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Frankfurter Schauspiel: Darsteller fallen besoffen von der Bühne

Da haben die Akteure ihre Rollen wohl etwas zu ernst genommen: Bei einer Lesung der "Reise nach Petuschki", die von einer Sauftour handelt, tranken die Stars des Frankfurter Schauspiels selbst soviel Wodka, dass die Aufführung im Chaos endete.

Am Frankfurter Schauspiel ist eine Aufführung in ein Saufgelage der Darsteller ausgeartet. Bei einer Lesung der "Reise nach Petuschki", laut Schauspiel "die aberwitzige Beschreibung einer der berühmtesten Sauftouren der Weltliteratur", tranken die Schauspieler selbst Wodka - bis sie lallten und stolperten. Einer der Schauspieler sei mitsamt Stuhl rückwärts von der Bühne gefallen, berichtete die "Bild"-Zeitung. Ein anderer auf den Manuskripten ausgerutscht und gestürzt. Marc Oliver Schulze (36), der gefeierte "Ödipus"-Darsteller, klappte zusammen und wurde mit einem Krankenwagen in die Uni-Klinik gebracht. Laut "Bild" soll Schulze sogar aggressiv geworden sein und musste im Krankenhaus ausgenüchtert werden.

Intendant Oliver Reese nannte den Zeitungsbericht am Montag überzogen. Seines Wissens habe Schulze nicht randaliert. "Er war kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen, hatte schon den ganzen Tag über gearbeitet und nichts gegessen", verteidigte Reese seinen Bühnenstar.

Der "Bild".Zeitung hatte Reese nach dem Vorfall vom Freitag gesagt: "Es war als eine Art Selbst-Experiment gedacht. Nach dem Motto "Wir lesen diesen wunderbaren Text und trinken was"". Auch die Zuschauer bekamen bei dem Stück des als Trinker bekannten Wenedikt Jerofejew aus dem Jahr 1970 Wodka eingeschenkt. Dass die Schauspieler etwas über die Stränge schlugen, war laut Reese nicht geplant. "Ich habe allen klargemacht, dass ich so etwas nicht mehr sehen will. Das ist schon ein bisschen wie im Kindergarten." Schulze sei ermahnt worden. Allen Beteiligten gehe es inzwischen wieder gut, betonte der Intendant.

DPA / DPA
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