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Neu im Kino: Zombies sind auch nur Menschen

Nach Vampir, Mumie und Werwolf findet nun ein Zombie sein Herz. Der vermeintliche Scientology-Film "The Master" ist nervig genial. Und wer die ganz große Oper schätzt, muss "Les Misérables" sehen.

Von Sophie Albers und Nicky Wong

"The Master"

Kinotrailer: "The Master"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood") und die Darsteller Joaquin Phoenix ("Walk The Line"), Philip Seymour Hoffman ("Capote") und Amy Adams ("Verwünscht")

Die Geschichte in einem Satz:

Der Zweite Weltkrieg spuckt ein kaputten Typen namens Freddy Quall (Joaquin Phoenix) zurück ins vermeintlich normale Leben, was ihn noch verrückter macht, bis er Sektenguru Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman) trifft - was auch nicht wirklich hilft.

Geschwister im Kinoversum:

"There will be Blood"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil die Schauspieler verdammt gut sind, was allerdings auch nicht verhindern kann, dass "The Master" in der zweiten Hälfte schwächelt. Ansonsten großes Kino über die Frage, was Frieden für die Soldatenpsyche bedeutet, und wie andere Menschen deren Instabilität ausnutzen. Wer einen Film über Scientology erwartet, ist hier falsch - trotz offensichtlicher Parallelen und Anspielungen.

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"Warm Bodies"

Kinotrailer: "Warm Bodies"

Wen Sie kennen könnten: Darsteller Nicholas Hoult ("About a Boy"), John Malkovich ("R.E.D.", "Being John Malkovich")

Die Geschichte in einem Satz:

Zombie R verliebt sich in ein quicklebendiges Mädchen, als er es vor anderen Zombies beschützt - und nach der Rettung passiert das Unmögliche: Das Menschenkind verliebt sich in den Untoten.

Geschwister im Kinoversum:

"Zombieland"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil "Warm Bodies" auf sehr lustige Weise ohne den ganzen "Twilight"-Schmalz auskommt, das Thema Liebe trotzdem ernst nimmt - das Thema Zombie-Film aber auch. Und weil man sieht, das aus Kinderstar Nicholas Hoult ("About a Boy") etwas geworden ist.

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"The Butterfly's Dream"

Kinotrailer: "The Butterfly's Dream - Kelebegin Rüyasi"

Wen Sie kennen könnten: Filmemacher und Autor Yilmaz Erdogan

Die Geschichte in einem Satz:

Zwei befreundete Tuberkolose-kranke Schriftsteller lieben dieselbe Frau - und das alles während des Zweiten Weltkriegs.

Geschwister im Kinoversum:

"Gloomy Sunday"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Wenn Sie fühlen wollen, dass Liebe das Wichtigste im Leben ist. Oder wie Yilmaz Erdogan es formuliert: "Die Schönheit von allem ist, dass wir leben und nicht, dass wir sterben müssen. Ein Schmetterling träumt wie ein verliebter Poet."

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"Der Iran Job"

Kinotrailer: "Der Iran Job"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Iran und USA

Die Geschichte in einem Satz:

2008/2009, in Zeiten heftiger politischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran nimmt der Profi-Basketballer Kevin Sheppard das Angebot eines iranischen Clubs an, fährt hin - und lernt großartige Menschen kennen, die so gar nichts mit den politischen Horrorvisionen beider Seiten zu tun haben ... und dann beginnt die grüne Revolution.

Geschwister im Kinoversum:

"Argo"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil eine Dokumentation über einen afroamerikanischen Basketballspieler im Iran an sich schon verrückt klingt. Weil der deutsche Regisseur Till Schauder die Filmbänder in dreckiger Unterwäsche außer Landes schmuggeln musste. Weil Sie den Iran so noch nie gesehen haben. Weil diese Geschichte zeigt, wie mächtig die Freundschaft zwischen Menschen ist im Vergleich zur so beliebten Politik der Angst. Und weil das Persönliche immer politisch ist.

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"Les Misérables"

Kinotrailer: "Les Misérables"

Wen Sie kennen könnten: Darsteller Anne Hathaway ("The Dark Knight Rises"), Hugh Jackman ("X-Men") und Russell Crowe ("Gladiator")

Die Geschichte in einem Satz:

Sträfling Jean Valjean (Jackman) hat als Gefangener Nummer 24601 fast 20 Jahre im Straflager geschuftet, weil er einst Brot für seine Familie gestohlen hat, und als er auf Bewährung freigelassen wird, beginnt sein tragischer Kampf um ein neues, besseres Leben.

Geschwister im Kinoversum:

"Moulin Rouge"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil diese Highend-Verfilmung des erfolgreichsten Musicals der Welt selbst Musical-Hasser Staunen macht. Regisseur Hooper ("The King's Speech") hat die Stars wirklich live singen lassen. Anders als beim traditionellen Film-Playback kann er deshalb so nah rangehen, dass die Gesichter zu emotionalen Landschaften werden. Anne Hathaways große Szene würde sogar den Terminator berühren. Versprochen!

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