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Interview

"Independence Day: Wiederkehr": Roland Emmerich: "Man merkt, dass Will Smith traurig ist"

20 Jahre nach dem Sci-Fi-Blockbuster "Independence Day" bringt Roland Emmerich die Fortsetzung ins Kino. Hollywoods erfolgreichster Deutscher über Will Smiths Absage, gutaussehende Aliens und was er bei einer Attacke tun würde.  

Roland Emmerich

20 Jahre später ist die Technik endlich so weit für "Independence Day 2"

"Independence Day: Wiederkehr" erzählt die große Geschichte ganz neu, aber doch vertraut - und das alles ohne Will Smith. Der ärgert sich sicher, dass er abgesagt hat!

Will Smith und ich haben in den letzten eineinhalb Jahren öfter geskypt. Und man merkt, dass er traurig ist.

Verdient.

Wir haben zwei Drehbücher für ihn geschrieben. Tatsächlich haben wir ein bisschen lange gebraucht, das war vielleicht unser Fehler. Er hat damals gedacht, dass sein Film "After Earth" ein Erfolg wird, und dass er mit seinem Sohn seine eigene Science-Fiction-Story schafft. Auch in unseren zwei Drehbüchern ging es um die Vater-Sohn-Geschichte. Also, ich kann verstehen, warum er das nicht gemacht hat. Aber ich war damals supertraurig. Ich habe fast zwei Jahre lang überhaupt nicht daran gearbeitet, und dann kamen diese zwei jungen Drehbuchschreiber (Dean Devlin und Carter Blanchard, Anm.d.Red.) daher und haben gesagt: "Wir haben eine großartige Idee!" Es war die Idee, eine neue Generation auftreten zu lassen.

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Was war vor 20 Jahren, als das Original entstanden ist, besser als heute?

Es war noch eine einfachere Welt. Unsere Welt ist irre kompliziert geworden. Ich glaube auch, dass das Internet nicht unbedingt gut für uns ist. Dass jeder sagen kann, was er sagen will, ohne dafür geradestehen zu müssen, weil es ja anonym ist. Und unsere Welt ist noch weniger vereint als je zuvor. Ja, wir haben keine großen Kriege mehr, aber dafür täglich Meldungen, dass sich Menschen gegenseitig umbringen - aus allen möglichen und unmöglichen Gründen.

Und was ist heute besser als damals?

Dass wir Computer haben (lacht) Dass die Technologie sich langsam zu meiner Fantasie hochgearbeitet hat.

Im neuen "Independence Day" arbeiten Sie im großen Stil mit CGI, vor 20 Jahren Jahren waren es vor allem Modelle. Ist die Herausforderung nicht größer, wenn die Technik nicht so weit ist?

Ja, aber es ist auch eine Herausforderung zu sagen, ich mache jetzt diese ganzen Schüsse nur am Computer. Mittlerweile besetze ich Visual-Effects-Firmen wie Schauspieler: Ich will ein normales Alien? Dann gucke ich mir an, wer die besten Aliens gemacht hat. Okay, die gab es in "District 9", und das ist die Firma Image Engine in Vancouver. Größere Aliens? Okay, nehmen wir die Leute, die "King Kong" gemacht haben, also Weta in Neuseeland. So bekommt man irre gute Ergebnisse.

Klingt einfach.

Und an denen muss man hart arbeiten. Mit Laserpointer und drei Leuten, die Notizen machen, kritisiert man. Stundenlang. Jeden Tag. Das ist mein Job: Spezialeffekte-Szenen kritisieren! (lacht laut)

Herr Emmerich, was würden Sie eigentlich tun, wenn Aliens die Erde überfallen?
Ich würde mich verstecken. Die sind bestimmt nicht so böse wie meine. Aber wegen mir haben sie einen ziemlich schlechten Ruf.

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