Es ist ein Ereignis, so groß, dass die britische Boulevard-Presse, die heute vor allem nach schnellen Online-Häppchen über die Royals giert, noch einmal die ollen Druckmaschinen anschmeißt und ganze Sonderhefte über Prinz William und Ehefrau Kate herausbringt: Die beiden feiern am 29. April ihren 15. Hochzeitstag – ein schöner Anlass, auf das Paar zurückzublicken, das bei den Windsors am meisten reüssiert.
Die Eheleute werden eines Tages König und Königin sein. Solange die Queen noch lebte, schien das in weiter Ferne, da ja Charles der Thronfolger war. Doch nun ist es William, und das Augenmerk liegt auf ihm und seiner Frau – und ihrer Familie, die mit den drei Kindern immer sehr erfrischend daherkommt.
Vor allem aber ist es Kate, die als Bürgerliche bei den Windsors einheiratete, heute aber royaler auftritt als manche von ihnen – stets die Fassung bewahrend, immer lächelnd und nie etwas Falsches sagend. Die Menschen mögen sie, weil sie zugewandt ist, sich umdreht und zurückgeht, wenn sie noch ein Kind ihren Namen rufen hört: Hey, Princess Kate!
Das Jahr, in dem sie an Krebs erkrankt war und aus der Verzweiflung heraus Fehler machte (wie jenes Foto zum Muttertag mit ihren Kindern, das sie bearbeitet hatte und das deshalb von den Agenturen zurückgezogen wurde), gab ihr eine neue Tiefe: Auch die perfekte Kate ist nicht unfehlbar. Man fühlte sehr mit ihr und ihrer Familie – und merkte, was man an Kate und William hat: zwei Menschen, die sich bemühen, die Monarchie zu modernisieren, auch mal in Jeans auftreten und immer authentisch wirken. Besonders in ihrer Beziehung.
In ihrem Verlobungsinterview 2010 sagte William über Kate: „Sie hat einen wirklich frechen Sinn für Humor, was mir hilft, weil ich einen sehr schmutzigen Sinn für Humor habe.“ Gern würde man mal zuhören, wenn beide ihrem Humor freien Lauf lassen. Sie haben aber auch einen gemeinsamen Sinn für Kindererziehung: Die Kinder George, zwölf, Charlotte, zehn, und Louis, acht, winken schon königlich, wenn sie auf dem Balkon des Buckingham Palastes stehen, machen aber gern auch mal Faxen; sehr menschlich.
Der royale Experte Richard Palmer sagt, dass Kates und Williams positive Ausstrahlung und ihre lange, enge Bindung ein positives Signal für die Monarchie aussenden, was gerade in diesen Zeiten von entscheidender Bedeutung sei. Schließlich gibt es mit Prinz Andrew einen Geächteten in ihrer Familie, der die Windsors mit dem Fall Epstein in Verbindung brachte. Es waren William und Kate, die im Februar durch ihren Sprecher eine deutliche Erklärung abgeben ließen: „Der Prinz und die Prinzessin sind zutiefst besorgt über die anhaltenden Enthüllungen. Ihre Gedanken sind weiterhin bei den Opfern.“
Die beiden machen vieles richtig, sodass selbst Anti-Royalisten bemerken: Gegen William und Kate kann man eigentlich nichts sagen. Gut möglich, dass ihnen der Spagat gelingt, die Institution der Monarchie in ein neues Zeitalter zu überführen. Ganz volksnah und nett.