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Späte Karriere in Amerika? Uschi Glas flirtet mit Hollywood


Ihr neuer Film feierte Weltpremiere in Los Angeles und gewann den Jury-Preis beim Hollywood Filmfest. Nun hat Uschi Glas Blut geleckt und könnte sich gut vorstellen, öfter mal in Kalifornien zu drehen.
Von Andreas Renner, Los Angeles

Uschi Glas, 71, verdrückte sogar ein Tränchen, als sie ihren neuen Film "Vor. Seit. Schluss" erstmals auf einer Kinoleinwand sah. Nicht in irgendeinem Kino, sondern im legendären "Arclight Cinema" am Sunset Boulevard in Hollywood. Es war die erste Hollywood-Premiere für die deutsche Schauspiel-Ikone und damit ein herausragendes Ereignis ihrer langen Karriere, die sie vor 50 Jahren mit einer Rolle in dem Edgar-Wallace-Film "Der unheimliche Mönch" begann. "Die Stimmung hier ist der Wahnsinn. Man spürt einfach, dass die Leute filmbegeistert sind in dieser Stadt", sagte Glas nach ihrem ersten Hollywood-Erlebnis. Um diesen speziellen Moment festzuhalten, machte Glas sogar ein Selfie auf dem roten Teppich, "um meine Stieftochter Sophie daheim in München ein bisschen neidisch zu machen", scherzt sie.
Während ihres dreitägigen Kurzaufenthaltes in Los Angeles hat Uschi Glas soviel Hollywood-Luft geschnuppert wie möglich, "ich habe alles regelrecht aufgesaugt hier". Zu Beginn ihrer Karriere, nach dem Erfolg von "Zur Sache Schätzchen", wäre sie beinahe schon mal in Hollywood gelandet. "Die Amis hatten den Film gesehen und ich bekam plötzlich einige Angebote aus Hollywood. Das war natürlich reizvoll, aber ich war da schon fast 30 und wollte nicht noch mal komplett von vorne anfangen in Amerika. Stattdessen habe ich mich dafür entschieden, eine Familie zu gründen und lieber weiter in Deutschland zu arbeiten." Heute jedoch könnte sich Glas ein gelegentliches Engagement in der Filmhochburg durchaus vorstellen: "Ich bin da realistisch, Hollywood wartet nicht auf mich. Aber wenn jemand etwas hätte, eine kleine Rolle würde ich in Hollywood schon machen, warum nicht."
Ein Szenario, das gar nicht so unwahrscheinlich sein muss. Der Film "Vor. Seit. Schluss" gewann beim Filmfest in Hollywood den Jury-Preis als bestes Werk, der erst 24-jährige Regisseur Alexander Peter Lercher den Preis als bester Regisseur. Die Amerikaner waren begeistert von dem ergreifenden Werk des jungen Österreichers. Glas sagte spontan zu die weibliche Hauptrolle zu übernehmen in der Low-Budget-Produktion, "weil die Geschichte einfach sehr tiefsinnig und schön ist.” Der Film erzählt von später Liebe im Alter, von unerfüllten Lebenswünschen und nicht ausgelebten Gefühlen. Heinz Trixner, 74, spielt die männlich Hauptrolle, einen wohlhabenden aber zynischen Schlossherrn, der seine große Liebe in jungen Jahren aufgab - und im Alter eine neue Chance bekommt auf das Glück. Uschi Glas sieht gleich mehrere Botschaften in dem Film, "die wichtigste ist, dass es nie zu spät ist für die Liebe."


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