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"Tatort"-Schauspielerin Meret Becker zu #allesdichtmachen: "Ich hatte das Missverständnis befürchtet"

Meret Becker #allesdichtmachen
Schauspielerin und Synchronsprecherin Meret Becker (52)
© Malte Ossowski/Sven Simon / Picture Alliance
Meret Becker beteiligte sich an der Aktion #allesdichtmachen, löschte ihr Video im Anschluss aber. In einem Interview sprach sie nun über ihre Beweggründe und erklärte, warum sie aus heutiger Sicht nicht noch einmal mitmachen würde.

Unter dem Hashtag #allesdichtmachen veröffentlichten Ende April mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler Videos, die sich kritisch mit den Corona-Maßnahmen der Regierung und der medialen Berichterstattung über die Pandemie auseinandersetzten. Die Aktion sorgte teilweise für massive Kritik – unter anderem von Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Eine der Beteiligten war die Schauspielerin Meret Becker (52), die im Frühjahr 2022 zum letzten Mal für den Berliner Tatort vor der Kamera stehen wird. Im Interview mit der "Augsburger Allgemeine" sprach sie nun über die Aktion.

Erneut teilnehmen würde sie aus heutiger Sicht nicht mehr, betonte Becker. Die Aktion finde sie zwar "wichtig und hochinteressant", nur hätte sie sich diese lieber von außen angesehen. Die Reaktion auf die Videos habe sie als "viel zu heftig" erlebt. Dies sei aber zu befürchten gewesen, so Becker.

"Sehr lehrreich": Meret Becker über #allesdichtmachen-Debatte

Auf die Frage, warum sie ihr Video im Nachgang wieder gelöscht habe, antwortete die 52-Jährige: "Ich hatte das Missverständnis befürchtet, mich aber wegen des Rechts auf freie Meinungsäußerung dafür entschieden." Sie sei also innerlich darauf vorbereitet gewesen und habe deswegen "sehr schnell" reagiert. Für das Löschen habe sie aber fast mehr Schelte als fürs Mitmachen bekommen. 

"Das waren schon alles viele interessante Gedankengänge, sehr lehrreich, und manchmal wusste man nicht mehr, wo oben und unten ist. Es gab Verschwörungstheorien aller Art, von sämtlichen Seiten", so Becker. Eine beteiligte Kollegin habe ihr berichtet, sie habe sich wie in einem Lynch-Film gefühlt.

#allesdichtmachen-Protestaktion

Im Interview berichtete Meret Becker auch über ihren ersten Kinobesuch seit Beginn des Lockdowns – ein emotionales Erlebnis für die Schauspielerin: "Da kamen mir die Tränen." Die Situation sei für sie "etwas peinlich" gewesen. "Es sind ja nicht alle Cineasten oder Filmschaffende, die da um einen rumsitzen."

Bis sich die Kino-Branche von der Corona-Krise erholt haben wird, braucht es nach Ansicht der Schauspielerin vor allem eines: Zeit. "Es wird dauern", so Becker. "Es gibt zum Glück viele kluge Menschen, die sich dessen annehmen. Aber leider sind viele draufgegangen. Natürlich immer die Kleinen, die Feinen."

ikr

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