und Komödie selbst ein Bild zu machen.

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Platz 8 (5) "Machete Kills"

Kinotrailer: "Machete Kills"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Robert Rodriguez ("Sin City") und die Darsteller Danny Trejo ("Machete"), Michelle Rodriguez ("Avatar"), Charlie Sheen ("Wall Street"), Mel Gibson ("Braveheart"), Sängerin Lady Gaga und Antonio Banderas ("Die Maske des Zorro")

Die Geschichte in einem Satz:

Als sein FBI-Kontakt ermordet wird, legt sich Machete nicht nur mit mexikanischen Drogenkartellen an, sondern wird sogar vom US-Präsidenten um Mithilfe gebeten und in die irren Nuklear-Pläne eines größenwahnsinnigen Über-Bösewichts verwickelt.

Geschwister im Kinoversum:

"Machete"

Warum Sie den Film vielleicht nicht unbedingt sehen müssen:

Keine Frage, niemand hat ein besseres Händchen für Trash-Kino im Großformat als Regisseur Robert Rodriguez. Und Danny Trejo, seines Zeichens Ex-Sträfling und Minimal-Schauspieler, ist sowieso" the biggest badass out there". Aber wenn man eine Parodie, die schon beim ersten Mal eher für einen Kurzfilm taugte, noch ein zweites Mal totreitet, gehen der Sache irgendwann einfach Witz und Puste aus. Da nutzt auch ein Lady-Gaga-Gastauftritt nix.

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Platz 9 (8) "Carrie"

Kinotrailer: "Carrie"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerinnen Julianne Moore ("Magnolia") und Chloë Grace Moretz ("Hugo Cabret")

Die Geschichte in einem Satz:

In der Schule wird Außenseiterin Carrie von ihren Mitschülern drangsaliert und zu Hause ist sie dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter ausgesetzt, doch mit jeder Demütigung wachsen ihre telekinetischen Fähigkeiten und das Mädchen sinnt auf Rache.

Geschwister im Kinoversum:

"Evil Dead", "Prom Night"

Warum Sie den Film nicht unbedingt sehen sollten:

Weil Brian de Palmas Verfilmung des Stephen King-Romans von 1976 ein Horror-Klassiker, der sich bis heute gut gehalten hat. Dem hat Regisseurin Kimberly Peirce wenig hinzuzufügen - und Chloë Grace Moretz kann mit Sissy Spacek auch nicht mithalten.

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Platz 10 (6) "Dinosaurier 3D - Im Reich der Giganten"

Kinotrailer: "Dinosaurier 3D - Im Reich der Giganten"

Wen Sie kennen könnten: die Stimme von Otto Waalkes ("Ice Age")

Die Geschichte in einem Satz:

Der kleine Pachyrhinosaurus Patchi ist in seiner Dino-Herde ein ziemlicher Außenseiter, doch als er sich mit dem Urzeitvogel Alex anfreundet und auch noch seine erste Liebe erlebt, scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Geschwister im Kinoversum:

"Ice Age"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Kinder von Dinosauriern bekanntlich nie genug kriegen können und diese ungewöhnliche Mischung aus Familienfilm und Dokumentation dem Nachwuchs sicher Spaß machen wird. Die 3D-Bilder des von BBC Earth mitproduzierten Films wirken erstaunlich realistisch, nur Otto Waalkes als Sprecher des erzählenden Vogels Alex lässt einen dann eher an Animationsfilme à la "Ice Age" denken.

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