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Kennedy-Museum: Polit-Popstar bekommt Pilgerstätte

Auch Amerika hat seine "Königsfamilie": Die Mischung von politischer Macht und privaten Tragödien bei den Kennedys ist legendär. John F. Kennedys Bekenntnis zu Berlin ging 1963 in die Geschichte ein. Ein neues Museum dokumentiert diese Freundschaft.

"Dieser Ausstellung zu Ehren meines Onkels John F. Kennedy am Brandenburger Tor wünsche ich im Laufe der Jahre Millionen von Besuchern." Mit diesen Worten eröffnete Anthony Kennedy- Shriver, der Neffe von John F., Robert und Ted Kennedy das neue Kennedy-Museum am Pariser Platz in Berlin. Kennedy-Shriver hofft, dass sich vor allem junge Menschen durch die Ausstellung anregen lassen, sich gesellschaftlich zu engagieren, wozu sein Onkel die junge Generation immer wieder ermuntert habe.

Zu den Museumsbeständen gehören laut Katalog unter anderem auch Kennedys Original-Aktentasche und Jackies berühmter Pillbox-Hut sowie Fotos des Deutschland-Besuchs 1963 und einer der typischen Notizzettel des US-Präsidenten, die er bei Konferenzen oder Telefonaten bekritzelte, in diesem Fall mit den Stichwörtern "Kuba - Berlin - Eastern Europe (Osteuropa) - Mig 21". Außerdem wird das Goldene Buch der Stadt Berlin mit Kennedys Eintrag bei seinem Berlin-Besuch am 26. Juni 1963 ebenso ausgestellt wie der Notizzettel, mit dem sich der US-Präsident auf die später legendär gewordene Rede vor dem Schöneberger Rathaus vorbereitete ("Ich bin ein Berliner").

Damit handele es sich um eine der "weltweit umfassendsten Zusammenführungen" von Originaldokumenten aus dem privaten und beruflichen Leben der Familie mit Fotos, Dokumenten, privaten Papieren und Memorabilien der Familie, betonten Vertreter der Berliner Galerie Camera Work bei der Eröffnung. John F. Kennedy sei vielleicht der "erste Popstar der Politik" aus "Amerikas königlicher Familie" gewesen, betonten Vertreter der Galerie. Mit Kennedy habe eine neue Ära "Politik und Medien" begonnen.

Zuvor hatte die Galerie Kennedy-Ausstellungen in Berlin und Rom organisiert. Nachdem diese sich als Publikumsmagneten erwiesen hatten, entwickelte Camera Work mit Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin das Konzept für das neue Museum "The Kennedys", das die Sammlung didaktisch und medial ergänzt.

DPA / DPA