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Mehr als nur Sissi: Berliner Ausstellung zeigt Romy Schneider in all ihren Facetten

Für sie war diese Rolle fast wie ein Fluch. Romy Schneider litt ihr ganzes Leben darunter, dass sie in Deutschland immer nur als die ewig niedliche "Sissi" galt. Das Berliner Filmmuseum erinnert von Samstag an mit einer großen Sonderschau an die Lebensstationen der Schauspielerin, die 1982 im Alter von nur 43 Jahren starb.

Für sie war diese Rolle fast wie ein Fluch. Romy Schneider litt ihr ganzes Leben darunter, dass sie in Deutschland immer nur als die ewig niedliche "Sissi" galt. Das Berliner Filmmuseum erinnert von Samstag an mit einer großen Sonderschau an die Lebensstationen der Schauspielerin, die 1982 im Alter von nur 43 Jahren starb. Romys Werk und Schicksal beschäftigt auch heute noch die Öffentlichkeit: Gerade erst trat Jessica Schwarz als "Romy" in der ARD auf. Im ZDF ist am 17. und 20. Dezember die Neuverfilmung "Sisi" mit der Italienerin Cristiana Capotondi in der Titelrolle zu sehen.

Die Berliner Ausstellung "Romy Schneider. Wien ­ Berlin ­ Paris" zeigt Schneider als ebenso leidenschaftliche Frau wie höchst professionell arbeitende Künstlerin. 275 Exponate dokumentieren ihren Lebensweg: Von den ersten schauspielerischen Schritten unter Aufsicht der Mutter Magda Schneider über ihre Karriere in Frankreich bis zu den von der internationalen Boulevardpresse gierig verfolgten privaten Schicksalsschlägen.

Auch das Filmmuseum kommt nicht am Sissi-Mythos vorbei. Gleich vier Roben von Kaiserin Elisabeth von Österreich sind zu sehen: ein schwarzes Original-Reisekleid der Kaiserin aus dem Jahr 1890, Schneiders Krönungskleid aus "Sissi. Die junge Kaiserin" (1956), Schwarz' Ungarnball-Kostüm aus "Romy" (2009) und das berühmte "Sterndlkleid", das Capotondi in "Sisi" (2009) trägt.

Ende der 50er Jahre wollte Romy Schneider nicht mehr Sissi sein. Später zog sie nach Paris, lernte Alain Delon kennen und lieben und wurde in den 70er Jahren als Star des französischen Kinos gefeiert. Paparazzi verfolgten die Schauspielerin auf Schritt und Tritt. Ihre Scheidungen, ihre Liebschaften, der Tod ihres Sohnes waren begehrter Stoff für die Klatschspalten. Immer fühlte sich Schneider, die am Ende ihres Lebens zu viel trank und zu viele Tabletten schluckte, als Opfer der permanenten Beobachtung und Überwachung.

Neben Kostümen, Fotos, Plakaten und Filmausschnitten, sind vor allem die in der Ausstellung gezeigten Briefe Schneiders an prominente Zeitgenossen wie Fritz Kortner, Marlene Dietrich oder O.E. Hasse interessant. "... alles zuviel" notierte Romy 1982 am Rand eines ihrer Freundin Marlene Dietrich gewidmeten Presseheftes von "Die Spaziergängerin von Sans Souci" - es war Romy Schneiders letzter Film.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Mai 2010 zu sehen. Der im Henschel Verlag (Berlin) erschienene Katalog kostet 14,90 Euro (im Buchhandel 19,90 Euro).

DPA / DPA