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Großaufnahme : 15 Dinge, die Sie über Wes Anderson wissen müssen

Geliebt, verehrt und kopiert. Die unverwechselbaren Filme von Wes Anderson wirken wie fleischgewordene Puppenstuben oder lebendige Pop-Up-Bücher. Mit "Isle of Dogs" hat er der US-Regisseur nun sein zweites Animations-Abenteuer gedreht. Bezaubernd wie immer.

Regisseur Wes Anderson

Regisseur Wes Anderson

AFP
  • Sein neuer Film ist das skurrile Stopmotion-Animations-Abenteuer " of Dogs", in dem ein kleiner japanischer Junge seinen Hund wiederzufinden versucht, der auf eine Müllinsel verbannt worden ist.
Eine Szene des Films "Isle of Dogs - Ataris Reise"

Eine Szene des Films "Isle of Dogs - Ataris Reise"

DPA


  • Wesley Wales kam am 1. Mai 1969 in Houston, Texas, zur Welt. Seine Mutter Texas Ann war Ärchäologin und arbeitete später als Immobilienmaklerin. Vater Melver Leonard war in der Werbung und Public Relations tätig. Wes hat zwei Brüder. Mel, der ältere, ist Physiker, Eric Chase, der jüngere, ist Autor und Künstler.
  • Er besuchte die Westchester High School und die private St. John's School in , die später auch Kulisse seines zweiten Films "Rushmore" war. Schon als kleiner Junge drehte Anderson mit seinen Brüdern und Freunden Filme mit der Super 8-Kamera seines Vaters.
  • 1990 schloss er sein Philosophiestudium an der in Austin ab, wo er Owen Wilson kennengelernt hatte, der einer seiner engsten Freunde wurde und, abgesehen von "Moonrise Kingdom", in allen seinen Filmen mitgespielt hat.
  • Vier Jahre später drehte er den Schwarzweiß-Kurzfilm "Bottle Rocket", der beim Sundance Film Festival dermaßen gut ankam, dass er schnell das Geld für eine 90-Minuten-Version in Farbe seiner Gauner-Komödie zusammen hatte:
  • Ganz großes Kino sind auch die Werbefilme von Wes Anderson. Den ersten drehte er 2004 für American Express:
  • Zu seiner Brüdergeschichte "The Darjeeling Limited" inszenierte er mit Jason Schwartzman und Natalie Portman einen Prolog, "Hotel Chevalier":
  • Und, weil's so schön ist, weiter mit Werbung. 2008 drehte er mit Brad Pitt in Frankreich einen Spot für einen japanischen Handyhersteller:

…in Co-Regie mit Roman Coppola bewarb er das belgische Bier Stella Artois:

…drehte 2013 zweimal für Prada.

Prada Candy im Nouvelle Vague-Stil mit Lea Seydoux:

…und "Castello Cavalcanti" mit Jason Schwartzman:

…2016 schließlich für H&M:

  • Seit 2013 ist Anderson mit der libanesischen Schriftstellerin und Designerin Juman Malouf liiert. Ihre gemeinsame Tochter wurde 2016 geboren und heißt Freya, benannt nach der von Margaret Sullivan gespielten Freya Roth in Frank Borzages Anti-Nazi-Drama "Tödlicher Sturm" (1940).
  • 2012 widmete ihm die italienische Band I Cani einen Song. Das Video zu "Wes Anderson" sieht aus, als hätte es der Meister selbst inszeniert:
  • Anderson war dreimal Oscar-nominiert für das Beste Originaldrehbuch: "Die Royal Tennenbaums" (2001), "Moonrise Kingdom" (2012) und "Grand Budapest Hotel" (2014). Für Letzteren, auch als Bester Film nominiert, war er zudem als Bester Regisseur im Rennen. Außerdem war "Der fanatastische Mr. Fox" 2010 in der Auswahl als Bester Animationsfilm.
  • Wie gut du bist, zeigt sich immer daran, wie oft du kopiert wirst. Auf Youtube kursieren zahllose kleine Filme, die mit Andersons Stil spielen. Besonders gelungen ist eine Bearbeitung von Barack Obamas letzter Rede zur Lage der Nation, die der Nachrichtensender CNN zusammenbastelte:

Das sagt er:

"Ich versuche immer, mich nicht zu wiederholen. Aber offensichtlich passiert mir das ständig in meinen Filmen, wobei ich das nicht absichtlich mache. Ich möchte einfach Filme machen, die persönlich sind und gleichzeitig dem Publikum gefallen. Manchmal habe ich das Gefühl, dafür kritisiert zu werden, dass mir Stil wichtiger ist als die Geschichte und Details wichtiger als die Figuren. Aber jede Entscheidung, die ich treffe dient immer nur dazu, die Figuren weiter zu entwickeln."

Das sagen andere:

"Über zwei Jahrzehnte lang hat Anderson ein ganzes Sub-Genre des amerikanischen Kinos geschaffen, eine gigantisches Universum mit Fahrradlenker-großen Schnauzbärten, Melancholie und geschmackvoller alternativer Folkmusik. Er hat einen unfassbaren Einfluss auf den Rest der Popkultur, sei es Mode, Design, Pop oder Social Media." ("Guardian")

Wes Anderson für Einsteiger

"Bottle Rocket" (1996)

"Rushmore" (1998)

"Die Royal Tennenbaums" (2001)

"The Darjeeling Limited" (2007)

"Der fantastische Mr. Fox" (2009)

"Moonrise Kingdom" (2012)

"Grand Budapest Hotel" (2014)

"Isle of Dogs" (2018)