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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Schnell-Check: Gewinner, Überraschungen, #MeToo: So lief die 90. Oscar-Verleihung

In Los Angeles fanden die ersten Oscars nach dem Weinstein-Skandal statt. Wurde die Verleihung der #MeToo-Debatte gerecht? Und wer war der größte Gewinner des Abends? Der Oscar 2018 im Schnell-Check. 

Die Gewinner der Oscars 2018

Die Gewinner der Oscars 2018: Sam Rockwell, Frances McDormand, Allison Janney und Gary Oldman (v.l.). 

DPA

Die ganze Welt schaute in der vergangenen Nacht auf Hollywood und die der Oscars. Zum 90. Mal wurde der prestigereiche Academy Award den glücklichen Gewinnern und Gewinnerinnen überreicht. Die Oscars im Zeichen von #MeToo und Gleichberechtigung? Dachte man. Am Ende wurde die Bewegung zwar immer wieder erwähnt, doch der "Oprah-Moment" à la Golden Globes fehlte den Oscars. 

Der Moderator Jimmy Kimmel

Mit Jimmy Kimmel hatte sich die Academy einen Moderator für den Abend ausgesucht, der vor politischer Satire und gezielten Spitzen gegen Trump, Weinstein und Co. nicht zurückschrecken würde. Und so begann Kimmel den Abend damit, den Oscar selbst zu loben. Er würde schließlich so respektiert, weil er "seine Hände bei sich behält", sagte Kimmel. "Und das Beste: Er hat keinen Penis", stellte er trocken fest. Kimmel bewies zwar, dass er allen gesellschaftlich wichtigen Themen Beachtung schenken wollte, doch teilweise wirkte das fast schon ein wenig abgedroschen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hielt sich der Moderator weitestgehend zurück, ging selten ins Publikum und hielt sich an seine vorgeschriebenen Redezeiten.


Die wichtigsten Gewinner der Oscars

Guillermo del Toros "The Shape of Water" ("Das Flüstern des Wassers") ging als großer Oscar-Favorit ins Rennen. Unglaubliche 13 Mal war der Fantasy-Streifen nominiert. Am Ende gewann er "nur" in vier Kategorien. Del Toro bekam den Oscar für die beste Regie und "Shape of Water" wurde zum besten Film gekürt. Ebenfalls freuen durften sich die Darsteller von "Three Billboards Outside of Ebbing, Missouri", ("beste Schauspielerin") und Sam Rockwell ("bester Nebendarsteller"). Beste Nebendarstellerin wurde Allison Janney ("I, Tonya") und bester Hauptdarsteller Gary Oldman ("Darkest Hour"). Jordan Peele gewann als erster Afroamerikaner den Oscar in der Kategorie "bestes Drehbuch" für "Get Out". 

Und es gab auch zwei deutsche Sieger: Spezialeffektkünstler Gerd Nefzer bekam den Goldjungen für seine Arbeit in "Blade Runner 2049". Und die chilenisch-deutsch-amerikanische Koproduktion "Eine fantastische Frau" gewann in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film". Glückwunsch!

Der emotionalste Moment

Für Gänsehaut und Tränen sorgten drei Frauen, die mit ihren Enthüllungen über den Stein der #MeToo-Debatte erst richtig ins Rollen gebracht hatten: Ashley Judd, Annabella Sciorra und Salma Hayek betonten noch einmal die Relevanz der aktuellen Diskussion um sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch. Sciorra, die Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt, freute sich darüber "zurück zu sein". Die vergangenen Jahrzehnte verbrachte sie zurückgezogen und in Angst davor, der ehemals mächtige Produzent könne sie bestrafen, würde sie mit der Wahrheit über ihn an die Öffentlichkeit gehen.

Die beste Dankesrede

Die denkwürdigste Dankesrede hielt Frances McDormand, als sie den Oscar in der Kategorie "beste Hauptdarstellerin" entgegen nahm. McDormand bedankte sich erst bei ihrem Ehemann Joel Coen und ihrem Sohn Pedro. Dann bat sie alle nominierten Frauen, sich zu erheben und gegenseitig zu ehren. Ihre Rede beendete sie mit zwei Worten: "Inclusion Rider" - die Klausel, die Schauspieler und Schauspielerinnen in ihren Verträgen verlangen können und die besagt, dass es in Cast und Crew Diversität geben muss. 

Eine konnte sich den Seitenhieb nicht verkneifen

Emma Stone, die den Oscar in der Kategorie "beste Regie" überreichte, hatte sich wohl ein Beispiel an Natalie Portman genommen. Portman hatte während ihrer Laudatio bei den Golden Globes noch gesagt: "Und hier sind alle männlichen Nominierten." Stone kündigte die Nominierten in der Kategorie mit den Worten an: "Diese vier Männer und Greta Gerwig sind nominiert." 

Die größte Überraschung

Für den größten Überraschungsmoment sorgten Jennifer Lawrence und Jodie Foster, die für den Vorjahressieger Casey Affleck einsprangen und den Oscar in der Kategorie "beste Hauptdarstellerin" übergaben. Affleck hatte seine Teilnahme an der Awardshow im Zuge der MeToo-Debatte abgesagt. Ihm wurde noch vor seinem Oscargewinn im vergangenen Jahr von zwei Frauen sexuelle Gewalt vorgeworfen. 

Aufreger auf dem roten Teppich

Irgendwie wollte sich in diesem Jahr kaum jemand den wartenden Journalisten stellen. Ob die PR-Beauftragten der Hollywoodstars ihre Schützlinge vor Fragen zu Weinstein und Co. schützen wollten? Schade, so verpassten die großen Stars die Möglichkeit, noch mal zu der wichtigen Debatte Stellung zu beziehen. 


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo